Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Morning Briefing 31. August Merkels Schicksalsfrage

31.08.2018 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Senegal, Ghana, Nigeria – auf der aktuellen Afrika-Reise sind die Bilder von der Flüchtlingskrise 2015 ständiger Begleiter von Kanzlerin Angela Merkel. Bei ihrem Besuch gestern in Ghana hat sie ein neues Verhältnis zu Afrika zur Schicksalsfrage für Europa erklärt. „Ich glaube ganz fest, dass es eine prosperierende EU nur geben kann, wenn wir mit den Fragen der Migration und den Fragen der Partnerschaft mit Afrika klarkommen“, sagte Merkel. Wahrscheinlich hängt die Zukunft Europas noch von anderen Themen ab. Die Lösung der Flüchtlingsproblematik ist gleichwohl vor allem eine Schicksalsfrage für die Kanzlerin selbst. 

Obendrein entwickelt sich die Flüchtlingspolitik zum veritablen Bund-Länder-Konflikt. Die Forderung der Länder nach drei Milliarden Euro Extrazuschüssen für die Jahre 2019 bis 2021 lehnt der Bund entschieden ab. Stattdessen bietet Berlin „einen zusätzlichen einmaligen Betrag in Höhe von 435 Millionen Euro für flüchtlingsbezogene Bedarfe im Bereich der Kinderbetreuung“, heißt es in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die Länder, das dem Handelsblatt vorliegt. Die Botschaft der Länder ist klar: „Wir schaffen das – mit dem Geld des Bundes.“ 

Quelle: Reuters
Olaf Scholz: Der Bundesfinanzminister sorgt sich um die schwachen europäischen Banken.

Die mehr als 300 Teilnehmer des Handelsblatt-Banken-Gipfels erlebten gestern einen nachdenklichen Bundesfinanzminister. Olaf Scholz sorgt sich nicht nur um die möglichen Folgen eines ungeordneten Brexit, sondern vor allem um die schwachen europäischen Banken. Es sei ein Problem für eine große Volkswirtschaft wie die deutsche und auch für die Europäische Union, dass die Institute nicht die notwendige Größe hätten, um die Wirtschaft zu begleiten. Selbstkritisch räumte er ein, dass Industriepolitik mit Blick auf die Finanzwirtschaft in den letzten Jahren aus der Mode gekommen sei. „Das war nicht zum Nutzen unseres Wirtschaftsstandorts.“ Wie eine Industriepolitik im Bankensektor aussehen könnte, verriet Scholz nicht. Aber wenigstens hat er die Probleme erkannt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    So wie Axel Weber. Der ehemalige Bundesbankpräsident und jetzige Verwaltungsratschef der Schweizer Großbank UBS hat auf der Bankentagung die Zögerlichkeit der Europäischen Notenbank kritisiert. „Die Europäische Zentralbank ist nicht gerade die mutigste Instanz bei der Normalisierung der Geldpolitik“, klagte Weber. Zu einer boomenden Wirtschaft passe keine Negativzinspolitik. So richtig Webers Analyse ist, so wenig wird sie von EZB-Präsident Mario Draghi gehört. Auf diesem Ohr scheint der Italiener merkwürdig taub. 

    Ein Opfer der europäischen Geldpolitik ist ausgerechnet Bundesfinanzminister Scholz. Er gestand jetzt: „Ich mache es so, wie man es nicht machen sollte: Mein Geld liegt auf dem Konto, dafür kriege ich kaum Zinsen.“ Vielleicht sollten Scholz und Draghi mal ein klärendes Gespräch führen. „Wahrheit gibt es nur zu zweien“, wusste schon die Publizistin Hannah Arendt.  

    5G: Die nächste Revolution in Deutschland ist die Revolution im Netz.

    Die nächste Revolution in Deutschland ist die Revolution im Netz. So lautet die Handelsblatt-Titelgeschichte über den superschnellen Mobilfunkstandard 5G. Experten rechnen mit neuen Industrien und Dienstleistungen; die Telekommunikationsunternehmen wittern das große Geschäft und geben Milliarden aus, um eine der begehrten Mobilfunkfrequenzen zu ergattern. Das neue Netz ist nicht die Lösung, wohl aber die Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung in Deutschland. Pflichtlektüre für alle Digitalexperten!

    Die Führungskrise beim Industriekonzern Thyssen-Krupp weitet sich aus: Es war schon schlimm genug, dass Konzernboss Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner innerhalb von zwei Wochen das Weite suchten. Nun muss das Dax-Unternehmen feststellen, dass es bei der Suche nach einem neuen Chef des Kontrollgremiums nur Absagen hagelt, haben meine Kollegen recherchiert. Für die verbliebenen Manager wird es immer schwieriger, für Ruhe unter den Mitarbeitern zu sorgen. Rat kann die TK-Führung vielleicht bei Konfuzius finden: „Wer bei Kleinigkeiten keine Geduld hat, dem misslingt der große Plan.“ 

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende. 

    Herzliche Grüße

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur


    Hier können Sie das Morning Briefing abonnieren.

    Morning Briefing: Alexa
    Startseite
    0 Kommentare zu "Morning Briefing 31. August: Merkels Schicksalsfrage "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%