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Morning Briefing 5. Januar Wirbel um Trump-Buch

1 Kommentar
Das Enthüllungsbuch über US-Präsidenten Trump stößt in den USA auf großes Interesse. Quelle: AP
„Fire and fury“

Das Enthüllungsbuch über US-Präsidenten Trump stößt in den USA auf großes Interesse.

(Foto: AP)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die Frage des Tages lautet: Erscheint es oder erscheint es nicht? Können also am heutigen Freitag viele Menschen lesen, welche Interna Michael Wolff in seinem Buch „Fire and Fury“ über Donald Trump ausbreitet? Lesen sie, dass er sich angeblich abends mit einem Cheeseburger ins Bett zurückzieht, dass er die Präsidentenwahl eigentlich knapp verlieren wollte und Melania Trump auf „First Lady“ null Lust hat? Oder setzen sich Trumps Anwälte mit ihren Blockade-Anträgen gegen ein Werk durch, das ihrer Meinung nach voller Fehler und Schmähungen ist? Wenn die Währung Aufmerksamkeit zählt, ist Wolff jedenfalls schon heute Sieger. Sein Verlag Henry Holt startet mit 250.000 Exemplaren und hat den Erscheinungstag wohlweislich vom kommenden Dienstag um 96 Stunden vorverlegt.

Quelle: dpa
Steve Bannon: Donald Trumps Ex-Chefstratege könnte seinen Job als Chairman der rechtskonservativen Webseite Breitbart News verlieren.

Wolffs wichtigster Gesprächspartner jedoch könnte über dem Feuer-und-Zorn-Wirbel den Job als Chairman der rechtskonservativen Webseite Breitbart News verlieren. Es ist Trumps Ex-Chefstratege Steve Bannon, der in Wolffs Revier so vehement über Familie Trump lospolterte, dass sich nun die eigene Hauptgeldgeberin gegen ihn wendet. Erstmals überhaupt äußerte sich die Milliardärin Rebekah Mercer öffentlich. Sie habe seit Monaten nicht mehr mit Bannon geredet, halte von seinen jüngsten Aktionen überhaupt nichts und unterstütze weiter die Plattform Trumps. Seitdem liefen intern die Wetten, wann Bannon geht, und mancher denkt an Mark Twain: „Man vergisst vielleicht, wo man die Friedenspfeife vergraben hat. Aber man vergisst niemals, wo das Beil liegt.“

Quelle: dpa
Ölplattform im Golf von Mexiko: Das Weiße Haus will Bohrungen nach Öl und Gas fast überall in den Meeren vor der eigenen Küste erlauben.

Es soll bei allem Buch-Ballyhoo nicht verschwiegen werden, dass die US-Wirtschaft mehrheitlich über diesen Präsidenten jubelt. Er senkt Steuern und Standards. Jetzt ist die Energieindustrie freudig gestimmt, weil das Weiße Haus Bohrungen nach Öl und Gas fast überall in den Meeren vor der eigenen Küste erlauben will. Ein Bann aus der Zeit Barack Obamas ist aufgehoben, in 18 Monaten könnte die Sache starten. Es geht vor allem um Gebiete vor Kalifornien und Maine sowie um den Ostteil des Golfs von Mexiko. Lediglich einige Bundesstaaten erinnern daran, dass Tourismus, Fischerei und Naherholung doch auch wichtige Kategorien seien.

Quelle: dpa
Brian Krzanich: Der Intel-Chef hat Aktien seines Konzerns im Wert von fast 25 Millionen Dollar verkauft. Kurze Zeit später wurden Sicherheitslücken in Chips des Unternehmens öffentlich bekannt.

Die Sicherheit seiner Chips mag porös sein, die Sicherheit der eigenen Geldanlage aber sollte darunter nicht leiden. So muss man wohl eine große Verkaufsaktion von Ende November deuten, als CEO Brian Krzanich Aktien seines Konzerns Intel im Wert von 39 Millionen Dollar losschlug. Bereits im Juni hatten Google-Forscher Intel darauf hingewiesen, dass herkömmliche Chips generell eine Sicherheitslücke aufweisen, die Hacker einen Zugriff auf Milliarden Geräte weltweit erlauben könnten. Als das Dilemma diese Woche publik wurde, büßte der Intel-Aktienkurs prompt stark ein. Da aber hielt der börsendynamische CEO nur noch wenige Aktien. Inside Intel? Insider Intel.

Quelle: dpa
Noah Becker: Der Sohn von Tennislegende Boris Becker wurde von AfD-Politiker Jens Maier als „kleiner Halbneger“ bezeichnet.

280 Zeichen Hass - so scheinen manche AfD-Politiker das Medium Twitter zu verstehen. Aufsehen erregt nun ein Verunglimpfung vom Account des langjährigen Richters und heutigen Bundestagsabgeordneten Jens Maier, der den dunkelhäutigen Noah Becker, Sohn der Tennislegende Boris Becker, als „kleinen Halbneger“ bezeichnete. Der eine Parteichef, Alexander Gauland, sagt lapidar: „Das ist nicht mein Stil“, während der andere - Jörg Meuthen – „weitreichende Folgen“ ankündigt. Schon im Kleinsten drückt sich der interne Krieg in dieser Partei aus: bürgerlich-erzkonservativ gegen rechtsextrem.

Quelle: Reuters
Viktor Orban: Der ungarische Premier wurde von der CSU zur Klausur nach Seeon eingeladen.

Im Bestreben, die AfD zum Verschwinden zu bringen, baut die CSU auf Galionsfiguren mit Strahlkraft ins rechte Lager hinein. Einer davon ist der ungarische Premier Viktor Orbán, den die Landesgruppe an diesem Freitag zur Klausur nach Seeon lädt. Der Ehrengast schränkt die Rundfunkfreiheit ein, bekämpft eine Privatuniversität (von George Soros), ignoriert EU-Vorgaben und hat außerdem mit dem Bau einer Flüchtlingsgrenze Fakten geschaffen. Folglich werden die Christsozialen ihm zuerst laut zuklatschen und dann mit den Europafreunden der SPD leise eine große Koalition bereden, die nach Umfragen nur noch 45 Prozent der Deutschen (vorher 61 Prozent) wollen.

Quelle: Reuters
Deutsch Bank: Die Diva, die es auf die Weltbühne geschafft hat, verliert an Respekt.

Unter den Finanzhäusern der Republik war die Deutsche Bank immer die Diva, die es auf die Weltbühne geschafft hat. Doch irgendwie ist seit den Skandalen der Finanzkrise der Respekt weg - und die größten Rivalen wagen sich nun sogar an eine Klage. Es sind nach Handelsblatt-Informationen Allianz, die Volksbanken (über Union Investment) und die Sparkassen (über Deka), die vom Marktführer vor Gericht Nachzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe erstreiten wollen. Bei der Übernahme der Postbank habe die Deutsche Bank 2010 den Aktionären ein zu niedriges Angebot gemacht. Schon vorher habe sie ja weitgehende Durchgriffsrechte gehabt, was die Bank bestreitet. Nur der Fonds DWS hat von einer Klage abgesehen - er gehört schließlich zur „Deutschen“.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende nach dieser ersten Arbeitswoche im Jahr, die naturgemäß die tollkühnsten Vorsätze zum Vorschein brachte, darunter jene von Mark Zuckerberg, die Schwächen seines Systems Facebook reparieren zu wollen. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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1 Kommentar zu "Morning Briefing 5. Januar: Wirbel um Trump-Buch "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn schon dieses Buch, das ja eigentlich nichts Neues sagt, solch einen Wibel auslöst, was wird dann erst mit dem Untersuchungsbericht des Sonderermittlers Mueller folgen?

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