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Morning Briefing 6. März Digitale Blendgranate im Kanzleramt

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
nicht mehr nur Cyber-Angriffe, sondern vielmehr direkte körperliche Gewalt beschäftigt die deutschen Konzerne in diesen Tagen. Die Säure-Attacke von Haan auf den Finanzchef von Innogy löst eine Debatte über Sicherheit aus. Bei Innogy, RWE und Eon wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt.

Quelle: dpa
Bernhard Günther: Die Säure-Attacke auf den Finanzchef von Innogy löst eine Debatte über Sicherheit aus.

Zwar werden Top-Manager bei öffentlichen Auftritten regelmäßig von Bodyguards begleitet, aber im Privaten verzichten viele bisher auf einen solchen Schutz, analysiert die Handelsblatt-Titelgeschichte. Die Polizei ermittelt nach dem Säure-Schock in alle Richtungen, und behandelt dabei auch, dass der Innogy-Manager Bernhard Günther schon einmal 2016 in aller Öffentlichkeit zusammengeschlagen worden war.

Zu den Merkwürdigkeiten der aus den Fugen geratenen Welt gehört auch der Fall des früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal. Der 66-Jährige wurde jetzt zusammen mit einer 30 Jahre jüngeren Frau bewusstlos auf einer Bank in einem Einkaufszentrum im britischen Salisbury gefunden. Skripal war offenbar mit einer noch unbekannten gefährlichen Substanz in Berührung gekommen – was an die tödliche Vergiftung von Alexander Litwinenko erinnert, eines anderen Ex-Spions, der einst in Russland wirkte. Im Rahmen eines Agentenaustausches war Skripal von Moskau nach Großbritannien gekommen, wo er unter neuer Identität lebte. „Spionage ist ein Mikrokosmos der Welt, er birgt alle Motive“, formuliert Schriftsteller John Le Carré.

Quelle: dpa
Dorothee Bär: Die CSU-Politikerin erhält einen Zierposten ohne Geld, aber mit PR-Wirkung.

Irgendetwas mit „Digital“, das macht sich gut in einer Zeit, die nur aus Umbrüchen zu bestehen scheint. So wurde Dorothee Bär, 39, nun flugs von den Zukunftspiloten der CSU zur Staatsministerin für Digitales ins Kanzleramt optisch erhöht, auf einen Zierposten ohne Geld, aber mit PR-Wirkung, der ihren zahlreichen Tweets offiziöse Wucht verleiht. Und so schwärmt die neue Regierungs-Marketenderin für alle Fragen des Internets auf allen Kanälen von Einfluss ohne Milliarden, und natürlich auch von autonomem Fahren, Flugtaxis und Programmieren als Schulfach. Noch nie kam ein Etikettenschwindel so fröhlich daher.

Quelle: Reuters
Xi Jinping: Nur noch bis zum Sonntag muss der Staatspräsident warten, dann ist er ein moderner Kaiser von China.

Nur noch bis zum Sonntag muss Xi Jinping warten, dann ist er ein moderner Kaiser von China. Dann stimmt der soeben in Peking angelaufene Nationale Volkskongress darüber ab, dass die Amtszeitbegrenzung des Staatspräsidenten auf nur zwei Perioden aufgehoben wird. Als der maoistische Machtzuwachs jetzt erstmals vor den 3000 Delegierten zur Sprache kam, wurde eifrigst geklatscht. Am 14. März stimmen die chinesischen Kommunismus-Kapitalisten dann über eine Fusion von Banken-, Börsen- und Versicherungsaufsicht ab. Staatsdoktrin ist schon jetzt, dass die Volksrepublik in einigen Jahren bei Elektromobilität, künstlicher Intelligenz, Big Data und Luftfahrt weltweit Nummer eins wird.

Quelle: dpa
Rainer Baake: „Die Regierung verpasst die Chance einer umfassenden Modernisierung unserer Volkswirtschaft.“

Er war der Architekt der deutschen Energiewende, ein Grüner, der von 1998 bis 2005 als Staatssekretär unter Umweltminister Jürgen Trittin Strukturen schuf. In der neuen Großen Koalition, die sich auf gerade mal fünf Seiten mit Energiethemen beschäftigt, ist für so einen wie ihn kein Platz. „Die Regierung verpasst die Chance einer umfassenden Modernisierung unserer Volkswirtschaft“, lamentiert Rainer Baake, 62, und findet, der Umstieg von der fossilen Zeit auf Effizienz und erneuerbare Energien werde „viel zu zögerlich angegangen“. Als letztes Zeichen des Protests fordert der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, ihn schleunigst von seinen Aufgaben zu entbinden.

Quelle: dpa
Berlin: Die deutsche Hauptstadt hat mit ihren vergleichsweise günstigen Immobilienpreisen einen Run internationaler Investoren auf Wohnraum ausgelöst.

Verglichen mit Hauptstädten wie London oder Paris sind die Immobilienpreise in Berlin noch günstig. Die deutsche Hauptstadt hat deshalb einen Run internationaler Investoren auf Wohnraum ausgelöst. In die Schar der Anleger reiht sich nun mit Warren Buffett (Vermögen: mehr als 80 Milliarden Dollar) eine Kultfigur des neuen Weltkapitalismus ein. Erstmals wagt sich sein Imperium Berkshire Hathaway international an ein solches Geschäft und paktiert nun mit dem Berliner Immobilienmakler Rubina Real Estate. Seine Mitarbeiter werden auch an der Spree nicht eine der simplen Hausweisheiten vergessen: Wenn es gerade Gold regnet, stell einen Eimer vor die Tür und keinen Fingerhut.

Sir Sebastian Wood: Der britische Botschafter in Berlin ist Gast bei der Premiere der neuen Reihe „Handelsblatt G8: Meet the Ambassadors“.

An Engländern schätzen wir ihren Witz, bespötteln ihre Spleens und fürchten ihre Volten, von denen der „Brexit“ die schlimmste ist. Sie können, wenn Sie wollen, darüber am Donnerstagmittag in Berlin mit Botschafter Sir Sebastian Wood diskutieren. Das Gespräch, das mein Kollege Torsten Riecke führen wird, ist der Auftakt zu unserer neuen Reihe „Handelsblatt G8: Meet the Ambassadors“. Zwei Karten habe ich für Sie zurückgelegt, bewerben müssen Sie sich unter [email protected] aus organisatorischen Gründen bis zehn Uhr am heutigen Dienstag. Und, Sie wissen ja: „Die with memories, not dreams.“

Ich wünsche Ihnen einen erlebnisreichen Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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