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Morning Briefing 7. August USA zersetzen Mullahkratie

07.08.2018 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
seit Mitternacht mischen sich die USA in die Angelegenheiten eines anderen Landes ein – zwecks Destabilisierung. Mittelfristig soll nach der Neuaufnahme von Sanktionen sogar der internationale Zahlungsverkehr abgedreht werden. Und so verschärfen sich im Iran tatsächlich die inneren Spannungen. Reformer hatten auf jene Wirtschaftsschubkraft aus dem Westen gehofft, die theologische Hardliner ablehnen. Die USA wollten das Volk spalten, glaubt Präsident Hassan Ruhani. Zusätzliches Opfer der Regime-Change-Diplomatie ist die EU, die US-Sanktionen für europäische Firmen blockiert. Trump ist der Politikertypus, der prinzipiell nur mit großer Fliegenklatsche unterwegs ist und dabei möglichst viele Fliegen auf einmal erledigt.

Quelle: Reuters
Josep Borrell: „Für mich hat die Bundeskanzlerin schlichtweg die Ehre Europas gerettet.“

So weihevoll ist Angela Merkel lange nicht mehr gelobt worden, schon gar nicht in Deutschland, wo es derzeit Moorhuhn-Abschusspunkte für Kanzlerin-Bashing zu geben scheint. „Für mich hat die Bundeskanzlerin schlichtweg die Ehre Europas gerettet”, sagt Spaniens Außenminister Josep Borrell zur deutschen Flüchtlingspolitik 2015. Dafür rügt der Sozialist im Handelsblatt-Interview Italiens „brutale Abschottungspolitik”: Innenminister Matteo Salvini mache „eine Politik nicht nur auf Kosten Spaniens, sondern auf Kosten ganz Europas”. Spaniens Lösungsvorschlag sieht eine „Art europäisch-afrikanisches Erasmus” für den Nachwuchs aus Afrika vor.

Der beste Mitarbeiter des Jahres beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden ist von Beruf „Staatstrojaner” und legt beim Entschlüsseln von Nachrichten auf Messengerdiensten wie WhatsApp neuerdings größten Fleiß zutage. Offenbar will er dank Pflichterfüllung weiter zum Großaufgebot der digitalen Überwachung in Deutschland zählen. Hier profiliert sich auch der ansonsten mittlerweile ziemlich entzauberte Verfassungsschutz. Er verschickte im ersten Halbjahr mehr als 103.000 „stille SMS” zur Ortung von Handys – fast doppelt so viele wie vor vier Jahren.

Quelle: AFP
Nach zwölf Jahren an der Spitze des Lebensmittel-Riesen Pepsico tritt Indra Nooyi zurück.
(Foto: AFP)

In all den Diskussionen über Gender-Kapitalismus hatte Indra Nooyi den unschätzbaren Vorteil, einfach im Amt zu sein und den Pepsi-Konzern in eine neue (zuckerarme) Zeit zu bringen. 24 Jahre war die gebürtige Inderin in dem Getränkeladen, 12 davon an der Spitze, die erste Ausländerin ganz oben in der US-Wirtschaft. Die ewige Rebellin Nooyi gab dem Affen Zucker – aber nun will sie nicht mehr und räumt den Schreibtisch für Oldtimer Ramon Laguarta, 54. Der Mann ist seit 22 Jahren bei Pepsi und widerlegt die These, dass man heutzutage ein digitaler Nomade sein muss, um Erfolg zu haben.

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    Eine große Big-Data-Achse planen Facebook und wichtige US-Banken. Man will künftig Daten im großen Stil austauschen; so könnten den Nutzern auf einzelnen Diensten des Internetgiganten deren persönliche Kontoinformationen angezeigt werden. Auch Google und Amazon buhlen um die Finanzinstitute – die allerdings die Kunden bei sich halten wollen. In der digitalen Wirtschaft macht man die besten Geschäfte, trotz allen Sharing-Economy-Räuchergesäusels, eben immer noch am liebsten allein.

    Quelle: AFP
    Robert Redford will sich aus dem Filmgeschäft zurückziehen.
    (Foto: AFP)

    Und dann ist da noch Robert Redford, der Mann aus „The Sting”, „Die Unbestechlichen” und „Butch Cassidy and the Sundance Kid”. Seit 60 Jahren wirkt er in der Filmbranche, als Schauspieler und Regisseur. Philosophie wie bei Tucholsky: „Es gibt vielerlei Lärm. Aber es gibt nur eine Stille.” Nun hat Redford, der auch das Sundance Film Festival anschob, tatsächlich entdeckt, dass mit 81 Jahren Schluss sein könnte. Nach dem nächsten Film („The Old Man & the Gun”) will der Star aussteigen. Er habe sich einfach gesagt: „Well, es reicht.” Ein finaler Satz. Wenn er denn stimmt.

    Ich wünsche Ihnen einen Tag voller Energie, mit einem Epilog wie im Hollywood-Märchen. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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