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Morning Briefing 7. März Daimler geht auf Geely zu

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
das „House of Cards“ des amerikanischen Präsidenten Donald Trump zeichnet sich durch zwei Konstanten aus: starke Ankündigungen und starke Abgänge. Nach einer Vielzahl von desertierten Beratern, Sprechern und Strategen geht nun der oberste Wirtschafts-Consultant Gary Cohn.

Quelle: dpa
Gary Cohn: Der frühere Präsident der Investmentbank Goldman Sachs half emsig bei Trumps Steuerreform.

Der frühere Präsident der Investmentbank Goldman Sachs half emsig bei Trumps Steuerreform. Als überzeugter Anhänger eines globalen Freihandels störte er sich jedoch zunehmend am politischen Wrestling-Stil seines Commander-in-Chief, der nun Strafzölle auf Stahl und Aluminium verordnen will. Es sei ihm eine Ehre gewesen, seinem Land zu dienen“, kabelte Cohn zum Abschied. Als letzter Diener aus der Hochfinanz bleibt Trump jetzt noch Stephen Schwarzman, Patron der Schattenbankgröße Blackstone.

Quelle: Reuters
Donald Trump: Die nationale Opium-Tragödie wird die Amtszeit des US-Präsidenten mit Sicherheit überdauern.

Wenn man derzeit über die USA redet, landet man schnell bei Zöllen oder Waffen. Weniger Beachtung findet hierzulande das Dauerproblem mit Opioiden, also der unheimliche Boom süchtig machender Schmerzmittel. Zwischen Juli 2016 und September 2017 gab es 142.000 Fälle von Überdosis in amerikanischen Krankenhäusern (eine Steigerung von 30 Prozent), berichtet die zuständige US-Behörde - das sei ein „Alarmruf“. Über 400 Städte und Regionen klagen gegen Hersteller wie Johnson & Johnson, Handelsfirmen wie McKesson und Apothekenketten. Sie hätten ihre Pflichten verletzt. Diese nationale Tragödie wird die Amtszeit des Donald Trump mit Sicherheit überdauern.

Quelle: dpa
Steve Bannon: Trumps Ex-Chefstratege lobt die Schweiz für ihre Anti-EU-Haltung.

Auf Tournee mit seinen Ideen von einer „konservativen Revolution“ geht Steve Bannon, auch einer aus der Schar der verlorengegangenen Helfer des US-Präsidenten. In Zürich pries der einstige Trump-Einflüsterer gestern Abend in einer umgebauten Industriehalle vor mehr als 1000 Zuhörern die Schweiz. Das Lob galt ihrer Anti-EU-Haltung und dem rechtsgewirkten Multi-Millionär Christoph Blocher: „Er war Trump bevor Trump.“ Dem Gastgeber der Politshow, Blocher-Freund Roger Köppel von der „Weltwoche“, gefielen diese sonderbaren Milieu-Schmeicheleien sichtbar. Schon vorher hatte sich AfD-Fraktionschefin Alice Weidel in Zürich Tipps von Bannon für die richtige Kommunikation in Berlin abgeholt.

Quelle: dpa
Sergej Skripal: Die mysteriöse Vergiftung des einstigen russischen Doppelagenten und seiner Tochter hat politische Konsequenzen.

Die mysteriöse Vergiftung des einstigen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter Julia im englischen Salisbury hat politische Auswirkungen. Scotland Yard erklärt, dass sich seine Anti-Terrorismus-Einheit der Sache annimmt. Außenminister Boris Johnson wiederum kündigt „robuste“ Gegenwehr für den Fall an, dass Russland in die Sache verstrickt sei. Die Opfer schweben weiter in Lebensgefahr. Die Umstände erinnern stark an die Ermordung des einstigen russischen Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko. Der Putin-Kritiker war 2006 in London mit dem radioaktiven Polonium kontaminiert worden.

Quelle: AP
Die Freunde des Automobils schauen in dieser Woche auf den Genfer Autosalon.
(Foto: AP)

Die Freunde des Automobils schauen in dieser Woche auf den Genfer Autosalon. Dort hat sich jetzt Daimler-Chef Dieter Zetsche erstmals zu seinem neuen Großaktionär, der chinesischen Firma Geely mit ihrem überaus ambitionierten Chef Li Shufu geäußert: „In Fällen, wo es eine Win-win-Situation gibt, werden wir etwas zusammen machen.“ Meine Kollegen Markus Fasse und Martin Murphy haben vor Ort recherchiert, was das heißt. Kooperationen könnte es demnach in China geben (E-Autos) oder mit der schwedischen Geely-Tochter Volvo. Die kommen dann als Abnehmer von Daimler-Technik in Frage. „Einen Edelstein kann man nicht blank machen, ohne ihn zu reiben“, wirft Konfuzius ein.

Quelle: dpa
Jeff Bezos: Der Amazon-Gründer löst Microsoft-Legende Bill Gates als reichster Mann der Welt ab.

Passend zur „Amazonisierung“ der Welt ist Jeff Bezos mit einem Vermögen von 120 Milliarden Dollar laut „Forbes“ zum reichsten Mann der Welt aufgerückt. Der Gründer des Internet-Kraken Amazon löst Microsoft-Legende Bill Gates (90 Milliarden) ab. Die Aldi-Geschwister Beate Heister und Karl Albrecht jr. tauchen in dieser Liste als wohlhabendste Deutsche erst auf Rang 27 auf. Dafür gebührt ihnen ein Spitzenpreis in der Kategorie Understatement, als Ausreißer taucht hier nur ein Golfhotel bei Donaueschingen auf. Dollar-Primus Bezos leistet sich dagegen eine Weltraumreisefirma und die „Washington Post“ als Symbole gehobenen Status.

Quelle: AFP
Riesiges Abschreibemodell: Trotz Investitionen von rund einer halben Milliarden Euro scheidet Paris gegen Real Madrid in der Champions League aus.
(Foto: AFP)

Im globalen Trophäen-Kapitalismus spielt seit einiger Zeit Fußball eine dominierende Rolle. Besonders verhaltensauffällig ist hier die katarische Herrscherfamilie al-Thani, die in den Klub Paris St. Germain in Erwartung größerer Siege rund eine halbe Milliarde Euro pumpen ließ. Ökonomisch erweist sich das Ganze nun jedoch als Verlustquelle und somit als riesiges Abschreibemodell. Gestern Abend schieden die vom Erdgas-Emirat ausgehaltenen Kicker bereits - wenig prestigeträchtig - im Achtelfinale der Champions League gegen Real Madrid aus. Geld hat hier eindeutig zu wenig Tore geschossen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor

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