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Morning Briefing 8. August Neue Preise für neue Pillen

08.08.2018 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
stellen Sie sich einmal vor, Sie wären mit einer Firma an der Börse und müssten sich pausenlos alle möglichen Fragen gefallen lassen. Zum Beispiel, warum Ihr neues Massenprodukt nicht richtig vorankommt. Nicht angenehm, oder? Dann werden Sie verstehen, warum der grenzgeniale Elon Musk Analysten („Dummköpfe”) und Journalisten („Heuchler”) mag wie Marder am Bremsschlauch. Und warum der Mann, der sich mit dem Auto „Model 3” so schwertut, schon bald seine Kreation Tesla von der Börse nehmen will, zum Preis von 420 Dollar pro Aktie (aktueller Kurs: rund 370). Musk twitterte seine Privatisierungsidee im Präsidentenstil mit Smiley, und erreichte zumindest schon mal eines: Der Handel mit den Aktien wurde ausgesetzt.

Quelle: AP
Der saudische Staatsfonds, geleitet von Kronprinz Mohammed bin Salman, erwarb Anteile an Tesla.
(Foto: AP)

Das Bremsmanöver des E-Autopioniers bringt einen Global Player aus dem fernen Saudi-Arabien ins Scheinwerferlicht: Kronprinz Mohammed bin Salman. Er hat für zwei Milliarden Dollar drei bis fünf Prozent der Tesla-Aktien ramassieren lassen, und zwar dank JP Morgan. Der Prinz hat für solche Fälle den Public Investment Fund (PIF) zur Verfügung, der irgendwann größter Staatsfonds der Welt werden soll – noch verwaltet er mit 250 Milliarden jedoch nur ein Viertel des Volumens des norwegischen Staatsfonds. Bis zum Tag der Weltherrschaft geht bin Salman rigoros gegen kritische Länder wie Kanada vor, die die Verhaftung von Frauenaktivistinnen thematisieren. Der Botschafter ist ausgewiesen, jede Flugbewegung nach Kanada gestoppt.

Preise im Pharmamarkt sind ein blutdrucktreibendes Thema, das zu Zorn bei Patient und Politiker führt. „Viel rationaler und weniger emotional herangehen”, rät Merck-Chef Stefan Oschmann. Im großen Handelsblatt-Gespräch führt der Präsident des europäischen Pharmaverbands Efpia aus, dass nicht länger nur pro Tablette oder Injektion bezahlt werden soll, sondern vielmehr nach dem konkreten medizinischen Erfolg. Pay-per-health dürfte für Innovationen wie die Krebs-Gentherapie Kymriah von Novartis wichtig werden. Noch ist hier der Preis (Achtung: 475.000 Dollar) gewisser als die Heilung.

Quelle: dpa
Ein Gericht in Brasilien hat den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ausgesetzt.

Viel Geld hat der Bayer-Konzern für die umstrittene US-Firma Monsanto und ihr Produkt Glyphosat ausgegeben. Gut möglich, dass dieses Totalherbizid dem eigenen Image noch kräftig zusetzen wird. Ein brasilianisches Bundesgericht hat nun in der Hauptstadt Brasilia vorerst das Bayer-Produkt gestoppt. Umweltschützer machen Glyphosat für Artensterben und das Aufkommen resistenter Unkräuter verantwortlich. Vertreter der Agrarlobby in Brasilien argumentieren hingegen, ohne diese Produkte könne keine großflächige Landwirtschaft betrieben werden.

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    Zu Recht hat sich das ZDF in der Vergangenheit gegen Übergriffe von Politikern gewehrt. Wie konnte es dann kommen, dass die FDP-Politikerin Anke Pöhlmann, 29, und ihr kleiner Sohn Anton im „heute-Journal” am 2. August zum Thema „Armutsrisiko Alleinerziehend” viel Platz bekamen? Die Liberale wurde als Personalberaterin vorgestellt, die mit der Schwangerschaft in ökonomische Probleme geraten sei. Dass Pöhlmann derzeit für den bayerischen Landtag kandidiert, bekam der ZDF-Zuschauer nicht mit. Dabei hat der Sender praktischerweise ganz einfach ihr Wahlkampagnenfoto gezeigt. Die Panne bewirkte zweierlei: eine Entschuldigung und Publicity für die junge Mutter mit FDP-Leidenschaft.

    Quelle: dpa
    Der Milliardär Stan Kroenke hat den Machtkampf um die Kontrolle des Londoner Fußball-Clubs FC Arsenal für sich entschieden.

    Und dann ist da noch Enos Stanley („Stan”) Kroenke, 71, Immobilientycoon und Sportclubbesitzer, der sich trickreich wie einst Stan Matthews die Kontrolle von Arsenal London erdribbelt. Bei dem Fußballverein der deutschen Reizfigur Mesut Özil steht der Amerikaner kurz davor, nach einem Machtkampf den Oligarchen Alischer Usmanow auszukaufen (hat noch 30 Prozent der Anteile). Das kostet den US-Milliardär, der mit einer Walmart-Erbin verheiratet ist, über 600 Millionen Euro. Am Sportvolk liebt Kroenke jenen Fanatismus, der ihm selbst in Finanzdingen zu eigen ist.

    Ich wünsche Ihnen einen offensivstarken Tag. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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