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Morning Briefing Adventstreffen mit Boris Johnson

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

zum Zeitalter der großen Disruption gehört offenbar, dass die Briten erstmals seit 96 Jahren im Dezember wählen werden. Am 12. des Weihnachtsmonats wird es soweit sein, zwischen dem zweiten und dritten Advent, zwischen Lebkuchengeruch und Punsch-Wärme. Um den konkreten Termin wurde erbittert gerungen – die Opposition erhofft sich viele Stimmen von Studenten, die später nicht mehr erreichbar sind, weil am 13. Dezember die Weihnachtsferien an den Unis der Insel beginnen. Aber einen großen Auftrieb kann sich Labour-Chef Jeremy Corbyn von der Konstellation nicht erwarten. Premier Boris Johnson und seine Tories liegen in Umfragen bei 40 Prozent, was am Ende dazu führen wird, dass die Konservativen sich mit Adlerkrallen auf ihr nicht endendes Love-and-Hate-Projekt stürzen werden: Brexit.

Quelle: AP
Fiat-Erbe John Elkann
(Foto: AP)

Auf dem langen Weg der Suche nach einem stattlichen Bräutigam ist Fiat Chrysler nach Renault (im Juni gescheitert) nun bei einem anderen französischen Autohaus gelandet: bei PSA (Peugeot). Noch sind es nur Verhandlungen, noch gibt es nur erste Hinweise auf eine Fusion per Aktientausch: Aber die mögliche Spitze mit Peugeot-Mann Carlos Tavares als CEO und Fiat-Erbe John Elkann scheint schon gesetzt. Fiat braucht offenbar dringend ökonomische Aufputschmittel, im Stammmarkt Italien und bei Elektromobilität sind erfolgreiche Innovationen Fehlanzeige. Man hängt ganz am US-Markt und der Benzinschleuder Jeep.

Die billige Ausrede auf Kongressen, deutschen Start-ups stehe nun mal weniger Kapital zur Verfügung als Gründern in den USA, ist ein Fall fürs Museum. Tatsächlich schwimmt die deutsche Gründerszene geradezu im Geld, die Macher erhielten 2019 schon fünf Milliarden Euro an Risikokapital, weshalb es das Thema nun auch wieder auf das Handelsblatt-Cover schafft. Gut möglich ist, dass die Bewertungen der jungen Firmen schon lange übertrieben sind. Der Fall des Büro-Vermieters WeWork in den USA weist zurecht auf mögliche Blasen in der Wirtschaft hin. Es sei schon „seit vielen Jahren eine Blase im Anmarsch, nicht nur in Deutschland“, erklärt Christian Miele, Partner beim Berliner Investor Eventures.

Seit Wochen eskaliert der Streit darüber, ob der chinesische Tech-Konzern Huawei wohl als Ausrüster für das 5G-Netz aktiv werden darf. Die Kritiker befürchten Spionage-Aktivitäten zugunsten von Peking, wofür es allerdings null Beweise gibt. Man befindet sich hier im esoterischen Bereich dunkelster Warnungen, weshalb das Bundesinnenministerium nun erklärt, sich im Fall Huawei nicht mit einer technischen Prüfung der Komponenten sowie einer Erklärung der Hersteller zu begnügen. Jetzt soll auch die Glaubwürdigkeit abgegebener Erklärungen politisch bewertet werden, fanden meine Kollegen heraus. Offenbar können sich in diesem Streit Bundeskanzleramt und Wirtschaftsministerium nicht gegen die Ministerien für Inneres und Äußeres durchsetzen.

Der Heiligenschein einer digitalen Gesellschaft verfolgt Mark Zuckerberg und seine Schöpfung Facebook. Die Social-Media-Spezialisten aus den USA rücken nun aus, um einen namhaften Gegner zu neutralisieren. So verklagt Facebook die Cyberfirma NSO aus Israel: Die habe Nutzer auf der Messaging-Plattform von WhatsApp gehackt, einer Tochterfirma aus dem Reich von „The Zuck“. Von der Hacking-Aktion betroffen waren Journalisten, Diplomaten und Menschenrechts-Aktivisten. Die Israelis wollten ganz offenbar Isaac Newton widerlegen: „Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.“

Besonders pfiffig wollten die noch immer angesagten Macher des Streamingdienstes Netflix sein. Sie testen derzeit eine Funktion, bei der Zuschauer die gewünschte Serie oder den präferierten Film je nach Gusto schneller oder langsamer laufen lassen können. Doch damit provoziert das US-Unternehmen den Widerstand der Filmemacher. Die neue Funktion sei „lächerlich und beleidigend“, erklärt Regisseur Judd Apatow. Doch die Macher bleiben bei ihrer Idee. „Mehr Witze, mehr Lachen, mehr Drama, mehr Spannung – alles in derselben Zeit“, heißt es in diesen Kreisen.

Quelle: Reuters
Richard Branson

Und dann ist da noch Richard Branson, Multiunternehmer mit Späthippieflair, der sich nun das Ziel gesetzt hat, eine Art Raumfahrttouristik zu etablieren. „Warum sollte nicht auch die normale Bevölkerung in den Weltraum fliegen können und nicht nur die 500 Menschen, die in den letzten 60 Jahren dort gewesen sind?“ Er will auch Satelliten rund um die Erde installieren, damit vier Milliarden Menschen Zugang zum Internet bekommen. Im n-tv-Interview gibt der Gründer von Virgin uns Deutschen den Rat, so schnell wie möglich damit aufzuhören, „Kohle zu verwenden“. Alle sollten am besten sofort zu grünen Energien wechseln.

Ich wünsche Ihnen einen Tag, an dem Sie die Bodenhaftung nie verlieren. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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