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Morning Briefing AKK auf eisernem Kurs

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

wenn es um Zukunftspläne für Europa geht und um Kooperation mit Frankreich, kam bisher nicht viel von Annegret Kramp-Karrenbauer, CDU-Chefin und Verteidigungsministerin. Nun könnte dem Nachbarn gefallen, dass sie öffentlich mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr fordert – gegen den Islamismus. Unsere Freiheit wird nicht mehr am Hindukusch, sondern in der Sahel-Zone (Mali) verteidigt, ist die Essenz ihres Interviews in der „Süddeutschen Zeitung“.

Auch innenpolitisch trägt die Vielleicht-Kanzlerkandidatin jetzt eisernes Gewand. Sie bringt im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe die Möglichkeit ins Spiel, Huawei beim Ausbau des 5G-Netzes aus Sicherheitsgründen auszuschließen („wie andere Länder auch“). Angela Merkel sah das ganz anders. Dass Ren Zhengfei, Gründer des chinesischen Tech-Riesen, eine No-Spy-Garantie gibt, wird der neuen Merkel-Gegnerin nicht reichen.

Quelle: AP
Rudy Giuliani, Trumps persönlicher Anwalt
(Foto: AP)

In den USA laufen die Impeachment-Vorbereitungen gegen US-Präsident Donald Trump mit größerer Dynamik. Für nächste Woche sind die ersten öffentlichen Hearings angesetzt. Dann wird auch Bill Taylor, amerikanischer Top-Diplomat in der Ukraine, auftreten. Vor dem Repräsentantenhaus hat er ausweislich der Protokolle ausgesagt, dass Trumps persönlicher Anwalt Rudy Giuliani die Ukraine bedrängt habe, in der US-Politik zu „intervenieren“ – mit Untersuchungen zu Trumps Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter. Es sei „klar gewesen“, dass die US-Militärhilfe von 400 Millionen Dollar erst mit solchen Anti-Biden-Maßnahmen fließen würde.

Ein Sparkassenpräsident als Konzernarchitekt: Das ist die neue Rolle von Helmut Schleweis. Er plädiert für eine konsequente Konsolidierung des öffentlich-rechtlichen Finanzwesens, über eine Fusion des Fondsanbieters Deka mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) als erster Schritt. So würde „ein Nukleus für ein Zentralinstitut entstehen“, sagt er im Handelsblatt. Dass er im Sparkassenlager genügend Fans für seinen Helaba-Deal findet, ist unsicher. Unwahrscheinlich aber ist, dass die starken Sparkasseninstitute aus Bayern (BayernLB) und Baden-Württemberg (LBBW) dem großen Zentralisten-Plan folgen. Schleweis ist da ein Feldherr mit halber Truppe.

Manche halten Olaf Scholz für einen politischen Langweiler. Sie werden sich korrigieren müssen, wenn sie auf den neuesten Plan des SPD-Politikers zur EU-Einlagensicherung der Finanzinstitute schauen. Der Finanzminister gibt die jahrelange Berliner Blockade auf. „Wir müssen mit der Bankenunion vorankommen – und zwar jetzt“, verkündet Scholz und präsentiert keck ein eigenes Modell für ein Einlagen-Rückversicherungssystem. Damit hat der Vizekanzler auch die Kanzlerin überrascht. Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vorneherein ausgeschlossen erscheint (Albert Einstein).

Null Erfolg hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit seiner Taktik, die Flugbegleitergewerkschaft UFO zu neutralisieren. Gleich zweimal kassierte der Manager gestern juristische Niederlagen: Zunächst vor dem Arbeitsgericht Frankfurt, dann vor dem hessischen Landesarbeitsgericht. Es wurde nichts mit einstweiligen Verfügungen gegen den avisierten Zwei-Tage-Arbeitskampf – und so rollt ein Streik an, der zu Chaos führen dürfte. 1300 Flüge hat die Lufthansa abgesagt, 180.000 Passagiere sind betroffen. Auch Spohrs Variante eines Dialogs floppte gestern Abend: UFO sagte aus Wut über die Eskalation des Rechtsstreits ab. Bei diesem CEO sind die Kunden sich selbst überlassen.

Quelle: Bloomberg
Der Milliardär hält an WeWork fest.
(Foto: Bloomberg)

Der Japaner Masayoshi Son hatte das Image eines Glücksritters der Finanzbranche. Doch nachdem er den größten Quartalsverlust (5,8 Milliarden Euro) in der Geschichte seines Softbank-Konzerns annonciert hat, zeigt sein Bild hässliche Kratzer. Seine Wette auf WeWork brach genauso zusammen wie der Aktienkurs von Uber nach dem Börsengang. „Dieses Mal ist die Bilanz überhaupt nicht gut“, gesteht Son. Aber Fehler habe er nur bei WeWork gemacht, dem „Monster“, wie er intern ausführte; ansonsten würden seine Fonds „durch glatte See fahren“. Sons Rechnung: Auf jedes Unternehmen mit Wertminderung kämen drei mit Wertsteigerung. Doch das müssen seine Investoren erst einmal glauben.

Die „Heute Show“ hat diesmal nicht Ärger mit Politikern, sondern mit der Polizei. Jüngst hatte die ZDF-Satiresendung bei einem Gag einen der Sprecher der Heilbronner Ordnungskräfte mit einem Joint abgebildet. Es ging um die Legalisierung von Cannabis. Die Heilbronner Polizei hat deshalb – spaßbefreit – rechtliche Schritte gegen den TV-Sender eingeleitet. Der wiederum spricht von einer satirisch überspitzten Fotomontage und einem Symbolfoto: „Es wurde einer Fotodatenbank entnommen.“ Solange es Haare gibt, liegen sich Menschen in denselben, würde Alt-Komiker Heinz Erhardt dazu sagen.

Und dann ist da noch der langjährige Formel-1-Fahrer Gerhard Berger, der nun als Chef der Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM), der Top-Rennserie des deutschen Motorsports, einen sehr kühnen Plan hat. Er will zusätzlich eine Rennserie für reine Elektroautos anbieten, mit „Leistungsspitzen von bis zu 1000 PS“ und mehr als 300 Stundenkilometern, wie er dem Handelsblatt verrät. Am heutigen Donnerstag wirbt Berger bei seinen Partnern für die E-Strategie. Dann werden sie erfahren, dass der Boxenstopp künftig zur High-Tech-Show wird: Neben dem Reifenwechsel sollen Roboter die Batteriepakete der Rennautos tauschen. Das gibt schöne TV-Bilder und könnte sogar die Technikfeindlichkeit der Deutschen dämpfen.

Ich wünsche Ihnen einen fantasiereichen Tag mit viel Antriebsstärke. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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