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Morning Briefing Alarmstufe Rot in der Autoindustrie

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Gewinnwarnungen, Sparprogramme, Entlassungen – der Zustand der deutschen Automobilindustrie ist mehr als besorgniserregend. Es vergeht kaum eine Woche, in der keine Hiobsbotschaft aus Deutschlands wichtigster Industrie Märkte und Mitarbeiter erschüttert. Noch verdienen BMW, Daimler und Volkswagen Milliarden, doch den Beweis ihrer Zukunftsfähigkeit sind die Autokonzerne bisher schuldig geblieben. Der Stolz der deutschen Wirtschaft ist zum Sorgenkind der Nation geworden – Alarmstufe Rot in der Autoindustrie.

Quelle: dpa
Das Erbe, das der neue Daimler-Chef Ola Källenius von Dieter Zetsche übernommen hat, entpuppt sich mehr und mehr als schwere Hypothek.

Die Umstellung des Geschäftsmodells auf E-Mobilität und autonomes Fahren scheint vor allem Daimler größte Schwierigkeiten zu bereiten. Ende vergangener Woche überraschte der Stuttgarter Konzern mit einer zweiten Gewinnwarnung in kurzer Zeit. Das Erbe, das Daimler-Chef Ola Källenius von Dieter Zetsche übernommen hat, entpuppt sich mehr und mehr als schwere Hypothek. Was jetzt zählt, ist Offenheit. Albert Camus kommt einem in den Sinn: „Die einzige Art, gegen die Pest zu kämpfen, ist Ehrlichkeit.“

Während die Old Economy in Deutschland unter Druck steht, glänzen die Digitalunternehmen der New Economy. Amazon will allein in diesem Jahr noch rund 2800 unbefristete zusätzliche Jobs in Deutschland schaffen. Gesucht werden Software-Entwickler, Sprachwissenschaftler und IT-Experten. „Wer Visionen hat, sollte zu Amazon gehen“, sagt Amazons Deutschland-Chef Ralf Kleber. Die Stellenangebote von Amazon sollten der deutschen Wirtschaft Weckruf genug sein: Die Zukunft gehört den Unternehmen, die die Chancen der Digitalisierung am besten nutzen.

Quelle: AFP
Als designierte EZB-Präsidentin hat IWF-Direktorin Christine Lagarde bei deutschen Familienunternehmern schon jetzt einen schweren Stand.
(Foto: AFP)

Seit der Internationale Währungsfonds (IWF) die Familienunternehmen als Grund für die wachsende Ungleichheit in Deutschland ausgemacht hat, rumort es in Deutschlands Firmen. Viele Unternehmer halten die Kritik des Währungsfonds nicht nur für unangemessen, sondern schlicht für falsch.

Im Handelsblatt wehren sich mehrere Familienunternehmer gegen den Vorwurf des IWF. „Die Familienunternehmen investieren den allergrößten Anteil der Gewinne wieder in ihre Unternehmen“, kontert etwa Arndt Kirchhoff vom gleichnamigen Autozulieferer die Kritik. Philip Harting, Chef des Steckerspezialisten Harting, ergänzt: „Hier wird versucht, das deutsche Erfolgsmodell der Sozialen Marktwirtschaft zu zerschlagen.“ IWF-Chefin Christine Lagarde, die als Nachfolgerin von Mario Draghi die Nullzins-Politik der EZB fortsetzen will, hat schon jetzt einen schweren Stand in der deutschen Wirtschaft.

Die Meldung ist wie gemacht für eine kleine Feier im Kanzleramt: Die erneuerbaren Energien haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erstmals mehr Strom geliefert als die Energieträger Kohle und Atomkraft. Die von Kanzlerin Angela Merkel verordnete Energiewende kommt wie gewünscht voran. Das zeigen Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegen. Einen unschönen Nebeneffekt hat der Atomausstieg jedoch: Die Strompreise sind in Deutschland mit die höchsten weltweit. Das muss sich ändern. Dann kommt auch in der Wirtschaft Feierlaune auf.

Quelle: dpa
Der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich für Ursula von der Leyen an der Spitze der EU-Kommission ausgesprochen.

Und dann ist da noch Sigmar Gabriel. Der ehemalige SPD-Chef und Ex-Außenminister hat sich wohlmeinend über Ursula von der Leyen als künftige EU-Kommissionspräsidentin geäußert. Er kritisierte zwar den „Hinterzimmer-Deal“, mit der die Bundesverteidigungsministerin durch die Staats- und Regierungschefs ins Rennen um den politischen Top-Job in Brüssel gebracht wurde. Ansonsten ist Gabriel überzeugt, dass von der Leyen „eine gute Kommissionspräsidentin werden kann“.

In seiner eigenen Partei macht sich Gabriel mit diesem Lob nicht beliebt. Die SPD lehnt die Kandidatur der Ministerin bisher ab. Bonuspunkte bei der SPD-Führung will Gabriel mit seinem Vorstoß sicher nicht sammeln, er denkt wie Paul Newman: „Hast du keine Feinde, dann hast du keinen Charakter.“

Ich wünsche Ihnen einen charakterfesten Start in die Woche. Herzliche Grüße,

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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