Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Morning Briefing Altmaier verspricht Zehn-Milliarden-Euro-Zukunftsfonds

25.09.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Donald Trump hält mit seinen Andeutungen, das Weiße Haus im Fall einer Wahlniederlage nicht freiwillig räumen zu wollen, nicht nur das politische Washington in Atem. Ganz Amerika diskutiert, was passiert, wenn der US-Präsident eine Wahlniederlage nicht akzeptieren würde. Erst am Mittwoch hatte Trump es abgelehnt, eine friedliche Übergabe der Regierungsmacht zu garantieren. „Wir müssen abwarten, was passiert“, sagte Trump. Der Satz klingt wie eine Drohung.

Der Führer der republikanischen Mehrheit im Senat, Mitch McConnell, versicherte nun, es werde im Falle eines Regierungswechsels zu einer Machtübergabe kommen. „Der Sieger der Wahl am 3. November wird am 20. Januar ins Amt eingeführt. Es wird einen geordneten Übergang geben, so wie es seit 1792 alle vier Jahre der Fall war“, schrieb McConnell auf Twitter. Diese Klarstellung sollte bei Trump angekommen sein. Denn Twitter-Nachrichten liest der US-Präsident.

Quelle: imago images/photothek
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier weiß, wie wichtig Psychologie ist.
(Foto: imago images/photothek)

Als Bundeswirtschaftsminister weiß Peter Altmaier, wie wichtig Psychologie ist. Im Interview mit dem Handelsblatt kündigt der CDU-Politiker deshalb einen schnellen Start des Zehn-Milliarden-Euro-Zukunftsfonds an, mit dem die Bundesregierung mehr privates Kapital für innovative Start-ups mobilisieren will. „Ich gehe davon aus, dass wir im ersten Quartal 2021 ein Ergebnis vorstellen können, das eine starke Dynamik auslöst und international ein Zeichen setzt“, sagte Altmaier. Es sei „nicht in unserem Interesse“, wenn deutsche Start-ups zu amerikanischen oder chinesischen Unternehmen würden, weil es zu wenig privates Wagniskapital in Deutschland gibt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Und noch ein Entspannungssignal sendet der Wirtschaftsminister: Trotz der hohen Neuverschuldung in den kommenden Jahren lehnt Altmaier Steuererhöhungen entschieden ab. Man habe in dieser und der vorigen Wahlperiode auf Steuererhöhungen verzichtet und damit hervorragende Erfahrungen gemacht. „Als Bundeswirtschaftsminister werde ich alles tun, damit wir in den nächsten Jahren, in dieser und in der nächsten Legislaturperiode, keine Steuererhöhungen bekommen.“ Man kann für den Standort Deutschland nur hoffen, dass Altmaiers Ankündigungen Wirklichkeit werden.

    Die EU-Kommission blickt zunehmend mit Sorge auf die hohe Zahl an Neuinfektionen in Europa. Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat die EU-Staaten gestern eindringlich aufgefordert, sofort gegenzusteuern. „Das ist womöglich unsere letzte Chance, eine Wiederholung des Geschehens im Frühjahr zu vermeiden“, warnte Kyriakides. Die bisherigen Gegenmaßnahmen seien nicht immer ausreichend gewesen. Deshalb müssten die EU-Staaten beim ersten Anzeichen für einen neuen Ausbruch sofort einschreiten. Der Appell der EU-Kommissarin ist keine Panikmache, sondern ein verzweifelter Weckruf. Der Ernst der Lage wird nicht überall in Europa gleichermaßen verstanden.

    Quelle: Smetek
    Corona hat das Erwerbsleben so drastisch umgewälzt wie zuletzt die Einführung des PC.
    (Foto: Smetek)

    Die Coronakrise zwingt Wirtschaft und Gesellschaft zu radikalen Veränderungen. Kaum etwas bleibt wie es vor der weltweiten Verbreitung von Covid-19 war. Vor allem die Arbeitswelt erlebt eine regelrechte Revolution. Corona hat das Erwerbsleben so drastisch umgewälzt wie zuletzt die Einführung des PC. Hybrides Arbeiten, eine Mischung aus Homeoffice und Büroarbeit, ist längst zur neuen Normalität geworden. Die aktuelle Titelgeschichte „Homeoffice – das Experiment“ analysiert die betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Effekte der neuen Arbeitswelt. Pflichtlektüre für Manager und Angestellte.

    Wie sich die Rolle von Führungskräften in einer hybriden Arbeitswelt ändert, erklärt Telekom-Personalchefin Birgit Bohle im Interview mit dem Handelsblatt. Ihr Credo: „Empathie und Vertrauen werden noch wichtiger.“

    • „Man muss sich darauf verlassen können, dass Mitarbeiter selbständig Entscheidungen treffen und die Bälle nach vorne treiben.“
    • „Sie müssen über Ziele und Ergebnisse führen können und regelmäßig Feedback geben.“

    Mit den Tücken des Homeoffice befasst sich auch Handelsblatt-Kolumnist Tillmann Prüfer. Er geht der nicht unwichtigen Frage nach, was ein Arbeitnehmer steuerlich absetzen kann, wenn er seinen Arbeitsplatz in die heimischen vier Wände verlegt hat. Die Pendlerpauschale entfällt im Homeoffice schon mal. „Führt der Weg zum Arbeitsplatz nur vom Bett zum Küchentisch, wird es schwer, das von der Steuer abzusetzen“, schreibt Prüfer. Es bleibt das Arbeitszimmer, das steuerlich geltend gemacht werden kann. Nur: „Wer von Bett, Sofa oder Küchentisch aus arbeitet, geht leer aus.“ Ein lesenswertes Stück über Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten im Zeitalter von Homeoffice.

    Die juristische Aufarbeitung der Diesel-Affäre geht in die nächste Runde. Und Ex-VW-Chef Martin Winterkorn gerät dabei immer mehr in Bedrängnis. Nachdem der Manager schon wegen Betrugsverdachts auf die Anklagebank soll, hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig jetzt auch den Weg für den Strafprozess wegen Marktmanipulation frei gemacht. Winterkorn wird vorgeworfen, dass er trotz Kenntnis vom Einbau der unerlaubten Abschalteinrichtungen die Öffentlichkeit vorsätzlich nicht rechtzeitig informiert habe. In dem Prozess geht es um viel Geld. Private und institutionelle Investoren fordern eine Entschädigung von neun Milliarden Euro. Die Summe ist weder für Winterkorn noch für VW eine Kleinigkeit.

    Quelle: dpa
    Mit Modepionier Gerhard Weber verliert Deutschland zweifellos eine der bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten.

    Gerhard Weber, der Gründer der bekannten deutschen Modekette Gerry Weber, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Über Jahrzehnte hat er den Modestil des 1973 gegründeten Unternehmens geprägt. In den letzten Jahren musste Gerry Weber gegen wirtschaftliche Schwierigkeiten ankämpfen. Im Rahmen der Sanierung war er, wie alle Aktionäre, entschädigungslos aus dem Unternehmen ausgeschieden. Unvergessen bleibt, dass Weber die damals siebzehnjährige Steffi Graf vor ihren großen Siegen im Tennis als Werbebotschafterin unter Vertrag nahm. Mit Weber verliert Deutschland zweifellos eine der bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten.

    Und dann ist da noch Mathias Döpfner. Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE wird Nachfolger von Verlegerin Friede Springer. Sie schenkt Döpfner nicht nur einen großen Teil ihrer Anteile an dem Medienkonzern, sie überträgt ihm zusätzlich die Stimmrechte an ihrem verbleibenden Aktienpaket. Döpfner steigt zum mächtigsten Mann bei Springer auf. In einer Mitteilung schrieb Friede Springer: „Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich mit Mathias meinen Nachfolger gefunden habe.“ Mathias Döpfner dürfte ebensolche Dankbarkeit empfinden.

    Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

    Herzliche Grüße,

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

    Hier können Sie das Morning Briefing abonnieren.

    Morning Briefing: Alexa
    Startseite
    Mehr zu: Morning Briefing - Altmaier verspricht Zehn-Milliarden-Euro-Zukunftsfonds
    0 Kommentare zu "Morning Briefing : Altmaier verspricht Zehn-Milliarden-Euro-Zukunftsfonds"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%