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Morning Briefing America first, Huawei last

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

es gibt für Donald Trump nicht nur Schurkenstaaten, sondern auch Schurkenkonzerne. Ganz oben auf der Liste: Chinas Telekommunikationskonzern Huawei, der angeblich bei Spionage helfen soll. Die British Telecom hat auf US-Ansinnen hin nun begonnen, Huawei-Teile aus dem 3G- und 4G-Mobilfunknetz zu entfernen. In den Vereinigten Staaten, Neuseeland und Australien bleibt der chinesische Ausrüster beim künftigen 5G-Netz außen vor, während die Deutsche Telekom solche Vorsichtsmaßnahmen genauso ablehnt wie die Spionage-Storys an sich. Der größte Schlag gegen die Chinesen erfolgte im kanadischen Vancouver: Dort wurde Konzernfinanzchefin Meng Wanzhou verhaftet, da sie die US-Sanktionen gegen Iran ignoriert habe. Wahrscheinlich geht es weniger um die Sache als um den Namen: Sie ist die Tochter des Firmengründers und Ex-Armeeoffiziers Ren Zhengfei.

Quelle: AFP
Neue Dokumente setzen Facebook-Chef Mark Zuckerberg weiter unter Druck.
(Foto: AFP)

Nicht jeder darf Freund mit Mark Zuckerberg und seinem Datengespinst Facebook sein. Twitter zum Beispiel ist kein „Bel Ami“ im System, weswegen Internetpionier Zuckerberg persönlich entschied, den Zugang zur Freunde-Suche bei Facebook für Twitters App Vine zu beenden. Das war „Blacklisting“. Netflix und Airbnb tauchten dagegen bei einem „Whitelisting“ auf, was den Weg zu sensiblen Daten der Facebook-Nutzer öffnete, offenbar gegen Vergütung. All diese etwas klebrigen Interna breiten Dokumente aus, die jetzt ein britischer Parlamentsausschuss publizierte.

Die krasse digitale Unterversorgung deutscher Schulen führt nicht zu Investitionen, sondern zum politischen Grundsatzstreit. Die 16 Bundesländer wehren sich dagegen, dass die Bundesregierung das Grundgesetz ändern will, um so die geplante Gabe von fünf Milliarden Euro für Computer und Infrastruktur (Digitalpakt) eng zu begleiten. Die Ministerpräsidenten befürchten Machtübernahme durch den Hintereingang und votierten dagegen. Finanzhilfe ist ihnen lieb, Föderalismus aber heilig. Hunderttausende deutsche Schüler werden auf ihren iPhones und iPads dieser Tage nachlesen, was Union und SPD da gerade vergurken – obwohl die beiden Parteien sowohl im Bund als auch in vielen der rebellierenden Länder die Mehrheit stellen.

Quelle: dpa
Milliardär Dietmar Hopp hat 1,4 Milliarden Euro in den Biotech-Sektor investiert.

Im Sport hat Milliardär Dietmar Hopp als Mäzen Akzente gesetzt – egal, ob bei TSG Hoffenheim (Fußball), Rhein-Neckar Löwen (Handball) oder Adler Mannheim (Eishockey). Vergleichbare Fortüne verspricht sich der SAP-Mitgründer im Biotech-Sektor, in den er 1,4 Milliarden Euro investiert hat. Nach einigen Fehlschlägen erhofft er sich von den verbliebenen zehn Firmen im Portfolio Feuerkraft – etwa durch einen Börsengang der Tübinger Curevac. Das eingesetzte Kapital werde sich mindestens verdreifachen, kündigt Hopp im Handelsblatt an. Das klingt ein wenig, als werde die TSG Hoffenheim demnächst zugleich Deutscher Meister und Pokalsieger.

Eine Mitteilung ist heute von der Marke VW und ihrem operativen Chef Ralf Brandstätter zu erwarten. Nach unseren Erkenntnissen soll die Marge bis 2023 von derzeit vier auf sechs Prozent steigen – zwei Jahre früher als geplant. Unter dem Strich soll das Ergebnis durch ein resolutes Sparprogramm in diesen vier Jahren insgesamt um sechs Milliarden Euro steigen. Geld, das für Elektromobilität und autonom fahrende Autos dringend gebraucht wird. Der Spruch des Tages hierzu kommt von Cicero: „Die Menschen verstehen nicht, welch große Einnahmequelle in der Sparsamkeit liegt.“

Vor zweieinhalb Jahren kochte der Skandal um die „Panama Papers“ hoch. In den USA kommt es in der Folge nun zu einer Anklage gegen zwei Deutsche – wegen Geldwäsche und Steuerbetruges, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Es handelt sich um Harald Joachim von der Goltz, Erbe eines Kaffeeimperiums in Guatemala, sowie seinen Vermögensverwalter Dirk Brauer. Der Helfer arbeitete für jene Panama-Kanzlei Mossack Fonseca, die als Drehscheibe für Briefkastenfirmen und Strohmänner bekannt wurde, im März 2018 jedoch ihr operatives Geschäft einstellte. Für manche Deals ist Licht extrem schädlich.

Und dann ist da noch Tania Singer, 48, Psychologin und Hirnforscherin, die am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig ihren Posten als Abteilungs-Direktorin verliert. Der weltweit führenden Empathie-Forscherin fehlte es offenbar just daran – an Empathie. Singer soll über Jahre Mitarbeiter und Doktoranden gemobbt haben, was sie bestreitet. Eine eingesetzte Kommission bescheinigte ihr dann im November „erhebliches Führungsfehlverhalten“. Vielleicht hätte die Wissenschaftlerin Laotse lesen sollen: „Wer Menschen führen will, muss hinter ihnen gehen.“

Ich wünsche Ihnen viel Sympathie und Empathie an diesem Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor / Handelsblatt-Autor


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