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Morning Briefing Angstblüten an der US-Börse

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

drei Vorfälle in Hessen. Drei Gewalttaten kurz hintereinander. Drei Warnzeichen. 2. Juni, Wolfhagen: Der Neonazi Stephan E. erschießt den Regierungspräsidenten Walter Lübcke auf dessen Terrasse. 22. Juli, Wächtersbach: Ein 55-jähriger deutscher Sportschütze verletzt aus Rassenhass mit einer Schusswaffe einen Eritreer schwer und tötet danach sich selbst. Gestern, Frankfurt: Ein Eritreer stößt am Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen vor den einfahrenden ICE. Der Junge stirbt, seine Mutter kann sich retten. Geschockt schauen wir auf die Multiplizierung der Extreme – und vermuten, der Bedeutungsverlust von Kirche, Partei, Gewerkschaft und Medien habe damit zu tun. Keine Gesellschaft überlebt ohne ihre Institutionen.

Quelle: AP
US-Notenbankchef Jerome Powell wird in dieser Woche höchstwahrscheinlich die niedrigen Zinsen weiter senken.
(Foto: AP)

Alle Daten der Vereinigten Staaten deuten auf einen Boom. Die Arbeitslosigkeit liegt auf einem historischen Tiefpunkt. Und doch wird US-Notenbankchef Jerome Powell in dieser Woche mit höchster Wahrscheinlichkeit die schon niedrigen Zinsen weiter senken. Die Hochkonjunktur, auch sie schon rekordmäßig lang, soll verlängert werden – wenn es nach Präsident Donald Trump geht, am besten die ganze Wahlkampfperiode bis Herbst 2020 hindurch. Powells Powerplay dürfte am Ende jedoch mehr den Angstblüten der Börsen dienen als der Realwirtschaft. Hier werden die tieferen Ursachen der nächsten Finanzkrise geschaffen.

Auf die wochenlangen Proteste in Hongkong reagiert nun die Staatsgewalt. Die Stadtverwaltung der Metropole spricht von schrecklichen Vorgängen, einige wenige Radikale hätten Wohlstand und Stabilität geschadet. „People‘s Daily“, das Organ der Kommunistischen Partei Chinas, reicht wiederum den Vorwurf nach, Menschenrechtsaktivisten hätten mit „westlichen Kräften“ kooperiert: Hier würden die „Wölfe“ in die Häuser geführt und die Republik verletzt. Einig ist man sich der Forderung nach harten Strafen. Das wiederum wird in der einstigen Kronkolonie mit Sicherheit zu neuen Protesten führen. Im Fall Hongkong scheint eine alte Weisheit von Leo Tolstoi zu gelten: „Alle denken nur darüber nach, wie man die Menschheit ändern könnte, doch niemand denkt daran, sich selbst zu ändern.“

Quelle: dpa
SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner steht vor einem Neustart des Projekts S/4 Hana.

Starke Zitate fallen jederzeit auf den Urheber zurück – im Guten wie im Schlechten. „Wenn das nicht funktioniert, sind wir tot“, sagte Hasso Plattner im Februar 2015 über das damals gestartete wichtigste Produkt des Softwarekonzerns SAP: S/4 Hana. Nun sieht es so aus, als müssten die Walldorfer damit für ihr Glück einen Neustart wagen. 11.500 Kunden haben das Paket zwar gekauft, aber nur 3180 wenden es an. Es ist zu aufwendig. Unsere Titelstory erklärt, wie eine Reorganisation sicherstellen soll, dass der Albtraum von Aufsichtsratschef Plattner nicht wahr wird.

Mit dieser Ausgabe starten wir eine neue Serie: „Klimapioniere. Es geht darum, von internationalen Projekten im Kampf gegen die globale Erderwärmung zu lernen. Zum Auftakt schauen wir nach Norwegen, wo es schon seit fast drei Jahrzehnten eine CO2-Steuer gibt, der Anteil von Stromautos an Pkw-Neuzulassungen bei 60 Prozent liegt und Kohlendioxid in alte Öl- und Gasfelder gepresst wird („CCS-Technologie“). Die Technik ist umstritten, hilft aber, ambitionierte Klimaziele einzuhalten.

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Quelle: dpa
Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny soll im Gefängnis mit einer chemischen Substanz in Berührung gekommen sein.

Und dann ist da noch der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, 43, dessen Leben sich derzeit zwischen Kundgebungen und Gefängnisaufenthalten abspielt. Seine Anwältin ist sich sicher, der Wladimir-Putin-Kritiker sei in Russland während der Haft mit einer chemischen Substanz in Kontakt gekommen – er leidet unter angeschwollenen Augenlidern und roten Hautstellen. Nach kurzer ärztlicher Betreuung im Krankenhaus sitzt Nawalny inzwischen wieder im Gefängnis. Und wieder bleibt ein Kandidat für die Kommunalwahl in Moskau außen vor.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Tag und Start in die Woche. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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