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Morning Briefing Annäherung im Handelskrieg

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der Handelskrieg zwischen den USA und China hält die Weltwirtschaft seit mehr als einem Jahr in Atem. Nun gibt es ernst zu nehmende Hinweise auf Entspannung: Führende Regierungsvertreter beider Länder haben sich darauf verständigt, die Strafzölle bei Fortschritten in den Verhandlungen zu einem Handelsabkommen schrittweise zu senken. Das ist noch kein Durchbruch, aber ein großer Schritt nach vorn. Im Handelskonflikt kehrt endlich die Vernunft zurück.

Quelle: dpa
Die Annäherung zwischen China und den USA ist kein Durchbruch, aber ein großer Schritt nach vorn.

Die neue Rationalität zwischen Washington und Peking sorgte für spontane Erleichterung am deutschen Aktienmarkt. Der Dax erreichte mit knapp 13.300 Punkten ein neues Jahreshoch. Tagessieger im Aktienindex waren Siemens und Lufthansa, die mit positiven Zahlen die Anleger überraschten. Bei allen konjunkturellen Schwierigkeiten: Die deutsche Wirtschaft liefert immer wieder Gründe für Zuversicht.

Nach der Deutschen Bank will auch die zweitgrößte deutsche Privatbank ihren Kunden Strafzinsen in Rechnung stellen. „Wir fangen jetzt mit Kunden mit hohen Einlagen an“, verkündete gestern Commerzbank-Finanzchef Stephan Engels reichlich emotionslos. Noch ist weder bekannt, was die Bank mit „hohen Einlagen“ meint, noch wann Kunden mit geringeren Einlagen belangt werden. Das Markenversprechen der Commerzbank „Die Bank an Ihrer Seite“ wird aber schon jetzt mehr und mehr zur Drohung.

Ein Gutes könnte die Einführung von Strafzinsen auf Spareinlagen haben: Die Deutschen legen möglicherweise mehr Geld in Aktien an. Warum auch nicht? Die Börse ist nicht ohne Risiko, aber allemal sicherer als das Girokonto. Allen Skeptikern hilft vielleicht eine Börsenweisheit: „Wer mit Aktien Geld verdienen will, macht dies nicht mit dem Kopf oder mit dem Bauch, sondern mit dem Hintern, indem er möglichst lange drauf sitzen bleibt.“

Die CDU-Chefin und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in dieser Woche eine regelrechte PR-Offensive gestartet. Gleich bei mehreren Themen hat AKK für Gesprächsstoff gesorgt: Die Bundeswehr will sie häufiger im Ausland einsetzen, den chinesischen Telekomausrüster Huawei will sie im Zweifel vom deutschen Mobilfunknetz ausschließen und jetzt wirbt sie für den Aufbau eines Nationalen Sicherheitsrats. So viel Gestaltungswille war lange nicht bei AKK.

Quelle: dpa
Annegret Kramp-Karrenbauer will die Bundeswehr mehr im Ausland einsetzen.

Der Nationale Sicherheitsrat soll nach den Vorstellungen von Kramp-Karrenbauer Instrumente von Diplomatie, Militär, Wirtschaft, Handel, Innerer Sicherheit und Entwicklungszusammenarbeit koordinieren. AKK begründete ihren Vorschlag mit den neuen Herausforderungen, die auf Deutschland zukommen, insbesondere durch autoritäre Staaten. Man kann darüber streiten, ob Deutschland einen solchen Sicherheitsrat braucht. Richtig ist aber, dass sich die Bundesregierung darüber klar werden muss, welche Rolle Deutschland in der Weltpolitik übernehmen will. Die aktuelle Zuschauerrolle ist für die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt sicher nicht die richtige.

Nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses haben die Liberalen den Einzug in den Thüringer Landtag geschafft. Die Fünf-Prozent-Hürde hat die FDP demnach mit gerade einmal 73 Stimmen genommen. Ein Erfolg für Landeschef Thomas Kemmerich. An der politischen Situation ändert das Ergebnis nichts: Einer erneuten rot-rot-grünen Regierung fehlen vier Stimmen für eine Mehrheit. Die Liberalen könnten mit ihren fünf Stimmen Mehrheiten organisieren. Sollte es dazu kommen, kann sich der Thüringer FDP-Chef strenger Beobachtung durch FDP-Boss Christian Lindner sicher sein. Hier gilt das Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Die meisten Deutschen haben für den aktuellen Streik bei der Lufthansa wenig Verständnis. Um weitere Flugausfälle zu vermeiden, zeigt sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprächsbereit. Die Airline will mit allen drei Gewerkschaften der Kabine sprechen. „Dieses schließt ausdrücklich auch wieder Gespräche mit der UFO ein – mit dem Ziel, im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter die gestern von der UFO angebotene Schlichtung zu vereinbaren“, sagte Spohr. Das Gesprächsangebot ist ein erster Schritt, dem hoffentlich weitere folgen. Die Deutsche Bahn ist nämlich nicht auf allen Strecken eine Alternative zum Fliegen.

Apropos Bahn: Der hochverschuldete Staatskonzern kommt nicht zur Ruhe. Kaum ein anderes deutsches Unternehmen hat in der vergangenen Zeit so viele Hiobsbotschaften produziert wie die Deutsche Bahn. Entsprechend chaotisch verlief die gestrige Aufsichtsratssitzung, bei der wichtige Fragen unbeantwortet blieben. Weder zur Zukunft von Finanzvorstand Alexander Doll gab es eine Entscheidung, noch zum geplanten Verkauf der Auslandstochter Arriva. Die Deutsche Bahn hat viele Probleme. Das größte ist offenbar ihr Führungsproblem.

Quelle: Thomas Kuhlenbeck
Die drei Milliardäre Elon Musk, Richard Branson und Jeff Bezos drängen ins All.
(Foto: Thomas Kuhlenbeck)

Das Weltall hat die Menschen schon immer fasziniert. Jetzt entwickelt sich die Raumfahrt immer mehr zum Geschäftsmodell für mutige Unternehmer. Nur ein Viertel der Umsätze entfällt auf staatliche Raumfahrtprojekte, drei Viertel auf privatwirtschaftliche Vorhaben. Tesla-Gründer Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos und der britische Multi-Unternehmer Richard Branson sind die großen Spieler im Milliardenmarkt Weltraum. Die aktuelle Handelsblatt-Titelgeschichte analysiert das Geschäft mit der Raumfahrt und beschreibt die Herausforderungen der ehrgeizigen Pläne. Noch heute gilt der Satz des römischen Philosophen Seneca: „Es gibt keinen bequemen Weg, der von der Erde zu den Sternen führt.“

Warum hält der Schauspielstar Moritz Bleibtreu die Marktumbrüche durch die neuen Streaming-Giganten Netflix und Co für gefährlich? Wie werden in der Ikea-Zentrale im schwedischen Älmhult die berühmt-berüchtigten Bauanleitungen designt, damit sie auf der ganzen Welt verstanden werden? Und welche Uhren-Innovationen zwischen 135 und 955.000 Euro gehören zu den schönsten des Jahres? Auf all diese Fragen gibt das aktuelle Handelsblatt Magazin Antworten.

Und dann ist da noch Michael Bloomberg. Nach einem Bericht der „New York Times“ bereitet der Medienunternehmer offenbar seine Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten vor. Schon im März dieses Jahres hatte Bloomberg US-Präsident Donald Trump als gefährlich für die USA bezeichnet und gesagt: „Ich glaube, ich würde Donald Trump schlagen.“ Gut so. Konkurrenz belebt nicht nur das Geschäft, sondern auch die Demokratie.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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