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Morning Briefing Aufstand der Staatsanwälte gegen T-Mobile

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

gerade haben Sie den Begriff „Fintech“ gelernt, da müssen Sie das Vokabular schon um das viel schwergängigere Wort „Insurtech“ erweitern. Gemeint sind digitale Versicherer, die auf Millennials und Algorithmus pur setzen – und die Ihnen Serviceroboter wie „Maya“ anbieten, wenn es Fragen mit der Police gibt. Herr Kaiser ist jetzt ein Chatbot. Mit Maya und Marketing-Gorillaposen greift seit Dienstag ein US-Anbieter namens Lemonade in Deutschland an. Die Attacke gilt – mit Hilfe des französischen Axa-Konzerns – etwa auch der Allianz, die sogar Geld in den Limo-Betrieb steckte. „Deutschland ist nur der Anfang“, sagt uns Mitgründer und Co-Chef Daniel Schreiber, „hier haben wir eine Lücke ausgemacht.“

In den USA schlägt die Stimmung gegen die allmächtigen Tech-Konzerne um: Sie haben längst die Macht von Standard Oil und AT&T erreicht, die einst zerschlagen wurden. In dieser Lage klagen nun zehn US-Staatsanwälte aus zehn von Demokraten regierten Staaten gegen die geplante Übernahme des Rivalen Sprint durch T-Mobile US, die von Republikanern für gut befunden worden war. Der Deal der Deutsche-Telekom-Tochter hatte schon etliche Kartell-Hürden genommen. Aber „bigger“ ist schon lange nicht mehr „better“. Das sei „eine jener verbraucherschädigenden, jobkillenden Megafusionen, die unsere Anti-Trust-Gesetze verhindern sollen“, ätzt Letitia James, Vertreterin des Bundesstaates New York.

Die Regierung hat gerechnet – durch Digitalisierung werden in Deutschland bis 2035 rund vier Millionen Jobs wegfallen, aber auch 3,3 Millionen entstehen. Ohne entsprechende Weiterbildung könne es allerdings zu Produktionsausfällen von 100 Milliarden Euro im Jahr kommen, kalkuliert Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) im Handelsblatt-Interview weiter: „Deshalb müssen wir hier etwas tun.“ Er hat zusammen mit Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) eine „Nationale Weiterbildungsstrategie“ formuliert, die heute vorgestellt wird. Ein neues Gesetz soll es künftig Geringqualifizierten ermöglichen, einen Berufsabschluss nachzuholen. Ein neues Onlineportal entsteht, um Weiterbildungsangebote zu bündeln. Die Zukunft beginnt im digitalen Klassenraum.

Quelle: dpa
Kevin Kühnert sorgte mit Aussagen über einer Kollektivierung von Firmen wie BMW für Aufruhr.

Vor ein paar Wochen hat ein etwas wirres Interview des Juso-Chefs Kevin Kühnert viele aufgeschreckt. Er brachte bekanntlich eine Kollektivierung von Firmen wie BMW in die Debatte. Nun jedoch zeigt sich bei einer Gehälter-Analyse der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Erstaunliches. Fatal ungerecht geht es demnach ausgerechnet bei Volkswagen zu, wo die Vorstände im Schnitt 97-Mal so viel verdienen wie die angestellten Mitarbeiter (Dax-Durchschnitt: 52-Mal). Und dabei sind die Wolfsburger ja in Kühnerts Sinne „teilkollektiviert“ (das von seiner SPD geführte Land Niedersachsen hat 20 Prozent). Und was ist schließlich mit seinem Zugriffsobjekt BMW (Großaktionär: Familie Quandt)? Hier erlöst der Vorstand nur 31-Mal so viel wie die Belegschaft, kapitalistische Ausbeutung sieht anders aus.

Vielleicht fußt der ganze „Kevinianismus“ einfach auf ein paar falschen Annahmen. Vielleicht hat die neue Hoffnung der SPD, die es sogar Sankt-Martin-mäßig aufs Cover des „Spiegel“ gebracht hat, ja nur ein wenig intellektuell über ein paar Marx-Themen improvisiert. Aber irgendwie würde es einen andererseits jetzt auch interessieren, was Kühnert zu aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh wegen möglicher Beihilfe zur Untreue sagt. Es geht um dessen altes Salär, das dank Boni auf 750.000 Euro im Jahr anwachsen konnte und das inzwischen drastisch gekürzt wurde. „Man muss nur wenige Dinge richtig machen, solange man nicht zu viele Fehler macht“, kommentiert Star-Investor Warren Buffett.

Für die SPD ist die „K-Frage“ inzwischen ein irreales Element in jenen gruppendynamischen Diskussionen, die sich nach dem Abgang der großen Vorsitzenden Andrea Nahles in die Hinterstube verlagert haben. Dafür trumpft nun die CDU mit dem vermaledeiten K-Ding aller Machtkämpfe auf. Fraktionschef Ralph Brinkhaus doktriniert zielgenau bei dpa zu Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer: „Und sie wird auch unsere nächste Kanzlerkandidatin sein.“ Das ist eines jener Praecox-Bulletins, die unbedingt etwas verhindern wollen. Im Falle „AKK“, dass eine Bewerbung des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet zu rasch an Fahrt gewinnt. Oder, mit den Worten von Alfred Polgar: „Der Kreisel muss sich drehen, wenn er nicht umfallen will.“

Quelle: AP
Lionel Messi kassierte laut „Forbes“ so viel Geld wie kein anderer Sportler auf der Welt.
(Foto: AP)

Und dann ist da noch der Fußballer Lionel Messi, der mit seinem FC Barcelona zwar nur einen Titel feierte, der aber dennoch so viel Geld kassierte wie kein anderer Sportler auf der Erde: 127 Millionen Dollar, wie „Forbes“ ermittelt hat. In dieser Hitparade folgen mit Christiano Ronaldo (109 Millionen Dollar) und Neymar (105 Millionen) zwei weitere Fußballer. Erst danach kommen Vertreter anderer Sportarten, Canelo Alvarez (Boxen) und Roger Federer (Tennis). Als einkommensstärkster deutscher Sportler taucht Sebastian Vettel mit 40 Millionen Dollar auf. Der Formel-1-Pilot träumt derzeit allerdings nicht vom Gewinn, sondern vom Gewinnen.

Ich wünsche Ihnen einen Tag mit großen und kleinen Siegen. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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