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Morning Briefing Auge um Auge in Israel

11.05.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

eine Konstante weltpolitischer Unruhen ist seit Jahrzehnten der Nahost-Konflikt. Jetzt ist es wieder soweit. Palästinenser und Israelis scheinen jegliche Zurückhaltung aufgegeben zu haben, nachdem Streitigkeiten rund um den Tempelberg und die Al-Aqsa-Moschee eskalierten. Zunächst feuerten militante Palästinenser 150 Raketen aus dem Gaza-Gebiet auf israelisches Territorium, darunter Jerusalem, dann antworte Israels Luftwaffe mit einem Bombardement auf den Gaza-Streifen. 20 Palästinenser sollen getötet worden sein.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte kurz vor dem Machtverlust gestanden, nun profiliert er sich als Schutzpatron des israelischen Volks: „Wer uns angreift, wird einen hohen Preis zahlen.“ Offenbar müssen Friedensbewegte in dieser Region Nostalgiker sein: Man erinnert sich wehmütig an 1994, als Jassir Arafat, Shimon Peres und Jitzchak Rabin zusammen den Friedensnobelpreis erhielten.

Quelle: Dell
Michael Dell, der CEO und Chairman von Dell Technologies.
(Foto: Dell)

Michael Dell ist einer jener prominenten Studienabbrecher aus den USA, die richtig Karriere in der IT-Wirtschaft machten. Das Unternehmen des verhinderten Arztes existiert seit 1984, heute setzt Dell Technologies knapp 100 Milliarden Dollar um. Hardware, Software und IT-Infrastruktur sollen künftig in einem neuen Service-Modell zu mieten sein. Im Handelsblatt-Interview sagt der 56-jährige CEO und Chairman über…

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    • die Knappheit bei Halbleitern: „Mit einem Bestellvolumen von 70 Milliarden Dollar jährlich sind wir der größte Kunde für viele Halbleiterhersteller. Deswegen standen wir ganz vorn in der Schlange und konnten uns Lieferkontingente sichern. Besonders schwierig sind ältere Halbleiter mit 28 Nanometern und größer zu bekommen. Die Knappheit wird wahrscheinlich ein paar Jahre anhalten.“
    • den Plan von Intel, in Deutschland Halbleiter zu produzieren: „Es wäre großartig, wenn eine Chipfabrik in Deutschland gebaut würde, denn je näher sie an unseren Produktionsstätten liegt, desto besser.“
    • die Zukunft: „Die vergangenen zwei, drei Jahrzehnte waren atemberaubend gut für den menschlichen Fortschritt. Aber das war erst das Vorspiel für die Dinge, die da kommen. Technologie wird eine große Rolle dabei spielen, beispielsweise in der Schnittmenge von Biologie und Informatik.“ Wer es nicht glaubt, muss nur den Begriff „mRNA“ in die Suchmaske eingeben.

    Covid und der Patenschutz: Lauten Beifall gab es, als die USA ein Aufheben des Patentschutzes forderten, damit ärmere Länder besser mit Vakzinen zu versorgen seien. Einen Kontrapunkt setzt Emer Cooke, die Chefin der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema). „Keiner unserer bestehenden Impfstoffe wäre ohne ein Umfeld entstanden, das Innovationen ermöglicht“, sagt sie im Gespräch mit dem Handelsblatt und drei weiteren europäischen Zeitungen. Die gelieferten Impfstoff-Mengen würden rasch ansteigen, so Cooke, und die EU arbeite daran, dass diese Dosen auch Afrika zugutekommen.

    Wenn die Ema – wie zu erwarten – im Juni das Serum von Biontech/Pfizer auch für Teenager freigibt, zementiert sich dessen Vormachtstellung in Europa. Die USA haben die Genehmigung jetzt schon auf den Weg gebracht. Biontech ist unter solchen Bedingungen der Shootingstar der Pharmabranche. Die letzten Zahlen für 2021: Der Umsatz wächst um ein Viertel auf 12,4 Milliarden Euro, unterm Strich sind mehr als sechs Milliarden Profit zu erwarten. Man nennt das „Pioniergewinne“.

    Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die erste Impfung mit Biontech allerdings keine Erleichterung gebracht. Der 71-Jährige wurde überraschend positiv getestet und muss nun in häusliche Isolation. In der vorigen Woche hatte der Bayer noch an einer Sitzung des Bundeskabinetts teilgenommen. Auffällig in der Impfdebatte war Seehofer Anfang April geworden. Da widersetzte er sich dem Appell von Gesundheitsminister Jens Spahn, ältere Kabinettskollegen sollten sich mit Astra-Zeneca impfen lassen. Seehofers Spruch: „Ich lasse mich nicht bevormunden.“

    Quelle: dpa
    Die FU Berlin soll sich dafür ausgesprochen haben, Franziska Giffey den Doktortitel abzuerkennen.

    Wem es aus nachvollziehbaren Gründen zu billig ist, sich über den Grünen Boris Palmer auszulassen, diesem Grenzfall zwischen Genie und Gefallsucht, der kommt doch an Franziska Giffey nicht vorbei. Auch sie ist ein großes politisches Talent mit Makel: Nach Medienberichten soll sich die Prüfungskommission der Freien Universität (FU) Berlin dafür ausgesprochen haben, ihr den Doktortitel abzuerkennen. Seit Januar hatte die FU Plagiatsvorwürfe erneut geprüft. Die amtierende Familienministerin, die derzeit selbst auf den „Doktor“ verzichtet, hat noch knapp drei Wochen Zeit für eine Stellungnahme. In der Vergangenheit erklärte die Sozialdemokratin mit einer gewissen Beharrlichkeit, die Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen“ verfasst zu haben. Gewissen ist nach Friedrich Hebbel „die Wunde, die nie heilt und an der keiner stirbt“.

    Aus den USA kommt eine bemerkenswerte Nachricht über Party-Drogen: Zwar sind sie kriminalisiert, aber unter ärztlicher Begleitung sollen sie etwa bei posttraumatischem Belastungsstress helfen. Das geht auf Resultate des Forschers Rick Doblin bei einem ersten Kliniktest zurück, die er in „Nature Medicine“ veröffentlichte. Demnach könnte MDMA, in der Clubszene als Ecstasy und Molly bekannt, positiv wirken. Schon vor einigen Wochen war in der wissenschaftlichen Literatur bekannt geworden, dass der Stoff Psilocybin aus „Magic Mushrooms“ einen Nutzen im Kampf gegen Depression habe. Schon ab 2023 könnten solche Substanzen in den USA für Therapiezwecke erlaubt werden. Ein Markt tut sich auf. Der 67-jährige Doblin sagt der „New York Times“: „Manchmal wache ich auf und kann nicht glauben, wie weit wir gekommen sind.“

    Quelle: dpa
    Jeff Bezos soll sich für 500 Millionen Dollar eine Jacht bauen lassen.

    Und dann ist da noch Amazon-Gründer Jeff Bezos, der im Wettkampf der Tech-Milliardäre um das größte Boot der Welt offenbar höchste Ansprüche hat. Er soll sich von der niederländischen Firma Oceanco eine 127 Meter lange Luxus-Jacht bauen lassen. Details über „Project 721“ verbreitet der Journalist Brad Stone in seinem Buch „Amazon Unbound“. Demnach sei auch eine „Nebenjacht“ mit Hubschrauberlandeplatz geplant, schließlich hat Bezos‘ Partnerin Lauren Sanchez eine eigene Fluglizenz.

    Die Gesamtkosten für die fortgeschrittenen Wasserspiele sollen bei weit über 500 Millionen Dollar liegen. „Peanuts“ für jemanden mit mehr als 200 Milliarden Vermögen. „Die Leidenschaften des Menschen sind wie der Wind für Segelschiffe“, kommentiert Voltaire: „Sie können ihn zerstören, aber ohne sie kann er nicht vorwärtskommen.“

    Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag mit viel Rückenwind.
    Es grüßt Sie herzlich
    Ihr
    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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