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Morning Briefing Billionen-Defizit in den USA

1 Kommentar

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Adam Riese ist kein Amerikaner. Die Geschäfte laufen gut, doch die Kasse ist leer. Erinnern wir uns: Der Aufschwung begann schon mit Barack Obama, sein Nachfolger Donald Trump feuerte mit Steuernachlass für jedermann nach und gab das Geld mit vollen Händen aus. Nun steht fest, dass dem US-Haushalt im Wahljahr 2020 die runde Summe von einer Billion Dollar fehlen wird. So weit sollte der Pumpkapitalismus Made in USA eigentlich erst 2022 sein. Eine solche Lücke hat den Nachteil, dass man sich Geldgeber suchen muss – die die USA viele Jahre ausgerechnet in Trumps Handelskriegsgegner China fanden.

Quelle: dpa
Die renitenten Dänen wollten mit Trump nicht über einen Verkauf von Grönland reden: Jetzt sagte er seine Reise nach Kopenhagen ab.

Diesmal ist nicht etwas faul im Staate Dänemark, sondern im Staate Donald Trump. Das kleine nordeuropäische Land lästert kollektiv über „Potus“: weil der President of the United States so richtig in die Tasten haute und seine für September geplante Reise nach Kopenhagen abgesagt hat. Die renitenten Dänen hatten einfach nicht über einen Verkauf von Grönland reden wollen. Regierungschefin Mette Frederiksen fand die Idee absurd, jetzt ist sie enttäuscht – was Trump mit seinem Lieblingswort „nasty“ kommentiert. Potus sei ein „Narr“, sagt man sich in Dänemarks politischer Elite. Zitieren wir zum Schluss nicht „Hamlet“, sondern „Heinrich V.“: „Hohle Töpfe haben den lautesten Klang.“

Eine verkappte Reichensteuer hat sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit der Beibehaltung des vollen Solidaritätszuschlages für 3,5 Prozent der Steuerzahler einfallen lassen. Im Kabinett setzte sich der Kanzleraspirant durch, im Gerichtssaal könnte er scheitern. Nach unseren Informationen hat ein Ehepaar aus Bayern Klage eingereicht. Der Prozessbevollmächtigte Michael Sell ist vom Fach, bis vorigen Herbst war er Steuerabteilungsleiter im Scholz-Ministerium. Seiner Meinung nach darf der „Soli“ nicht fortleben, da der Solidarpakt II für Ostdeutschland Ende 2019 ausläuft. Auch der Bund der Steuerzahler hält den praktizierten Scholzismus für nicht „verfassungsfest“ und unterstützt die Klage.

Überdruss empfindet die Lufthansa bei ihrer Cateringtochter LSG Sky Chefs. Der Verkauf geht in die entscheidende Phase, schreibt mein Kollege Jens Koenen. Demnach ist der zum Rivalen Emirates gehörende Dienstleister Dnata aus dem Rennen. Doch nun gibt es über den weiteren Fortgang intern Streit. Der Vorstand favorisiert Do&Co aus Österreich, gelenkt von Attila Dogudan, der mit Formel-Eins-Catering groß wurde. Da es bei ihm aber keinen Tarifvertrag geben würde, sprechen sich Betriebsrat und Verdi lieber für Marktführer Gategroup aus der Schweiz aus. Solche Liebschaften sind, frei nach Heinz Erhardt, wie Pilzgerichte: „Ob sie ungefährlich waren, weiß man erst später.“

Quelle: AFP
Mark Zuckerberg: Die EU-Kommission wittert Wettbewerbsverstöße bei der von Facebook geplanten Kryptowährung Libra.
(Foto: AFP)

Bei Facebook ist so viel Marktmacht versammelt, dass jedes neue Manöver Argwohn erregt. So ergeht es dem US-Riesen von Mark Zuckerberg bei der geplanten Kryptowährung Libra. Die EU-Kommission wittert Wettbewerbsverstöße, da auch Größen des Zahlungsverkehrs wie Mastercard, Visa, Paypal und Uber als Partner involviert sind. Die EU-Untersuchung steht noch ganz am Anfang. Nach unseren Informationen prüft Brüssel auch die Vernetzung von Libra mit Facebook-Diensten wie Whatsapp oder Messenger.

Wenn in einem Wettbewerb sieben Jahre hintereinander derselbe Verein gewinnt, kann es mit der Chancengerechtigkeit nicht weit her sein. Das sagten sich 16 Vereine der Fußball-Bundesliga auch, formierten ein „Team Mittelstand“ und wollen nun mehr Geld von den üppig sprudelnden TV-Einnahmen. Dauermeister FC Bayern München würde als Tabellenerster – nach englischem Vorbild – nur noch das 1,6-Fache des Tabellenletzten bekommen, nicht mehr das 3,9-Fache. Erste Folge der Mittelstandsrebellion: Nur noch der FCB, nicht aber Borussia Dortmund sitzt im Präsidium der Deutschen-Fußballliga (DFL). So viel Konspiration nervt Bayern-CEO Karl-Heinz Rummenigge, das habe er in der DFL noch nie erlebt. Von Franz Josef Strauß könnte er dazu lernen: „Geld ist geil wie ein Bock und scheu wie ein Reh.“

Und dann ist da noch Heidi Goëss-Horten, die Frau, die stets als „Kaufhauserbin“ firmiert. Zuletzt hatte sie eine Komparsenrolle im berühmten „Ibiza-Video“ der einstigen FPÖ-Größe HC Strache inne: Der nannte sie eine geheime Wohltäterin seiner Partei. Das stimmte so nicht. Die Kärntner Milliardärin Horten, die gerne mit „Gräfin“ angeredet wird, spendete vielmehr 931.000 Euro an die ÖVP von Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Und das Ganze in monatlichen Tranchen à 49.000 Euro, zufällig knapp unter der Meldepflicht von 50.000. Irgendwie scheint sich die 78-Jährige aus einem Schloss am Wörthersee um Land und Leute verdient zu machen: Ende August erhält sie den „Kärntner Landesorden in Gold“.

Ich wünsche Ihnen einen einträglichen Tag. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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1 Kommentar zu "Morning Briefing: Billionen-Defizit in den USA"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was ja besonders perfide ist: Der Soli auf Kapitaleinkünfte fällt ja selbst bei Sozialhilfeempfängern an. Wer geht denn bitteschön hin und rechnet das durch: Kapitaleinkünfte pauschal versteuern mit Soli oder deklarieren?
    Dann ohne Soli aber mit höherer Steuer aufs Gesamteinkommen. Die Frage stellt man sich ja schon bisher jedes Jahr, wenn man in der Progression steckt.....