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Morning Briefing Börsenliebling SAP

10.07.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Liebe Leserinnen und Leser,

seit der Coronakrise hat das Morning Briefing oft mit einer Negativmeldung begonnen – mit Infektionszahlen, Unternehmenspleiten oder Rezessionsängsten. Heute starte ich bewusst mit einer positiven Nachricht. Nicht um von den schmerzhaften Folgen der Pandemie abzulenken, sondern um den Blick zu weiten. Fakt ist, dass in Deutschland unverändert viel gelingt: durch engagierte Mitarbeiter, kluge Forscher und mutige Unternehmer. Wir reden und schreiben nur viel zu wenig über das Erfolgreiche – weil es so selbstverständlich geworden ist.

Quelle: Reuters
SAP überrascht trotz Coronakrise mit starken Zahlen.

Ein Hotspot des Gelingens ist SAP. Trotz Coronakrise überraschte der Softwarekonzern mit starken Zahlen. „Ich bin sehr stolz darauf, dass unsere Teams das sehr schwierige Umfeld erfolgreich gemeistert und ein besseres Quartalsergebnis erreicht haben als erwartet“, sagte SAP-Konzernchef Christian Klein. Die Börse frohlockte: Der SAP-Kurs stieg um bis zu 8,5 Prozent auf ein Rekordhoch von mehr als 139 Euro. An der Börse war SAP gestern 170 Milliarden Euro wert – so viel wie kein Dax-Konzern zuvor. Ein Analyst fand für den SAP-Coup ein passendes Wort: „aufsehenerregend“.

Doch schon Johann Wolfgang von Goethe wusste: „Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.“ Viele Unternehmen leiden an der schwachen Weltwirtschaft, das deutsche Exportmodell ist einem Stresstest der besonderen Art ausgesetzt. Im Mai gingen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 30 Prozent auf 80 Milliarden Euro zurück. Der Einbruch ist heftig, aber nicht mehr ganz so stark wie im April. Für Entwarnung ist es sicher zu früh, nicht aber für Zuversicht.

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    Nur: In vielen Ländern steigt die Zahl der Infektionen bereits wieder an. In Griechenland, in Israel, in Japan – um nur einige zu nennen. In Staaten wie Indien und den USA ist die erste Welle gar nicht erst abgeebbt. In vielen Ecken der Welt werden die Lockerungen wieder zurückgenommen. Für die Entwicklung der Weltwirtschaft bedeutet das nicht viel Gutes. Es wird immer wahrscheinlicher, dass sich der Kampf gegen das Coronavirus so entwickelt, wie es der Autor Tomás Pueyo früh vorhergesagt hat: Als einen Wechsel aus Hammer und Tanz – hartem Lockdown und gezielten Lockerungen. In jedem Fall bleibt es eine komplexe Aufgabe.

    Quelle: dpa
    Joe Kaeser will selbst die Führung des Aufsichtsrats von Siemens Energy übernehmen.

    Geht es nach Konzernchef Joe Kaeser, war gestern ein „historischer Tag“ für Siemens. Mehr als 99 Prozent der anwesenden Aktionäre stimmten auf einem außerordentlichen Treffen für die Abspaltung der Energiesparte. Das Ende des Konglomerats Siemens ist damit beschlossene Sache. Mit mehr als 90.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von fast 30 Milliarden Euro ist Siemens Energy ein echtes Schwergewicht. Der Börsengang Ende September weckt bei vielen intensive Kauflust.

    Kritik gab es dennoch von den Aktionären. Weil Kaeser offenließ, wann Siemens Energy genau aus dem Bau von Kohlekraftwerken aussteigen wird. Und weil er selbst die Führung des Aufsichtsrats von Siemens Energy übernehmen will. Schließlich will der Siemens-Chef noch bis Februar 2021 bleiben, was er ist: Siemens-Chef. Die Doppelaufgabe ist ein kaum zu lösender Interessenskonflikt. Ein sauberer Abgang sieht anders aus.

    Es ist die Frage aller Fragen: Wie sieht die Welt und damit auch die Weltwirtschaft nach Corona aus? Diese Frage hat das Handelsblatt in der aktuellen Titelgeschichte gestellt. Beantwortet hat sie nicht die Redaktion, sondern mehrere international angesehene Ökonomen: darunter Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, die Wirtschaftsweise Veronika Grimm und der Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup. Ihre Botschaft: Die Weltwirtschaft steht an einem Wendepunkt.

    Nobelpreisträger Stiglitz prognostiziert keine angenehme Post-Corona-Welt: „Eine V-förmige Erholung dürfte eine Wunschvorstellung bleiben. Die postpandemische Wirtschaftsentwicklung dürfte blutleer ausfallen. Und das nicht nur in Ländern, die bei der Steuerung der Pandemie versagt haben, sondern selbst in solchen, die sich dabei bewährt haben. Das Virus wirkt wie eine Steuer auf Aktivitäten, die enge menschliche Interaktion erfordern. Insofern wird es große Änderungen bei den Konsum- und Produktionsmustern kontinuierlich vorantreiben. Das wiederum wird einen breit angelegten Strukturwandel herbeiführen.“

    Ich denke: Pflichtlektüre für alle, die die Folgen der Corona-Pandemie besser verstehen wollen.

    Quelle: dpa
    Das Oberste US-Gericht hat entschieden, dass der US-Präsident seine geheimen Steuerunterlagen an die New Yorker Justiz übergeben muss.

    Und dann ist da noch Donald Trump. Seit Richard Nixon ist Trump der erste Präsident, der hartnäckig die Veröffentlichung seiner Steuererklärung verhindern will. Sein Argument: Seinen Wählern seien seine Finanzen egal, schließlich hätten sie ihn gewählt. Jetzt hat das Oberste Gericht entschieden, dass der US-Präsident seine geheimen Steuerunterlagen an die New Yorker Justiz übergeben muss. Eine schmerzhafte Niederlage für Trump – selbst wenn er nicht damit rechnen muss, dass die Zahlen vor der Präsidentschaftswahl im November veröffentlicht werden. Mit der Entscheidung hat der Supreme Court gezeigt, dass das amerikanische System von „Checks and Balances“ weiter funktioniert. Der US-Präsident hat Macht, aber er steht nicht über dem Gesetz.

    Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende.
    Herzliche Grüße
    Ihr

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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