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Morning Briefing Bund rüstet sich gegen Corona

28.02.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland steigt rasant. Die Behörden meldeten gestern 21 weitere infizierte Personen. Allein in Nordrhein-Westfalen stehen rund 1000 Menschen unter häuslicher Quarantäne. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte gestern, dass sich die Lage „deutlich verschärft“ habe. Um Infektionsketten zu unterbinden, sind aus Sicht der Bundesregierung verschiedene Maßnahmen denkbar: von der Absage von Großveranstaltungen wie der Internationalen Tourismusmesse ITB bis hin zur Abriegelung von Städten oder Grenzschließungen. Die Große Koalition hat vom Beobachtungs- in den Aktions-Modus umgeschaltet.

Quelle: dpa
Ex-Kanzler Ludwig Erhard

Weil das neuartige Virus auch zur Belastung der heimischen Wirtschaft ausarten könnte, prüft die Bundesregierung verschiedene Instrumente, mit denen besonders betroffenen Firmen geholfen werden kann. Noch ist unklar, wie ein solches Hilfspaket konkret aussehen könnte. Aber der Bund weiß um die Signalwirkung seiner Überlegungen. Schließlich ist Wirtschaft, Ex-Kanzler Ludwig Erhard wusste es, zu 50 Prozent Psychologie.

Das Problem ist: Gegen kranke Mitarbeiter oder Produktionsausfälle hilft kein klassisches Konjunkturprogramm. Güter, die nicht produziert werden, kann der Staat nicht ersetzen, die fehlen einfach. Umsätze und Gewinne schrumpfen, im Ernstfall drohen Entlassungen. Ein nur schwer zu durchbrechender Teufelskreis.

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    Die wachsende Nervosität zeigt sich vor allem an der Börse. Der deutsche Aktienindex Dax hat gestern den sechsten Tag in Folge im Minus geschlossen. Der Verlust lag bei mehr als 400 Punkten. Im Vergleich zum Rekordhoch von 13.795 Punkten Mitte Februar hat der Dax mittlerweile mehr als zehn Prozent eingebüßt. Auch an der Wall Street geht der Kursverfall weiter. Das Coronavirus hat die Märkte voll im Griff.

    Die Frage aller Fragen, die die Anleger weltweit umtreibt, hat das Handelsblatt zum Thema der aktuellen Titelgeschichte gemacht: Crash oder Korrektur? Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China haben die Weltwirtschaft bereits geschwächt. Und die Notenbanken haben kaum noch Spielraum für geldpolitische Impulse zur Beruhigung der Märkte. Das Risiko einer schweren Krise ist nicht gering. Pflichtlektüre für alle, die ihr Portfolio retten wollen.

    Meinem Kollegen Jens Münchrath ist es gelungen, Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller zur Corona-Krise zu interviewen. Der US-Ökonom ist nicht irgendwer, Shiller hat das Platzen der Internetblase kurz nach der Jahrtausendwende sowie den Absturz der Immobilienpreise im Jahr 2007 vorhergesagt. Seine These zur Corona-Krise: „Es droht eine Abwärtsspirale. Das Virus könnte eine Kaskade von Ereignissen in Gang setzen, die sich anfühlen wie eine zweite Finanzkrise.“

    Gut gelaunt präsentierte Werner Baumann gestern die Ergebnisse der Bayer-Bilanz. „Einen höheren Gewinn hat die Bayer AG noch nie erzielt. Wir haben geliefert“, sagte der Konzern-Chef. Tatsächlich wuchs der bereinigte Gewinn um fast 30 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro. Das Geld kann Baumann allerdings auch gut gebrauchen. Ein außergerichtlicher Vergleich mit den mehr als 48.000 Glyphosat-Klägern kann Bayer leicht mehrere Milliarden Euro kosten. Die Monsanto-Übernahme bleibt für den Chemiekonzern ein kostspieliges Investment.

    Quelle: AP
    Konzernchefin Martina Merz will mit den Milliarden die Schuldenlast bei Thyssen-Krupp reduzieren.
    (Foto: AP)

    Thyssen-Krupp hat seine Aufzugsparte an Finanzinvestoren verkauft. Der Verkaufswert summiert sich auf 17,2 Milliarden Euro. Mit den Milliarden will Konzernchefin Martina Merz die Schuldenlast reduzieren, Pensionsverpflichtungen absichern und Investitionen finanzieren. Mit dem Notverkauf hat Thyssen-Krupp lediglich die gröbsten Geldsorgen gelöst. Eine Antwort auf die Zukunftsfähigkeit des künftigen Geschäftsmodells muss der geschrumpfte Konzern noch liefern.

    Und dann ist da noch Yngve Slyngstad. Der Chef des norwegischen Staatsfonds hat allen Grund zur Freude. Der Fonds, der die Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasindustrie verwaltet, mit denen die Sozialausgaben des Landes für die nächsten Generationen finanziert werden sollen, hat im vergangenen Jahr 180 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das entspricht einer Rendite von etwa 20 Prozent. Mit solchen Zahlen kann man in Norwegen zum Volkshelden werden.

    Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Bleiben Sie gesund!
    Herzliche Grüße,

    Ihr


    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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