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Morning Briefing Deutschland AG: Chefs passen Businesspläne an die Corona-Wirklichkeit an

08.09.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Die Rückkehr zur Normalität nach der Coronakrise ist ein langwieriger Prozess. In den Führungsetagen der Deutschland AG ist die Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft zum zentralen Thema geworden. Ob im Großkonzern, im Mittelstand oder im Kleingewerbe – überall werden die bestehenden Businesspläne an die jeweilige Corona-Wirklichkeit angepasst. Es gilt die weise Erkenntnis von Charles Darwin: „Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern.“

Quelle: dpa
Das Sparprogramm der Lufthansa soll nachjustiert werden.

Sichtbar wird dieser Wille zur Veränderung bei der Lufthansa. In diesen Tagen berät der Vorstand der angeschlagenen deutschen Airline über eine Anpassung seiner Anti-Krisenstrategie – hinter verschlossenen Türen auf Sardinien. Auch wenn die Gespräche noch nicht abgeschlossen sind, haben meine Kollegen Jens Koenen und Martin Murphy in Erfahrung bringen können, was in dem überarbeiteten Strategiepapier am Ende stehen soll:

  • Die verschiedenen Airline-Marken bleiben erhalten.
  • Es gibt keine Veränderung an den bestehenden Drehkreuzen.
  • Das Sparprogramm soll nachjustiert werden.
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    Wie das angepasste Sparpaket aussehen könnte, weiß ein informierter Lufthansa-Manager zu berichten: „Es ist durchaus möglich, dass die Flotte um mehr als 100 Flugzeuge schrumpfen wird.“ Kommt es tatsächlich zu dieser Entscheidung, stehen bei der Kranich-Airline wahrscheinlich mehr als die geplanten 22.000 Stellen vor dem Aus. Wie nötig eine weitere Verkleinerung der Lufthansa ist, zeigt ein Zahlenvergleich: Während im ersten Halbjahr die Zahl der Flüge um 61 Prozent und die Zahl der Fluggäste sogar um 66 Prozent eingebrochen ist, ist die Zahl der Mitarbeiter nur um sechs Prozent zurückgegangen. Diese Rechnung geht auf Dauer nicht auf. Fazit: Anpassen in der Coronakrise heißt für die Lufthansa offenbar vor allem eins – nämlich Schrumpfen.

    Krise der Autobranche: FDP warnt vor „Verstaatlichungs-Orgie“ Quelle: dpa
    SPD-Chef Norbert Walter-Borjans fordert Extra-Hilfen für die angeschlagene Autoindustrie.

    Mit Blick auf die drohenden Massenentlassungen in deutschen Unternehmen fordert SPD-Chef Norbert Walter-Borjans Extra-Hilfen für die angeschlagene Autoindustrie. Seinen Rettungsplan hat er im Handelsblatt erklärt: In Not geratene Autozulieferer sollen über einen teilstaatlichen Beteiligungsfonds unterstützt werden.
    Seine Argumente:

    • „Wir wollen dazu beitragen, dass es in und nach der Coronakrise vorwärts geht und zukunftssichere Arbeitsplätze in der Autobranche erhalten bleiben.“
    • „Die Zulieferer sind das Fundament für die Autoherstellung, ohne sie läuft nichts.“
    • „Mit einer staatlichen Beteiligung soll verhindert werden, dass hochinnovative und -qualifizierte Unternehmen zu billigen Übernahmekandidaten für Investoren außerhalb der EU werden.“

    Die Gründe des SPD-Chefs sind zwar vielfältig, aber nicht überzeugend. Der Staat kann temporär helfen, aber er ist nicht der bessere Unternehmer.

    In der Bundesregierung hat man ganz andere Ideen zur Zukunftssicherung der Autoindustrie. Beim Gipfeltreffen mit Vertretern der Autobranche will Kanzlerin Angela Merkel für einen „Datenraum Mobilität“ werben. Dabei sollen Daten von der Autoindustrie, der Bahn und den Nahverkehrsbetrieben in einer gemeinsamen Cloud gesammelt und miteinander vernetzt werden. Ziel ist, eine Mobilitätsplattform für den Personen- und Güterverkehr zu entwickeln. Vielleicht kann die Autoindustrie im Gegenzug auf weitere Hilfen hoffen. Frei nach dem Motto: Daten gegen Staatsgeld.

    Quelle: AP
    Premierminister Boris Johnson stellt Teile des Austrittsabkommen mit der EU in Frage.
    (Foto: AP)

    Zur ungelösten Corona-Pandemie kann auf die deutsche Wirtschaft zu Beginn des nächsten Jahres ein weiteres Problem hinzukommen. Das Risiko eines harten Brexits ist erneut gestiegen, nachdem bekannt wurde, dass Großbritanniens Premierminister Boris Johnson zentrale Teile der Abmachung mit der EU zur Nordirland-Frage wieder zur Diskussion stellen will. „Ich vertraue darauf, dass die britische Regierung das Austrittsabkommen umsetzt“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erkennbar genervt auf Twitter. Die Einhaltung des Vertrags sei „eine völkerrechtliche Verpflichtung und Voraussetzung für jede künftige Partnerschaft„. Von der Leyen hat mit jedem Wort Recht. Es gilt jedoch: Für die Wirtschaft kommt es darauf an, dass das Recht auch durchgesetzt wird.

    Nach der Weltfinanzkrise hatte sich China als Motor der Weltwirtschaft hervorgetan. Und heute? Welche Rolle können die Volksrepublik und der gesamte asiatische Raum in der Coronakrise übernehmen? Wo liegen Chancen und Risiken für die deutsche Industrie? Wie sollte eine europäische Antwort auf die neuen asiatischen Wettbewerber ausfallen? Diese und andere Fragen diskutieren wir heute auf der Konferenz Asia Business Insights. Unter anderem mit Mark Wang, China-Chef von HSBC, Stefan Oschmann, CEO der Merck KGaA, und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Sie können die Konferenz ab 9:30 Uhr hier im Livestream verfolgen – Informationsvorsprung per Mausklick.

    Und dann ist da noch Donald Trump. Der US-Präsident soll am Ende seiner Dienstreise nach Paris im November 2018 mehrere Kunstwerke aus der Residenz der US-Botschafterin nach Washington mitgenommen haben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg soll es sich unter anderem um ein Porträt und eine Büste von Benjamin Franklin handeln, beide offenbar Repliken, die den Kunstliebhaber aus Washington angesprochen haben. Trumps spontane Rückholaktion amerikanischer Kunstwerke erinnert an den Werbeslogan der Online-Auktionsplattform Ebay: „Drei, zwei, eins, meins!“

    Ich wünsche Ihnen einen inspirierenden Tag.

    Herzliche Grüße,
    Ihr

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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