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Morning Briefing Die hessische Polizeiaffäre

15.07.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

nachdem die königlich-bayerischen Schlossfestspiele von Herrenchiemsee im Glanz des Spiegelsaals zu Ende gegangen sind (mit einem frohlockenden Markus Söder), richtet sich der Blick auf sumpfigere Gebiete der deutschen Politik. Gemeint ist Hessen. Hier wurden von einem Polizeicomputer persönliche Daten der Linken-Politikerin Janine Wissler und der Kabarettistin Idil Baydar abgerufen – beide Frauen wurden später mit wüsten Drohmails bedacht. Die Affäre belastet Innenminister Peter Beuth von der CDU, der sich vom Landeskriminalamt nicht unterstützt fühlt. Gehen aber muss Landespolizeipräsident Udo Münch: Der habe zugegeben, schon im März Kenntnis von dieser unappetitlichen Sache gehabt zu haben. Der sonst so redselige CDU-Koalitionspartner in Hessen, die Grünen, scheinen über diese Vorgänge übrigens die Sprache verloren zu haben.

Quelle: AFP
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Interview
(Foto: AFP)

Wie Söder in Bayern hat Emmanuel Macron schon in jungen Jahren den Meisterbrief in der Disziplin Selbstvermarktung erworben. Der französische Präsident führte nun kurzerhand das große TV-Interview zum 14. Juli, dem Nationalfeiertag, wieder ein. Devise: Blut, Schweiß, Tränen. „Wir haben harte Monate vor uns“, warnt Macron. Im Herbst sei mit bis zu einer Million Arbeitslosen zu rechnen. Dagegen sollen ein 100-Milliarden-Euro-Wiederaufbauplan sowie Maßnahmen für junge Franzosen helfen. Der neue Premier Jean Castex hat dabei die Aufgabe, die umstrittene Rentenreform zu retten. „Unser Land hat Angst vor sich selbst, die Franzosen zweifeln ständig an sich selbst“, erklärte Macron auch noch zur Seelenlage.

Mir scheint: Irgendwie muss er sich in diesen Tagen als Therapeut der Nation fühlen.

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    Quelle: dpa
    Roger Torrent, Parlamentspräsident und Separatistenführer von Katalonien

    Spanien diskutiert über eine Abhöraffäre. 1400 Personen seien über ihr Handy systematisch überwacht worden, berichten die Zeitungen „El País“ und „Guardian“. Prominentestes Opfer ist Roger Torrent, Parlamentspräsident und Separatistenführer der Rebellenregion Katalonien. Das Mobiltelefon des 40-Jährigen sei 2019 mithilfe einer israelischen Spyware der NSO Group überwacht worden, die nur an Regierungen und Geheimdienste verkauft wird. Das sei der Beweis, dass in Spanien „der Staat Spionage gegen die politischen Gegner betreibt“, sagt Torrent. Die Regierung in Madrid bestreitet die Vorwürfe.

    Eine seltsame Asymmetrie zeigt sich bei den Dax-Konzernen: Obwohl 2019 die Gewinne um 15 Prozent schwanden, reduzierte sich die Durchschnittsvergütung der Vorstände nur um 0,3 Prozent. Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) und der Lehrstuhl für Controlling der TU München haben aktuelle Daten zusammengestellt.

    Der Unterschied zwischen dem Salär normaler Mitarbeiter und dem der Vorstände sei „immer noch gewaltig“, kommentiert DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Im Europa-Vergleich sind die Gehälter der deutschen Spitzenmanager unauffällig. Das gilt erst recht in Relation zu den USA: Dort verdient der Chef von McDonald’s das 2000-Fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters.

    Harte Zeiten sieht der Personalberater Fabian Kienbaum für „Young Professionals“ aufziehen. „Für Einsteigerpositionen weht jetzt ein anderer Wind“, sagt er. Vorbei die Zeit, als Firmen im „war for talents“ um die besten Nachwuchskräfte wetteiferten. Als Homeoffice, Gratiskaffee und der „Purpose“ wichtiger waren als die Arbeitspflichten. Das Geschehen drehe sich bis in den Herbst „eher wieder in Richtung eines Arbeitgebermarktes“, glaubt der Chef von Kienbaum Consultants in Köln. Allerdings sieht er bei Positionen im Mittelmanagement eine „Art Winterschlaf“. Hier passiere noch wenig.

    Quelle: dpa
    Ermittler durchsuchen Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls

    Biedermänner sind manchmal Brandstifter. In Verdacht geraten ist jetzt die Financial Intelligence Unit (FIU), als Anti-Geldwäsche-Truppe eigentlich auf dem Boden des Gesetzes stehend. Doch nun durchsuchten norddeutsche Ermittler die Kölner Büros der Zoll-Spezialeinheit. Es geht um Strafvereitelung im Amt. Verdachtsmeldungen sollen nicht bearbeitet sowie nicht ordnungsgemäß an zuständige Behörden weitergereicht worden sein. „Die Ermittlungen richten sich noch gegen unbekannt“, sagte uns ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

    Und dann ist da noch das Onlineshopping, das in Coronazeiten so richtig populär wurde. Im Lockdown kaufte ein noch unbekannter reicher Europäer über das Internet sogar eine ganze private Insel – vor der irischen Küste. Seine Akquisition „Horse Island“ verfügt über sieben Häuser, ein Gym, einen Tennisplatz, einen Anlegepier und einen Hubschrauber-Landeplatz. 5,5 Millionen Euro war es dem Erwerber wert, hier einen Platz der absoluten Ruhe gefunden zu haben. Nachdem er ein Video über das 64-Hektar-Inselchen gesehen hatte, wurde der Deal sehr schnell abgeschlossen. Es gilt Oscar Wilde: „Man versehe mich mit Luxus. Auf alles Notwendige kann ich verzichten.“

    Ich wünsche Ihnen einen Tag mit Ruhe, in der die Kraft liegt.

    Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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