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Morning Briefing Die neue Urlaubs-Ökonomie

10.06.2020 - 06:30 Uhr Kommentieren

Liebe Leserinnen und Leser,

die Planung der Sommerferien erfordert in diesem Jahr regelmäßige Zeitungslektüre. Grund: Die Angaben behördlicher Maßnahmen wechseln in atemberaubendem Tempo. Allem Anschein nach ist die Bundesregierung entschlossen, am heutigen Mittwoch die Reisewarnung für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August zu verlängern. Mitbetroffen wäre die bei Urlaubern populäre Türkei. Ausnahmen sollen, je nach Corona-Lage, möglich sein. Die Reisewarnung für EU-Partnerländer sowie Großbritannien, Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein hat die Bundesregierung dagegen bereits aufgehoben. Wie sehr deutsche Touristen als Wirtschaftsfaktor eingeplant sind, zeigt das Beispiel Mallorca. In einem Pilotprojekt dürfen sie schon vom 15. Juni an auf die Balearen-Insel. Der Rest Spaniens ist erst zwei Wochen später für andere Nationen offen.

Quelle: dpa
Das Vertrauen in Konzernchef Herbert Diess ist genauso weg wie die Verantwortung für die Marke VW.

Offenbar ist VW für Manager von BMW ein schwieriges Terrain. Während sie es beispielsweise in München gewohnt waren, dass Vorgaben hundertprozentig erfüllt wurden, erwartet man in Wolfsburg vom Chef laufenden Einsatz bei Projekten. Bei Softwarefragen für den neuen Golf und das E-Auto ID.3 ging das nicht gut. Wie Bernd Pischetsrieder (2002-2006) droht nun mit CEO Herbert Diess der nächste Ex-BMW-Mann zu scheitern. Das Vertrauen in ihn ist genauso weg wie die Verantwortung für die Marke VW. Die etappenweise Entmachtung folgt auf einen einzigartigen Affront: Am vorigen Donnerstag hatte Diess vor 3400 Managern seine Kontrolleure beschuldigt, Interna an Medien durchgestochen zu haben: „Das sind Straftaten, die im Aufsichtsratspräsidium passieren.“ Eine spätere Entschuldigung von Diess hat nicht verhindert, dass er nun „Chef auf Abruf“ ist, wie wir im Blatt titeln.

„Think Big“ – so hatten sich Ursula von der Leyen und die von ihr geleitete EU-Kommission an ihren europäischen „Marshallplan“ gemacht. Am Ende kamen sie auf eine benötigte Summe von 750 Milliarden Euro – was auch dem deutschen Finanzminister Olaf Scholz (SPD) als zu hoch erscheint. Deutschland und Frankreich hätten nur 500 Milliarden Euro vorgeschlagen, dies sei „sehr klug bedacht“ gewesen, so Scholz. Auch sollten Schulden, die für das Programm aufgenommen werden, früher als bisher geplant zurückgezahlt werden. Bei der gestrigen Sitzung der EU-Finanzminister äußerten die Niederlande, Österreich sowie die skandinavischen EU-Länder harte Kritik an von der Leyen.

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    Zu Fragen des Rechts hat die AfD eine lebhafte Beziehung. Einerseits wird sie in Teilen vom Verfassungsschutz beobachtet, andererseits nutzt sie selbst vor Gericht Fehler von Leitfiguren des ihr verhassten „Systems“ aus. So beschied jetzt das Bundesverfassungsgericht dem leibhaftigen Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), er hätte ein AfD-kritisches Interview („staatszersetzend“) nicht auf der Homepage des Ministeriums veröffentlichen dürfen. Ein gewisser Drang zur Rechtsfindung macht sich auch beim rechtsgewirkten Andreas Kalbitz bemerkbar: Er reicht eine Zivilklage gegen die Partei ein, nachdem sie ihn ausgeschlossen hatte. „Kein Streit würde lange dauern, wenn Recht oder das Unrecht nicht auf beiden Seiten wäre“, sagt Herzog François de La Rochefoucauld.

    Quelle: AFP
    Air France will auf die zuvor eingesetzten neun Großflugzeuge vom Typ Airbus 380 verzichten und durch kleinere Maschinen mit weniger Treibstoffverbrauch ersetzen.
    (Foto: AFP)

    Geld nur gegen mehr Umweltschutz – mit diesem Deal rettet die französische Regierung die schlingernde Luftfahrtgesellschaft Air France. Im Gegenzug zu einer Finanzhilfe über sieben Milliarden Euro verpflichtet sich das Unternehmen, einen Teil der Inlandsflüge einzustellen – dort, wo es gute Verbindungen mit dem Superzug TGV gibt. Die CO2-Emissionen sollen so bis 2024 halbiert werden. Für den neuen Öko-Kurs der Airline steht auch, dass sie auf zuvor eingesetzte neun Großflugzeuge vom Typ Airbus 380 verzichtet und durch kleinere Maschinen mit weniger Treibstoffverbrauch ersetzt. Prädikat: wertvoll.

    Äußerst feinfühlig ist inzwischen Adidas gegenüber sozialen Strömungen. Man ist gewarnt durch jenen „Shitstorm“, als der hochprofitable Sportkonzern zu Beginn der Coronakrise ankündigte, in vielen Läden keine Miete mehr zu bezahlen. Nun reagiert das Herzogenauracher Unternehmen in der George-Floyd-Debatte auf Vorhaltungen seitens einiger Konzernmitarbeiter, ihr Arbeitgeber könnte mehr gegen Rassismus tun. Und so kündigt Adidas nun für die USA an, mehr Schwarze einzustellen – mindestens 30 Prozent der neuen Stellen sollen auf sie entfallen. Der fränkische Sportschuster bietet zudem an, 20 Millionen Dollar direkt in schwarze Communities zu investieren.

    Quelle: Christian Kaufmann
    Die Fernseh-Köchin und EU-Parlamentarierin Sarah Wiener befürchtet ein Sterben auf Raten von vielen kleinen Restaurants: „Für die Vielfalt der Gastroszene ist das ganz bitter.“
    (Foto: Christian Kaufmann)

    Und dann ist da noch Sarah Wiener, Starköchin und grüne Politikerin, die öffentlich ihr Leid über die Corona-Auswirkungen klagt. Die Krise sei für Gastronomie und Hotellerie ein „pures Desaster“: Fast alle ihrer 120 Mitarbeiter seien in Kurzarbeit. Wiener hat in Berlin zwei Restaurants und einen Catering-Service. Für die Gastronomiebranche erwartet sie generell künftig „ein Sterben auf Raten“, viele kleine, individuelle Kämpfer würden aufhören. Für die Vielfalt der Gastronomie-Szene – „das Bunte, das Wilde“ – sei das „ganz bitter“, so Sarah Wiener im Handelsblatt-Interview. Was sich dagegen am ehesten berappeln könne, seien Ketten und Gastro-Konzerne.

    Ich wünsche Ihnen einen produktiven Tag und Entspannung in einem vielleicht bunten Restaurant.

    Es grüßt Sie herzlich
    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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