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Morning Briefing Die Steuertricks des Donald Trump

29.09.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Welcher Deutsche kennt nicht „1000 ganz legale Steuertricks“ von Franz Konz, den Klassiker der Pfennigfuchser-Generation? In den USA muss man dazu keine Fachbücher lesen – es genügt, dem Treiben des aktuellen Präsidenten zu folgen, der praktischerweise auch Unternehmer ist. So stellt sich dank einer Recherche der „New York Times“ heraus, dass Donald Trump 18 Jahre lang – im Saldo – kaum Steuern gezahlt hat. Der Mann erlitt einfach immer wieder Verluste, seit 2000 etwa 315 Millionen Dollar mit Golf-Resorts oder von 2016 bis 2018 gut 55 Millionen mit dem „Trump International Hotel Washington, D.C.“. Von 95 Millionen Steuerlast bekam er rund 72 Millionen zurückerstattet. 2016 und 2017 soll Trump jeweils nur ridiküle 750 Dollar überwiesen haben. Ein hoher Konz-Faktor zeigt sich bei folgenden Manövern:

  • Als TV-Star der Show „The Apprentice“ setzte er steuerlich 70.000 Dollar ab – für Hairstyling. Trumps Föhnfrisur ist ganz offensichtlich Ergebnis von Luxusarbeit. Weitere 100.000 Dollar fielen für Frisur und Make-up der Tochter Ivanka ab.

  • Trumps Anwesen in Bedford verwandelte sich aus einer persönlichen Residenz in ein Investmentobjekt. 
  • Rund ein Fünftel der Einnahmen seiner Firmen setzte Trump für Beratereinnahmen ab.
  • Geschäftsausgaben waren auch die Kosten seiner diversen Golf-Resorts sowie des Privatjets, den Trump für Transfers zwischen seinen Wohnsitzen nutzt

Man weiß nun, warum sich Trump weigert, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Man könnte ihn wahlweise für nicht erfolgreich oder asozial halten.

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    Quelle: dpa
    Der Bund will die Teilnehmerzahl bei privaten Partys auf 25 Personen begrenzen.

    Heute bittet Angela Merkel wieder zum „Corona-Gipfel“ mit den Ministerpräsidenten. Das leitete sie – PR-technisch über Bande gespielt – mit Warnungen vor französischen und spanischen Verhältnissen ein. Wenn es mit dem laxen Verhalten so weitergehe, hätten wir bald 19.200 tägliche Neuinfektionen, warnte die Kanzlerin intern und kritisierte die Berliner Landesregierung. Private Feiern will der Bund nun auf maximal 25 Personen beschränken, in öffentlichen Räumen soll die Grenze hierfür bei 50 liegen. Mehrere Bundesländer schlagen zudem eine Warnampel vor. Da die Ost-Bundesländer aber weniger Pandemiefälle als die West-Länder melden, dürften sich einige vom gemeinsamen Viren-Reglement verabschieden. Es wird vielleicht Zeit für eine weitere Merkel-Fernsehansprache zur Corona-Gefahr.

    Vom Privatsender Pro Sieben war man in den letzten Jahren die konsequente Umsetzung der Theorie gewohnt, dass man im Seichten nicht ertrinken kann. Man ballerte das Publikum mit Filmchen, Banal-Magazinen und Shows zu, alles nach der Devise: „Mehr Bottrop!“, sodass man Stefan Raab ernsthaft zu vermissen begann. Gestern Abend aber grüßte die Münchener TV-Station mit dem Wiedereintritt in die Publizistik und brachte in der Primetime die Dokumentation „Rechts. Deutsch. Radikal.“ von Thilo Mischke, eine Erforschung der jung-braunen Szene. Dabei konnten dem früheren AfD-Fraktionssprecher Christian Lüth einige brisante Sätze zugeordnet werden. Zum Beispiel: „Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD“. Oder die Aussage, Migranten könne man „nachher immer noch alle erschießen...oder vergasen, oder wie du willst“. Die AfD-Fraktion hat den langjährigen Vertrauten von Alexander Gauland sofort rausgeworfen, was für Pro Sieben auch mal ein ganz neues Quoten-Erlebnis war.

    Wolfgang Grenke im Interview: „Ich habe nichts zu verbergen“ Quelle: picture alliance/dpa
    Grenke-Firmengründer Wolfgang Grenke sagt zu den Vorwürfen des Bilanzbetrugs, er habe nichts zu verbergen.
    (Foto: picture alliance/dpa)

    Auf die Attacken des britischen Spekulanten Fraser Perring hat der deutsche Leasinganbieter Grenke bisher eher verhalten reagiert. Jetzt äußert sich Firmengründer und Aktionär Wolfgang Grenke gegen die Vorwürfe des Bilanzbetrugs im Handelsblatt-Gespräch: Er habe „nichts zu verbergen“. Offen sind Fragen zur Firmenstruktur, insbesondere zur Frage, wer die Hintermänner jener Unternehmen sind, die als Grenke-Franchiseunternehmer im Ausland auftreten. Grenke geht davon aus, dass zum Beispiel der Anwalt Jörg Erich Wilhelm eine der Schlüsselfirmen kontrolliere. Der Mann stand einst dem Aufsichtsrat des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern vor, was Gespräche sicherlich erleichterte – Grenke persönlich wirkt als Aufsichtsratschef des Zweitligisten Karlsruher SC.

    In der Finanzwelt sind Frauen tatsächlich noch so etwas wie exotische Wesen. Dass die Hamburgerin Sonja Laud als Chefanlagestrategin von Legal & General Investment Management in London 1,3 Billionen Euro Kundengelder verantwortet, ist selten. Nach einem aktuellen Report von Goldman Sachs werden nur drei Prozent der untersuchten Fonds von Frauenteams geführt – die nur zwei Prozent des gesamten Kapitals verwalten. Man traut also den Geldexpertinnen wenig zu. Dabei haben sie 2020 im Schnitt einen Prozentpunkt mehr Ertrag als die viel zahlreicher angetretenen männlichen Kollegen geliefert. Die Fondsmanagerinnen setzten nach dem Corona-Einbruch im März einfach tendenziell stärker auf Tech-Aktien – die dann tatsächlich boomten. Generell lieben Frauen Titel aus den Feldern Software, Hardware und Halbleiter, erfahren wir noch, während Männer gerne auf Finanzwerte setzen.

    Quelle: Alex Kraus für Handelsblatt
    Die spanischstämmige Managerin Belen Garijo wird 2021 Dax-Chefin.
    (Foto: Alex Kraus für Handelsblatt)

    Eine Frau, die es an die Spitze eines Dax-Unternehmens schafft, ist Belén Garijo. Die 60-Jährige tritt Anfang Mai 2021 beim Pharmakonzern Merck in Darmstadt die Nachfolge von CEO Stefan Oschmann an. Gestartet hatte die promovierte Medizinerin aus Südspanien ihre Karriere als Ärztin in Madrid. Dann wechselte sie in die Pharmabranche mit Stationen bei Abbott, Rhône Poulenc, Aventis und Sanofi. Bei Merck machte sich Garijo mit vielversprechenden Forschungsprojekten auf den Gebieten Onkologie, Immunologie und Immunonkologie verdient und schloss Allianzen mit Pfizer und Glaxo-Smithkline im Kampf gegen den Krebs. Gesprächspartnern gegenüber gibt sie sich unkompliziert: „Call me Belén, please“.

    Und dann ist da noch die Modemarke Fred Perry, die in den USA und in Kanada den Verkauf ihrer Poloshirts in den Farben schwarz und gelb stoppt. Die Verantwortlichen hatten mitbekommen, dass just die neofaschistische Organisation „The Proud Boys“ diese Textilien nutzt und adaptiert hat. Das sei „unglaublich frustrierend“, so die Fred-Perry-Stellungnahme über den Trouble mit der Gruppe, die Donald Trump auf Demonstrationen hochleben lässt. Man habe absolut nichts mit den Rechtsextremen zu tun. Schon in den 1960er- und 1970er-Jahren hatten Skinheads die Poloshirts genutzt. Dabei war der britische Firmengründer, Tennisstar Fred Perry, der Sohn eines sozialistischen Politikers gewesen und hatte seine Firma mit der Hilfe eines jüdischen Geschäftsmanns gestartet. Bleibt als Tröster nur Mark Twain: „Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.“

    Ich wünsche Ihnen einen harmonischen Tag, der nicht zu sehr durch den Streik im Öffentlichen Dienst beeinträchtigt sein möge.
    Herzliche Grüße

    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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