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Morning Briefing Die zwei Gesichter von Google

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der Internetkonzern Alphabet ist der Januskopf der digitalen Ökonomie. Das eine Gesicht zeigt einen stramm verdienenden Werbe-Monopolbetrieb mit der Online-Suchmaschine Google, die im abgelaufenen Quartal für einen Umsatzsprung um 17 Prozent auf 34 Milliarden Dollar sorgte. Das andere Gesicht zeigt eine großdimensionierte Verlustzone (minus 941 Millionen) mit Innovationen wie Waymo (Roboterwagen) oder Wing (Lieferdrohnen). Anders gesagt: Das Geld, das unten in Schubkarren eintrifft, wird oben mit vollen Händen wieder durchs Fenster expediert. Dieses Geschäftsmodell ist in etwa so stabil wie die launenhaft betriebene Wettbewerbsprüfung, die rund um Google betrieben wird.

Wenn es nicht reicht für eine nötige Zweidrittelmehrheit im Parlament, dann kann man einfach das Gesetz ändern und sagen: Einfache Mehrheit reicht! Genau auf diesen Lieblingstrick der politischen Taschenspieler-Champions dieser Welt verfällt Boris Johnson in London. So will der britische Premier heute im Unterhaus den eigenen Abstimmungserfolg vorbereiten und Neuwahlen im Dezember ermöglichen. Gestern noch hatte er das letzte Votum in dieser Frage krachend – nach dem alten Zweidrittel-Modus – verloren. Die Protagonisten des Neuanfangs haben ein wenig mehr Manövrierraum gewonnen, nachdem die EU erklärt hat, Großbritannien eine Verlängerung der Frist zum Brexit auf den 31. Januar zu gewähren. Gestern Abend hatte Johnson diesen Schachzug akzeptiert.

Quelle: Reuters
Der scheidende EZB-Chef Mario Draghi hat nach jüngsten Differenzen im Führungsgremium der Notenbank die Einheit der Währungshüter beschworen.

Ein letzter Gruß an Mario Draghi, den Mann mit der „Dicken Bertha“ und der „Bazooka“, der Minuszinsen salonfähig gemacht hat – so kann man das Rundschreiben des Bundesverbands deutscher Volks- und Raiffeisenbanken auch nennen, das unserer Redaktion vorliegt. In diesem Elaborat analysieren die Verbandsoberen auf 60 Seiten die Rechtslage und geben Tipps, wie man die Kunden auf Strafzinsen einstimmen könnte. Angesichts der Politik unter Draghi, dem scheidenden Chef der Europäischen Zentralbank, seien negative Einlagenzinsen „eine der denkbaren geschäftspolitischen Optionen“. Wer spart, zahlt, heißt das auf Deutsch. Geben Sie Ihr Geld also aus, für die neue Küche, den Baselitz-Druck oder ein „Alternative Asset“, und fragen Sie einfach nicht länger nach, was die Erkenntnis von Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) bedeutet: „Was dem einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“

Dieses Versicherungsgeschäft könnte ganz neue Maßstäbe setzen. Ergo formiert als Juniorpartner ein Joint-Venture mit dem chinesischen Autoriesen Great Wall, um gemeinsam im Autohaus Policen zu verkaufen und Mobilitätslösungen zu entwickeln. Von einem „führenden Anbieter für technologie- und datengetriebene Produkt- und Servicelösungen“, spricht Ergo-Chef Markus Rieß. Er dürfte genau im Blick haben, dass Great Wall mit BMW kooperiert, also den erfolgsträchtigen Elektro-Mini puscht, und die Muttergesellschaft Munich Re beim China-Geschäft als Rückversicherer auftritt. Konfuzius hat oft recht: „Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tue es jeden Tag.“

In der langen Reihe der Prozesse zwischen dem „Dieselgate“-Delinquenten Volkswagen und seinen Kunden kommt es heute in Stuttgart wieder zu einem juristischen Florettkampf. Dabei geht es vor dem Oberlandesgericht um die Frage, ob die VW-Holding Porsche SE im Dieselskandal 47 Millionen Euro Schadenersatz an Anleger zahlen soll. Genau hierzu hatte vor einem Jahr das Landgericht die Porsche-Manager verurteilt. Porsche SE hätte 2015 die Kapitalmärkte zu spät über die Finanzfolgen des Dieselskandals informiert, hieß es damals.

Quelle: AP
Die US-Kongressabgeordnete Katie Hill hat nach der Enthüllung einer Affäre mit einer Wahlkampfmitarbeiterin ihren Rücktritt angekündigt.
(Foto: AP)

Und dann ist da noch in den USA die demokratische Kongress-Abgeordnete Katie Hill, die nach einer Affäre mit einer Wahlkampf-Mitarbeiterin zurücktritt. „Das ist das Härteste, was ich je tun musste“, erklärt die 32-Jährige, die letztlich daran scheiterte, dass ihr Noch-Ehemann intime Fotos der Presse weitergab. Dagegen will Hill rechtlich vorgehen. Im Zuge der #Metoo-Debatte hatte der Kongress Regeln fixiert, die sexuelle Beziehungen zwischen Abgeordneten und Mitarbeitern untersagen. Die einst aufstrebende Jung-Abgeordnete wird von Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokraten, gewürdigt – doch sie habe sich Fehleinschätzungen geleistet, die ihren weiteren Dienst „unhaltbar“ machten.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag. Es grüßt Sie wie immer herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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