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Morning Briefing Digitalmacht Europa

19.02.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will nicht nur über Digitalisierung reden, sondern auch die Voraussetzungen für eine erfolgreiche digitale Transformation in Europa schaffen. „Wir wollen, dass Start-ups in Deutschland und Europa die gleichen Chancen für Wachstum und Finanzierung haben wie ihre Gegenspieler in Silicon Valley“, schreibt von der Leyen in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. Die EU-Staaten sollten die Hindernisse im Binnenmarkt abbauen und die Kräfte auf europäischer Ebene bei Quantencomputern und Künstlicher Intelligenz bündeln. Soweit die Theorie.

Quelle: AFP
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen braucht fast 200 Milliarden Euro, um ihre Digitalstrategie umzusetzen.
(Foto: AFP)

Um den Digitalstandort Europa zu entwickeln, ist eine Menge Geld erforderlich. Die EU-Kommission schätzt den Investitionsrückstand gegenüber den USA und China auf 190 Milliarden Euro – pro Jahr. Beim Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs zum EU-Haushalt in dieser Woche will von der Leyen für ausreichend Mittel werben. Dann wird man sehen, welche Unterstützung die digitale Offensive der Kommissionspräsidentin erfährt.

Der Berliner Politikbetrieb ist fast täglich für eine Überraschung gut. Gestern war es CDU-Politiker Norbert Röttgen, der mit seiner Bewerbung um den Parteivorsitz für Schlagzeilen sorgte. Der ehemalige Bundesumweltminister und Außenpolitiker Röttgen ist nicht irgendwer. Er ist rhetorisch versiert und überzeugt durch Argumente, er wird den Machtkampf um den CDU-Vorsitz zu einem Wettbewerb in der Sache machen. Ob Röttgen am Ende gegen die drei Konkurrenten Armin Laschet, Jens Spahn und Friedrich Merz eine reelle Chance hat, muss man allerdings bezweifeln.

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    Zumindest hat sich Röttgen mit seiner Spontan-Bewerbung das erarbeitet, was die Amerikaner einen „First-Mover-Advantage“ nennen. Während Merz am Dienstag Noch-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer seine Vision für die Partei vorstellte, erklärte Röttgen etlichen Hauptstadtjournalisten, wie er die kränkelnde Volkspartei stabilisieren will. Konkrete Antworten auf aktuelle politische Fragen lieferte der CDU-Mann zwar nicht. Die Choreografie von Laschet, Spahn und Merz hat der Außenseiter gleichwohl mächtig durcheinandergewirbelt.

    Die Große Koalition erhöht erneut die Sozialausgaben. Die von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung im Strukturwandel werden die Steuer- und Beitragszahler bis 2023 rund 3,3 Milliarden Euro kosten, wie mein Kollege Frank Specht exklusiv erfahren hat. Der entsprechende Gesetzentwurf sieht Zuschüsse für die Weiterbildungsförderung, bessere Qualifizierungsmöglichkeiten in Transfergesellschaften und eine Stärkung der Ausbildungsförderung vor. Alles wichtige Maßnahmen, die die Spaltung der Gesellschaft reduzieren sollen. Noch besser wäre eine grundlegende Bildungsoffensive, die verhindert, dass die Menschen zu Opfern des Strukturwandels werden.

    Dazu passt das erschreckende Ergebnis einer Umfrage des Stifterverbandes und Amazon zum Umgang der Bundesbürger mit neuen Technologien. Demnach fühlen sich 70 Prozent der Erwachsenen, also rund 48 Millionen Bürger, unsicher im Umgang mit digitaler Technologie. Die Zahlen zeigen das riesige Qualifizierungsdefizit in Deutschland.

    Mehr als vier Jahre sind seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals vergangen. In den USA musste Volkswagen für die Manipulationen weit mehr als 20 Milliarden Dollar Strafe zahlen. Jetzt will sich der Wolfsburger Autokonzern in Amerika als klimafreundliches Unternehmen neu positionieren. Die Bauarbeiten zum ersten Elektroautowerk im US-Bundesstaat Tennessee laufen bereits. „Amerika liebt eine starke Comeback-Story, egal ob in der Politik oder in der Wirtschaft. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen“, sagt Scott Keogh, der VW-Chef in den USA, im Interview mit dem Handelsblatt. Die Botschaft ist klar: Make VW-USA great again.

    Quelle: Reuters
    Die britische Großbank HSBC will in den nächsten drei Jahren 35.000 Stellen streichen.

    Von neuer Größe träumen auch die europäischen Banken. Doch Null-Zinsen, schwächeres Wirtschaftswachstum und Kosten für die digitale Transformation stressen das Geschäftsmodell. Ob Deutsche Bank oder Commerzbank – überall regiert der Rotstift. Besonders hart trifft es jetzt die Mitarbeiter der britischen Großbank HSBC. In den nächsten drei Jahren sollen 35.000 Stellen gestrichen werden – vor allem im Investmentbanking in Europa und den USA. Man muss kein Prophet sein, um die nächste Konsolidierungswelle in der europäischen Bankenbranche zu erahnen.

    Und dann ist da noch Dorothee Blessing. Die deutsche Top-Bankerin setzt ihre steile Karriere fort und steigt bei der amerikanischen Investmentbank JP Morgan zur Co-Chefin für das Europa-Geschäft auf. Blessing gehört zu den wenigen Frauen, die sich in der männerdominierten Bankenwelt durchgesetzt haben. Die Beförderung der einflussreichen Bankerin ist gut begründet. In den vergangenen Jahren hat sie das Deutschland-Geschäft von JP Morgan nachhaltig verbessert. Deutschland braucht mehr von diesen Erfolgsgeschichten!
    Ich wünsche Ihnen einen ereignisreichen Tag. Herzliche Grüße, Ihr


    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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