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Morning Briefing Donald Trumps Friedensangebot

09.01.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

als Bonmot wird Donald Trumps Antwort auf iranische Raketenangriffe im Irak gehandelt: „All is well“. Sie ähnelt in ihrer Schlichtheit dem langjährigen Standardspruch der TV-Moderatorin Nina Ruge in ihrer Prominentenshow: „Alles wird gut.“ Doch das genau ist ja noch die Frage. Gestern Abend schlugen erneut iranische Raketen in Bagdad ein, diesmal nahe der US-Botschaft, nachdem Trump zuvor per TV-Auftritt von eigenen weiteren militärischen Schlägen abgerückt war sowie neue Sanktionen und Atomgespräche avisiert hatte.

Der Goldpreis ist in dem Polit-Chaos auf mehr als 1600 Dollar je Feinunze gestiegen, zuletzt war er vor sieben Jahren auf diesem Niveau. Und sollte der Iran seine Drohung wahrmachen und die Straße von Hormus abriegeln, könnte der Ölpreis auf mehr als 100 Dollar pro Barrel steigen, fürchtet Commerzbank-Volkswirt Jörg Krämer in unserer Titelgeschichte. All is well? Gut ist hier gar nichts.

Größere diplomatische Verwicklungen drohen nach dem Crash des Boeing-Jets von Ukraine International Airlines nach dem Start in Teheran mit 176 Toten. Die iranischen Behörden schließen aus, den Flugschreiber herauszurücken – weder an den Hersteller noch an die US-Aufsichtsbehörde. 82 Iraner, 63 Kanadier und elf Ukrainer waren bei Flug PS752 unter den Toten, deren Schicksal nun vor allem die Regierungen in Kanada und der Ukraine aufgeklärt haben wollen. So wird noch ein wenig weiter gerätselt werden, ob ein technischer Defekt schuld war oder aber ob das Flugzeug von einer gegen Amerikaner gerichteten iranischen Rakete getroffen wurde. Amateur-Videos zeigen, wie die Maschine in der Luft in Flammen stand.

Quelle: AFP
EU-Kommissionpräsidentin Ursula von der Leyen beim Kamingespräch mit dem britischen Premierminister Boris Johnson.
(Foto: AFP)

Ein freundliches, offenbar aber unergiebiges Kamingespräch hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in London mit Lokalmatador Boris Johnson geführt. Der britische Premier bestand dabei darauf, dass sein Land bis Jahresende raus aus der EU sei, das sei er seinen Wählern schuldig. Der deutsche Gast ist da skeptisch: Ohne eine Verlängerung der Übergangsperiode über 2020 hinaus sei „nicht zu erwarten, dass wir uns auf jeden Aspekt der neuen Partnerschaft einigen.“

Bei diesem London-Trip war am aufschlussreichsten, was von der Leyen an ihrer ehemaligen Alma Mater, der London School of Economics, über ihr wildes Studienjahr 1978 von sich gab. Sie habe sich damals wirklich in London und das Land verliebt, ihre Zeit jedoch eher „in den Bars von Soho und den Plattenläden von Camden als in der Bibliothek verbracht“. Das sagt die Frau, die damals aus Sicherheitsgründen „Rose Ladson“ hieß und am liebsten den „Buzzcocks“ lauschte: Die Punkband hatte Titel wie „Orgasm Addict“ oder „Ever Fallen in Love“ auf Lager.

Einen besonderen „Crexit“, einen Abschied von Englands „Crown“, nehmen Prinz Harry und Herzogin Meghan vor. Sie schockten das Königshaus mit dem Entschluss, die erste Reihe der Royals zu verlassen: „Wir wollen als ranghohe Mitglieder der Königsfamilie zurücktreten und arbeiten, um finanziell unabhängig zu werden.“ Offenbar haben die beiden den aggressiven Boulevardjournalismus genauso satt wie die innerfamiliären Nickeligkeiten, etwa mit Harrys älterem Bruder William und dessen Frau Kate.

Das Crexit-Paar will nun einige Zeit in Nordamerika verbringen. Man wolle eine „neue, fortschrittliche Rolle einnehmen“, jedoch Queen Elizabeth II. weiterhin voll unterstützen. Deren Sprecherin wiederum redet von „komplizierten Fragen, die zu regeln Zeit braucht“. Wenn wir schon bei Punk sind, können wir die „Sex Pistols“ zitieren: „God save the Queen / cause tourists are money“.

Hacker testen derzeit aus, wie weit sie mit Attacken auf deutsche Banken kommen. So waren zuletzt die Homepage und die App der Deutschen Kreditbank (DKB) am Dienstagnachmittag nicht zu erreichen. Dabei galten die Attacken noch nicht einmal der Tochtergesellschaft der BayernLB, sondern vielmehr einer Tochter von Finanz Informatik, einem IT-Dienstleisters der Sparkassen. Dorthin hat die DKB einen Teil ihrer Technik ausgelagert. „In einer zunehmend vernetzten und digitalisierten Wirtschaft entwickeln sich Cyberrisiken zu einer immer größeren und potenziell existenziellen Gefahr“, urteilt Max Weber, Partner des EY-Beratungskonzerns. Auch der Devisenhändler Travelex ist lahmgelegt worden. Die Aktionäre der Mutterfirma Finablr kommentierten das mit 20 Prozent Kursverlust.

Viele, die ihrer Zeit voraus waren, mussten auf sie in sehr unbequemen Quartieren warten, fand einmal der Schriftsteller Stanislaw Jerzy Lec. Manchmal gibt es jedoch auch Preise auf offener Bühne, so wie bei den „Energy Awards“, die wir vom Handelsblatt seit sieben Jahren veranstalten. Am Abend des 20. Januar werden wir in Berlin die aktuellen Gewinner in den vier Kategorien Industrie, Mobilität, Smart City und Start-up auszeichnen. Wenn Sie mit mir zwölf Fortschrittstreiber auf einer außergewöhnlichen Gala erleben wollen, schreiben Sie mir bitte ([email protected]). Ich konnte einige Karten zurücklegen.

Quelle: dpa
Investor Carsten Maschmeyer kehrt in die Assekuranzbranche zurück.

Und dann ist da noch der vertriebsbegabte Mann, der mit seinem AWD in der Versicherungswelt ein „Ober-Strukki“ war, der dann zum Talking Head und Bestseller-Autor („Die Millionärsformel“) wurde, um schließlich in der Gründer-Castingshow „Die Höhle des Löwen“ als TV-Guru aller Start-upper zu landen – die das Geld auch so riechen wollen, wie es Carsten Maschmeyer (vulgo: „Maschi“) von sich behauptet. Nun kehrt der Investor (80 Firmenbeteiligungen) in die Assekuranzbranche zurück: mit dem Einstieg in die so kleine wie hoffnungsgroße Insurtech-Firma Neodigital AG aus dem saarländischen Neunkirchen. Maschmeyer schwärmt uns gegenüber vom „Highlight“ und vom Partner Deutsche Rückversicherung, naturgemäß auch von der eigenen Selbsterfindung: „Aus dem einstigen Kunden-Maschmeyer wird nun der Online-Carsten.“

Ich wünsche Ihnen einen Tag mit Handlungen und Wandlungen, und dass Sie schöne Worte dazu finden. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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