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Morning Briefing Donald Trumps Wunderheilung

12.10.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

in den USA steigt Donald Trump heute wieder in den Präsidentschaftswahlkampf ein und tritt in Sanford, Florida, bei einer Kundgebung auf. Anschließend geht er in Pennsylvania und Iowa auf Tour. Der 74-Jährige erweckt dabei den Eindruck, als habe er Covid-19 in Rekordzeit besiegt. „Sieht so aus, als ob ich immun bin“, teilt Trump mit, Immunität sei für ihn wie ein „beschützender Glanz“. Der Präsident, der zuletzt mit Steroiden gefüttert wurde, twittert über eine „vollständige und komplette Entwarnung von den Ärzten des Weißen Hauses“. Beweise fehlen, weshalb der Kurznachrichtendienst diese Gesundheitsnews, die irgendwie krank wirken, mit einem Warnhinweis versah. Begründung: Trumps Tweet verletze die Regeln über die Verbreitung von irreführender und womöglich gefährlicher Information in Bezug auf Covid-19. Es ist nun einmal so, dass Ärzte weltweit wenig über Immunität bei dieser Krankheit wissen – ganz im Gegensatz zu Donald Trump. Wir hoffen mit Oscar Wilde: „Wer die Wahrheit sagt, wird früher oder später dabei ertappt.“

Quelle: AFP
Markus Söder erklärt dem Handelsblatt seine wirtschaftspolitischen Reformvorschläge für die Republik.
(Foto: AFP)

In der beliebten Reihe „Unser täglich Söder“ wird derzeit in kurzer Folge eine Kaskade von Neuigkeiten geboten. Am Samstag enthüllte der „Spiegel“, dass der bayerische Ministerpräsident im Tennis bei Bogenlampenbällen („Lobs“) tatsächlich gut schmettern kann. Am Sonntag dann zeigte sich der CSU-Chef beim „Sonntagsstammtisch“ im Bayerischen Fernsehen enttäuscht, dass uns in der Coronakrise trotz technischen Höchststands nichts anderes einfällt als Stofflappen vor Mund und Nase. Abends erklärte er in den „Tagesthemen“ seinen 250-Euro-Bußgeld-Plan für Maskenmuffel. Und in der heutigen Ausgabe des Handelsblatts schließlich erklärt Markus Söder seine wirtschaftspolitischen Reformvorschläge für die Republik. Motto: „Wir brauchen ein Update des Konjunkturprogramms“.

Söder will die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen steigern:

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    • Wir müssen die Energiepreise senken. Die EEG-Umlage und die Stromsteuer müssen runter auf europäische Vergleichswerte.

    Er fordert eine finanzpolitische Wende:

    • Wir brauchen eine Corona-Steuerreform als Frischzellenkur für die Wirtschaft. Dazu gehört die Senkung der Unternehmenssteuersätze auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau von 25 Prozent. Zudem bin ich dafür, dass wir die Möglichkeit des Verlustrücktrags deutlich verlängern und erweitern.

    Und er plädiert für Subventionen beim Autokauf via Transformationsgutscheine:

    • Wer jetzt einen modernen Verbrenner kauft und damit CO2 reduziert, bekommt einen Gutschein für die Anschaffung eines neuen Elektrofahrzeugs in drei bis fünf Jahren. So fördern wir heute den Umstieg auf klimafreundliche und sparsame Benziner und Dieselautos, solange es noch nicht ausreichend Elektrofahrzeuge gibt.

    Angesichts der medialen Dauerpräsenz Söders und seiner immer noch guten, wenn auch leicht fallenden Umfragewerte sind erste Christdemokraten dazu übergegangen, nicht ein Update der Konjunkturpläne, sondern ein Update des Kanzlerkürprogramms zu fordern.

    Viele Interviews gibt Andrea Enria nicht, der Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB). Deshalb ist umso wichtiger, was der Italiener meinen Kollegen zum derzeitigen Zustand der europäischen Banken sagt: Zu unrentabel, zu teuer, manchmal ohne tragfähiges Geschäftsmodell, dafür mit faulen Krediten, lautet seine Diagnose. Gefolgt wird das Ganze von einem offenherzigen Rat: „Die Banken sollen einen ehrlichen Blick in ihre Kreditbücher werfen und prüfen, welche ihrer Kunden die Krise wirklich überstehen werden.“ Und am Ende preist der Oberkontrolleur auch noch grenzüberschreitende Fusionen in Europa, man müsse „größer denken“. Die alte Angst vor „Too big to fail“ weicht hier einer noch einfacheren Botschaft: „Think big!“

    Von einem Comeback nach der „Ibiza-Affäre“ träumte Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei der Landtagswahl in Wien. Daraus wurde nichts: Der österreichische Rechtsaußen dürfte mit nur rund 3,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Seine einstige rechtspopulistische Heimatgruppierung FPÖ erwischte es noch schlimmer: minus 23,1 Punkte auf mickrige 7,7 Prozent. Als Sieger fährt im blumengeschmückten Fiakerl die SPÖ mit 42 Prozent der Stimmen vor, gefolgt von der stark zulegenden ÖVP mit 18,8 Prozent und den Grünen, die 14,1 Prozent erreichten. Die Bilanz eines Wahltages: SPÖ-Wahlsieger und Bürgermeister Michael Ludwig wird jetzt als „Angela Merkel von Wien“ bejubelt, während sich das „Team HC Strache“ als Abbruchunternehmen entpuppen dürfte.

    Quelle: AP
    Der thailändische König Rama X. wird am Starnberger See offenbar zu einer Standortbelastung.
    (Foto: AP)

    An prominenten Residenten aus dem Hochadel fehlt es im Freistaat Bayern nicht. Aber der König mit dem Namen Maha Vajiralongkorn, kurz Rama X., der eine Villa am Starnberger See besitzt und sich zu Coronazeiten meist in einem für ihn reservierten Hotel im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aufhält, wird offenbar zu einer Standortbelastung. In Thailand jedenfalls protestieren vor allem junge Menschen gegen ihren 68-jährigen König, der mit seinen Fluggeräten und einem Maybach beständig hohe Kosten produziert. Hunderttausende wetterten zuletzt gegen den Militärstaat, der für Majestätsbeleidigung deftige Haftstrafen vorsieht. Dabei nennen die Demonstranten Rama X. – in Anlehnung an Lord Voldemort aus den Harry-Potter-Romanen – nur „Er, dessen Name nicht genannt werden darf“. Und sie halten Fotos des Königs und seiner oberbayerischen „Heimat“ in die Höhe. Diese Tourismuswerbung wünscht sich kein Fremdenverkehrsamt.

    Quelle: dpa
    Christian Klein arbeitet am großen Ziel, aus SAP eine Cloud-Company zu machen.

    Ein Jahr ist Christian Klein nun Chef von SAP – und arbeitet mit diversen Umorganisationen, intern „Reorgs“ genannt, am großen Ziel, aus dem Softwarekonzern eine Cloud-Company zu machen. In einem Report beschreiben wir, wie das gehen soll. „Ich möchte die Themen besser verstehen und hinterfrage auch Dinge“, beschreibt der 39-Jährige seinen Führungsstil und behauptet, „dass sich der Druck auf die Führungskräfte erhöht hat“. Von der einstigen Co-Chefin Jennifer Morgan ist nicht mehr die Rede in Walldorf – dafür aber von Sabine Bendiek. Die Chefin von Microsoft Deutschland soll von Januar 2021 an im Vorstand des Dax-Konzerns helfen, den schönen Cloud-Plan zu vollenden.

    Und dann ist da noch die Frau, die als Drehbuchautorin die Erfolgsfilme „Keinohrhasen“ – erschienen 2007 – sowie „Zweiohrküken“ – erschienen 2009 – erfand. Nun, viele Jahre nach den Kino-Coups, verklagt Anika Decker vor dem Berliner Landgericht die Produktionsfirma der Branchengröße Til Schweiger sowie Warner Bros. Entertainment. Die 45-Jährige will es nicht hinnehmen, angeblich unangemessen an den Gewinnen beteiligt worden zu sein. So habe sie für „Keinohrhasen“ 50.000 Euro erhalten, das Werk habe aber allein in Kinos rund 70 Millionen Euro eingespielt. Hinzu kommen Einnahmen aus DVD-Vertrieb, Streaming und Pay-TV. Decker hofft, an den Verhältnissen etwas zu ändern, sagt sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Inzwischen ist mir klar – das hat System. Ich kenne keine Drehbuchautoren, die mir sagen können, wie viel Geld zwischen den Firmen, die am Film beteiligt sind, geflossen ist.“ Typischer Fall von „Keineurohasen“.

    Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche – mit angemessener Würdigung Ihres Tuns.

    Herzliche Grüße

    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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