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Morning Briefing Ein Duo mischt die CDU auf

26.02.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

er tut es, sie tun es. Armin Laschet und sein Sozius Jens Spahn sind nun die Favoriten für die Chefentscheidung auf dem CDU-Sonderparteitag am 25. April. Einmal, weil sie ein breites Spektrum abdecken und dann auch, weil noch den großen NRW-Landesverband hinter sich haben. Mit ihrer „Nimm-Zwei“-Strategie haben sie beim gestrigen Kandidatenlauf dem Sauerländer Friedrich Merz die Show gestohlen. Ihr Schulterschluss hat zwar nicht ganz die Strahlkraft wie der Saarschleifen-Bund von Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine 1998, wird am Ende aber womöglich die gleichen Ingredienzen aufweisen: Himmelhochjauchzender Beginn, Erfolg in der Ebene der Mühen, späteres Misstrauen, gefolgt von der finalen Machtfrage. Solche Bündnisse sind nicht für die Ewigkeit gemacht.

Für die deutsche Wirtschaft aber ist Merz – wie schon 2018 bei seinem ersten Versuch, der Parteiführer der Herzen – wie unsere Titelgeschichte klarmacht. Tunnelbauer Martin Herrenknecht will ihn sowohl für den CDU-Vorsitz als auch als Kanzlerkandidat, Roland Mack vom Europa-Park Rust erhofft sich eine bessere Infrastrukturpolitik, CDU-Wirtschaftsoberrätin Astrid Hamker erblickt einen „glaubwürdigen Neuaufbruch“ – eine anti-merkelianische Hoffnung, die Mittelstands-Hero Merz bei jedem Gang vor die Mikrofone gerne bedient, während Laschet in diesem Machtkampf ein wenig im Johannes-Rau-Stil den Versöhner einer zutiefst verunsicherten Partei gibt.

Quelle: dpa
Mit einer Lockerung der geplanten Regel für einen Mindestabstand zwischen Windrädern und Siedlungen will Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Streit um den Ökostrom-Ausbau vorankommen.

Schon immer war es in sich unlogisch, einerseits aus Atom- und Kohlestrom auszusteigen, andererseits aber auch – wie zuletzt geschehen – den Ausbau der Windkraft zu behindern. Nun will Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) den Bundesländern erlauben, nach Gutdünken von der geplanten 1000-Meter-Abstandsregelung zwischen Siedlung und Windenergieanlage abzuweichen. „Opt-in“ heißt diese Variante und der Fachmann schnalzt mit der Zunge. Zudem soll jetzt kritisch geprüft werden, ob das ergrünte Deutschland wirklich auf dem Weg ist, den anvisierten Ökostrom-Anteil von 65 Prozent bis 2030 zu schaffen.

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    Es war ein schwieriger Vertrag für die Staaten Deutschland und Frankreich, aber dann waren sie stolz, doch einen Rüstungsdeal zustande gebracht zu haben. Aber womöglich einen rechtlich nicht einwandfreien, wie die „Frankfurter Allgemeine“ herausfand. Die Kritik basiert auf einem Gutachten der Staatsrechtlerin Sigrid Boysen von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Sie stört sich beispielsweise daran, dass die zwei Länder sich sofort gegenseitig – bei Einhaltung bestimmter Bedingungen – die Erlaubnis für den Export grenzüberschreitend gefertigter Rüstungsgüter erteilen. Außerdem sei für das Abkommen, so die Studie, ein Zustimmungsgesetz des Deutschen Bundestags erforderlich.

    Quelle: dpa
    Die Tupperware-Party ist zu Ende.

    Es war einmal eine Firma, die Frischhaltedosen in alle Welt verkaufte und dafür am liebsten Partys organisierte. Jahrzehntelang funktionierte das Geschäft mit dem Plastik bei Tupperware prächtig, drei Millionen Vertriebsspezialisten legten hier Hand an. Doch inzwischen ist der Umsatz von einst 2,6 Milliarden Dollar (2014) auf nur noch rund 1,6 Milliarden gefallen, die Marke ist im Selbstmitleid-Modus. Interimschef Chris O‘Leary, erst im vorigen November an Bord gekommen, muss nun insgesamt 50 Millionen einsparen. „Im Feuer erweist sich das Gold als echt, im Unglück der tapfere Mann.“

    Zwei neue Corona-Fälle in Deutschland machen klar, dass sich das Virus von China aus auf den Bahnen der Globalisierung ausbreitet. In Baden-Württemberg hatte sich ein 25-Jähriger aus Göppingen wohl auf einer Italienreise nach Mailand angesteckt. Im nordrhein-westfälischen Erkelenz wiederum ist der Zustand eines Mannes Mitte 40 kritisch. Insgesamt gibt es in Deutschland 17 bestätigte Fälle des Coronavirus. Die Dunkelziffer dürfte jedoch um einiges höher sein. In den USA warnen Offizielle vor dem unausweichlichen Verbreiten des Virus. Auch heute dürften neue Meldungen über die Lungenkrankheit und erste Kapazitätsengpässe bei Schutzmasken die Runde machen.

    Quelle: dpa
    Disney-Chef Robert Iger tritt zurück.

    Und dann ist da noch Robert („Bob“) Iger, Disney-Chef mit Star-Qualität, der nun völlig überraschend den sofortigen Rückzug als CEO verkündet hat. In 15 Jahren hat der Manager die Conquistadoren-Rolle mit Schneid und Charme ausgefüllt: Kauf von Marvel Entertainment und Lucasfilm („Star Wars“), Partnerschaft mit Apple und Erwerb des Trickfilmstudios Pixar, schließlich Kauf des Filmgeschäfts von Rupert Murdoch (21th Century Fox) und Start des Anti-Netflix-Wesens Disney+. Iger stieg zum König von Hollywood auf, der 2019 für knapp 40 Prozent der Stoffe in den Kinos sorgte. Seine Autobiografie „The Ride of a Lifetime“ (2019) gab im Übrigen noch keinen Hinweis auf seinen jetzt gekürten Nachfolger Bob Chapek, bisher der Herrscher über die Disney-Parks. Als Chairman des Verwaltungsrats wird der 69-jährige Iger noch ein wenig länger fungieren und sich an Weisheiten der Disney-Figuren ergötzen, etwa an Pocahontas: „Der richtige Weg ist nun mal nicht immer der einfachste Weg.“

    Ich wünsche Ihnen einen gelungenen Tag mit viel Gefühl für den richtigen Pfad. Für Fußballfans wird er zweifelsohne durch das 3:0 des FC Bayern München in London bei FC Chelsea verschönt.

    Es grüßt Sie herzlich


    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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