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Morning Briefing Eine Bankenfusion mit Hindernissen

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

aus den Spekulationen ist Gewissheit geworden: Die Deutsche Bank und die Commerzbank nehmen offizielle Sondierungsgespräche über eine Fusion auf. Die Commerzbank sprach von einem „eventuellen Zusammenschluss“, die Deutsche Bank von „strategischen Optionen“. Schöne Worthülsen, dabei gibt es in Wahrheit nur ein denkbares Modell: Die Deutsche Bank übernimmt die Commerzbank – die große Bank schluckt die kleine Bank.

Quelle: Reuters
Der Weg für die Übernahme ist steinig: Die Deutsche Bank und die Commerzbank nehmen offizielle Sondierungsgespräche über eine Fusion auf.

Der Weg für die Übernahme ist steinig und keineswegs sicher. Beide Vorstände werden kritisch in die Bücher der Konkurrenz schauen. Risikopapiere halten beide Geldhäuser. Und trotz einiger Synergie-Effekte bei den IT-Kosten drohen Massenentlassungen in beiden Instituten, wenn das fusionierte Geldhaus nachhaltig erfolgreich sein will. Die Arbeitnehmervertreter haben deshalb schon klargemacht, was sie von den Plänen halten: nichts.

Auf die Vorstandschefs der beiden Banken, Christian Sewing und Martin Zielke, wartet eine heikle Aufgabe. Entscheidend wird aber auch die Rolle des Bundes sein, der mit 15 Prozent größter Einzelaktionär der Commerzbank ist. Nachdem Finanzminister Olaf Scholz wie kaum ein anderer den Zusammenschluss herbeigeredet hat, müsste er die Fusion mit allen Konsequenzen mittragen – Stellenabbau inklusive. Man kann gespannt sein, wie sich der sozialdemokratische Vizekanzler bei diesem Manöver verhält. SPD-Chefin Andrea Nahles wird jeden Schritt ihres parteiinternen Konkurrenten wahrscheinlich mit Argusaugen verfolgen.

Und selbst wenn die Bankenfusion alle politischen Hürden nehmen sollte, muss noch die Europäische Bankenaufsicht die Transaktion absegnen. Immerhin entsteht gemessen an der Bilanzsumme von knapp zwei Billionen Euro eines der größten Finanzinstitute Europas. Die Aufseher werden den neuen Bankgiganten nur genehmigen, wenn das Geschäftsmodell überzeugend und nachhaltig erfolgreich ist. Den Nachweis sind Sewing und Zielke noch schuldig.

Quelle: AP
Sheryl Sandberg: Die Facebook-Chefin kritisiert im Handelsblatt-Interview, dass Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger als Männer verdienen.
(Foto: AP)

Das Handelsblatt hat ein außergewöhnliches Doppelinterview geführt: Facebook-Chefin Sheryl Sandberg und Wirtschaftsminister Peter Altmaier haben – per Videoschalte – über die Rolle von Frauen in der Wirtschaft diskutiert. Sandberg kritisierte, dass Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger als Männer verdienen. „Wenn es gelingt, diese Zahlen zu verbessern, wird sich das im Wirtschaftswachstum zeigen. Gleichberechtigung bedeutet mehr Wachstum“, sagte die erfolgreiche US-Managerin. Zum Equal-Pay-Day zeigte sich die sonst regulierungskritische Sandberg offen für gesetzliche Quoten.

Wirtschaftsminister Altmaier will dagegen nicht alles bis ins kleinste Detail regulieren und weitere Vorschriften machen, um den Anteil von Frauen in der Wirtschaft zu erhöhen. Der CDU-Politiker nannte es „die große Aufgabe unserer Generation“, Gleichberechtigung zu erreichen. Altmaier wörtlich: „Und deswegen sage ich aus vollem Herzen: Ich bin Feminist.“ Was für ein Bekenntnis!

FDP-Chef Christian Lindner ist bereit für Neues: Im Interview mit dem „Tagesspiegel“ erklärte er, seine Partei könnte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einem Regierungswechsel zur neuen Kanzlerin wählen. Den Satz muss Lindner ernst meinen, er hat ihn jetzt schon zum x-ten Mal in den vergangenen Wochen gesagt. Er erinnert an den früheren SPD-Chef Franz Müntefering: „Opposition ist Mist.“

Quelle: dpa
Tilman Kuban, Bundesvorsitzender der Jungen Union (JU).

Tilman Kuban ist neuer Vorsitzender der Jungen Union. Gleich nach seiner Wahl zum Nachfolger von Paul Ziemiak machte der 31-jährige Jurist mit markigen Sätzen von sich reden. Er forderte einen Kabinettsposten für Friedrich Merz, kritisierte die „Rentengeschenke“ der SPD und den „Verbots-Fetischismus“ der Grünen. Die Nachwuchsorganisation der Union hat offenkundig eine Vorliebe für Konservatismus.

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Start in die Woche.

Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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