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Morning Briefing EU kämpft gegen Geldwäsche

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,


am heutigen Mittwoch ringt sich die EU-Kommission offenbar zu Aktionen gegen Geldwäsche durch. Eine „Schwarze Liste“ feiert Premiere, die 23 Staaten mit starker Neigung zu schmutzigem Geld und Terror-Finanzierung aufführt – und deren Geschäftigkeit in Europa nun begrenzt wird. Darunter befinden sich nach auch die Finanzoase Panama und der US-Partner Saudi-Arabien. Großbritannien soll zusammen mit Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich versucht haben, die beiden Länder von der Liste zu bringen. Doch EU-Justizkommissarin Vera Jourova zieht die Sache allem Anschein nach durch. Den größten Spaß bringen nun mal Dinge, von denen andere sagen, du könntest sie nicht tun.

Quelle: Reuters
Der Konzern erwartet Milliardenaufträge aus Deutschland.

Wer von Airbus spricht, denkt am ehesten an Passagierflugzeuge. Doch kurz vor der Bilanzvorlage am morgigen Donnerstag drängen erfreuliche News aus der lange problembelasteten Militärsparte nach draußen. Der Konzern hofft auf Milliardenaufträge aus Deutschland, dokumentieren wir in unserer Titelstory. So sollen 33 ältere Eurofighter sowie 85 Tornado-Jets (die im Ernstfall US-Atomwaffen tragen könnten) ersetzt werden. Es geht insgesamt um Bestellungen von über zehn Milliarden Euro. Hauptsache, es funktioniert besser als beim Regierungsflieger, denkt man. Hauptsache, die Dinger fliegen.

Wie gerecht sind die US-Sanktionen gegen Iran? Die Frage stellt sich, wenn man Dagmar von Bohnstein zuhört, Geschäftsführerin der deutsch-iranischen Handelskammer in Teheran. Die US-Behörden seien „nicht in erster Linie hinter ihren Firmen her“, sagt sie im Handelsblatt, es gebe kaum Beschränkungen von US-Waren in iranischen Läden. Produkte aus Europa dagegen verschwänden. Das Klagelied ist oft zu hören, offenbar handelt es sich bei der Ethik aus Washington um Doppelmoral. „Die deutsche Wirtschaft hat gelernt, dass, wenn es amerikanischen Vorteilen dient, die USA auch in den Iran liefern, während sie europäischen Unternehmen mit Sanktionen drohen“, sagt Helene Rang aus der Spitze des Nah- und Mittelostvereins der deutschen Wirtschaft.

Mehr Zeit fordern und Nerven behalten, das sind die „key essentials“, die Theresa May im britischen Parlament immer wieder präsentiert. Doch ihr Chefberater plauderte in einer Bar in Brüssel aus, die Abgeordneten würden im letzten Moment vor dem offiziellen Brexit-Datum (29. März) vor die Wahl gestellt, den Plan der Premierministerin oder eine längere Verschiebung zu akzeptieren. Wie auch immer: Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling sieht den deutschen Mittelstand für einen „Hard Brexit“ schlecht vorbereitet. Viele Firmenkunden der Banken hätten sich bisher „nur unzureichend mit den Folgen des Brexit für ihre Finanzgeschäfte beschäftigt“.

Quelle: AP
Bei Trump mischt sich Frust mit Trotz.
(Foto: AP)

Wenn jemand mit der Penetranz eines Leierkastens 100 Prozent fordert, dann aber nur 24,1 Prozent bekommt, macht das tatsächlich nicht gerade happy. Insofern kann man die Larmoyanz des US-Präsidenten Donald Trump verstehen, dem seine Republikaner und die Demokraten in einem Agreement nur 1,375 Milliarden Dollar für die mexikanische Mauer bewilligt haben. Doch Trump will offenbar im Budgetstreit mit dem Parlament einen neuen „Shutdown“ vermeiden, eine Zwangspause für Beamte. Er hole sich die fehlenden 4,4 Milliarden noch, kündigt er an. Frust mischt sich bei ihm mit Trotz.

Es ist noch nicht lange her, da war Justin Trudeau so etwas wie „Kanadas Kennedy“, also der politische Charmebolzen, den die USA nicht haben. Nun aber ist seine Wiederwahl im Oktober gefährdet. Kostet ihn eine Korruptionsaffäre des Baukonzerns SNC Lavalin den Job? Angeblich soll sein Premierministerbüro die damalige Justizministerin Jody Wilson-Raybould angewiesen haben, eine außergerichtliche Einigung mit SNC Lavalin anzustreben. Dass die geschasste Ministerin aus einem Ureinwohnervolk von der Westküste stammt und ein beliebter Star im Regierungskabinett war, macht die Sache noch komplizierter.

Und dann ist da noch Bundesliga-Chef Christian Seifert, 49, der einen neuen Umsatzrekord meldet: 4,42 Milliarden Euro, bedingt durch einen für ihn fulminanten Medienvertrag mit Sky, Eurosport & Co. Ich habe mich lange mit ihm für einen Fußball-Report darüber unterhalten, warum trotz der Geldschwemme 2017/18 die Gewinne sanken. Antwort: Die Klubs gaben gigantisch mehr für Spieler aus. Seifert schreibt im Frühjahr 2020 die Medienrechte neu aus, die Vorbereitungen laufen, 80 Prozent mehr Erlös wie zuletzt dürften aber illusorisch sein: „Es geht ja nicht nach dem Prinzip Hoffnung.“ Dieses Prinzip geht auf den Philosophen Ernst Bloch zurück, der dankenswerterweise für eine Arbeit empfahl, ins Gelingen statt ins Scheitern verliebt zu sein.

Ich wünsche Ihnen einen gelungenen Tag, hoffentlich. Es grüßt Sie

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor


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