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Morning Briefing Europa lässt US-Touristen nicht rein

24.06.2020 - 06:04 Uhr 1 Kommentar

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Anbruch der Sommerferien lockern Europas Staaten ihre strikten Corona-Reiserestriktionen. Doch das Glück ist nicht vollkommen. Die EU-Kommission denkt daran, ihren Mitgliedsländern zu empfehlen, amerikanische Touristen nicht mehr auf den Kontinent zu lassen, offenbaren zwei EU-Diplomaten. Grund ist der starke Anstieg der Corona-Fallzahlen (jüngst 32.000 an einem Tag) in den Vereinigten Staaten.

Die Laissez-faire-Politik des Präsidenten Donald Trump hätte somit massive Auswirkungen. Der Regierungschef hatte sogar angeregt, weniger zu testen, um die Fallzahlen nicht ansteigen zu lassen. Chefvirologe Anthony Fauci will sich danach aber nicht richten. Und der Chef des US Centers for Disease Control and Prevention sagt einen bestürzenden Satz: „Covid-19 hat die Nation in die Knie gezwungen.“

Quelle: Reuters
Trump wollte weniger testen, um die Fallzahlen nicht ansteigen zu lassen. Chefvirologe Anthony Fauci ist dagegen.

Was die Amerikaner für Europa sind, sind die Gütersloher für die Bundesrepublik. Ein Ehepaar aus dem ostwestfälischen Landkreis, der die Virenschleuder Tönnies Fleischwerk beheimatet, musste die Ostsee-Insel Usedom verlassen. Bayerische Hotels sind ebenfalls auf dem Anti-Gütersloh-Trip. Dagegen hilft nur ein Dokument über einen negativen Corona-Test, nur dann ist der Gast aus Gütersloh oder Warendorf willkommen – Orte, für die jetzt ein Lockdown gilt. Tragisch für die Westfalen, die Heinrich Heine einst gerühmt hat: „Ich habe sie immer so liebgehabt, die, lieben, guten Westfalen, ein Volk, so sicher, so fest, so treu, ganz ohne Gleißen und Prahlen.“

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    Kommt sie nun, die groß angekündigte Strafanzeige des Horst Seehofer gegen die „taz“-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah? Folgt auf eine törichte, missratene Satire über Polizisten, die eigentlich auf die Mülldeponie gehörten, eine noch törichtere Breitseite des Bundesinnenministers gegen die Pressefreiheit? Seehofer hatte sogar einen Zusammenhang zwischen der Enthemmung des Wortes und der Enthemmung der Taten in Stuttgart hergestellt. Ganz so, als sei die „taz“ Stammlektüre der kiffenden Schloßgarten-Szene.

    Dass die Kanzlerin Angela Merkel ihren wirren Minister von der Strafanzeige abbringen will, macht die Sache zum politischen Vorgang. Einknicken oder durchziehen? Horst Seehofer hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus der man nur als Verlierer herauskommt.

    Wenn sich in einem Dax-Konzern wie Wirecard plötzlich fast zwei Milliarden Euro in Luft auflösen, dann ist das schon mal einen Haftbefehl gegen den CEO wert. Dass dann aber der Österreicher Markus Braun, der sich freiwillig stellte, gegen fünf Millionen Euro Kaution wieder gehen durfte, ist eine größere Überraschung.

    Verständlich wäre das nur bei tatkräftiger Mithilfe bei der Aufklärung – die Ex-Vorstand Jan Marsalek betreffen könnten, gegen den wohl auch ein Haftbefehl ausgestellt sein müsste. Der Mann soll derzeit in der philippinischen Hauptstadt unterwegs sein und dort angeblich entlastende Dokumente besorgen wollen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“: Thrilla in Manila.

    Quelle: Reuters
    Urlaubsgäste, die aus dem Landkreis Gütersloh stammen, sind derzeit in anderen teilen nicht gerne gesehen.

    Richtig sauer über den Wirecard-Skandal ist der globale Investor Softbank des Japaners Masayoshi Son. Das Fake-Institut aus Aschheim bei München gefährdet den eigenen Ruf, der ohnehin nach einigen Fehlinvestments „in tatters“ ist. Sons Finanzfirma hat 2019 mit ihrem Einstieg bei Wirecard das Gebilde des Doktor Braun erst richtig salonfähig gemacht. Letztlich waren es dann offenbar die Leute von Softbank, die den anhaltenden Widerstand von CEO Braun gegen eine Sonderprüfung gebrochen haben.

    „Hallo Markus“, heißt es in einem uns vorliegenden Schreiben, „der Einfachheit halber haben wir nachfolgend die Vorgehensweise aufgeführt, die Du und der Vorstand dringend prüfen müssen.“ Daraufhin wurde KPMG aktiv – und vermerkte, eine Milliarde Euro Umsatz mit einem Drittpartner in Abu Dhabi sei nicht belegbar. Das Unheil nimmt manchmal mit einer kleinen Notiz seinen Lauf.

    Für Bayer war der Kauf des umstrittenen US-Saatgutkonzerns Monsanto eine kostspielige Sache. 63 Milliarden Dollar waren vor zwei Jahren sofort fällig, jetzt kommen nach langen juristischen Zwistigkeiten noch mal acht bis zehn Milliarden Euro hinzu. So viel kostet den CEO Werner Baumann der Vergleich mit den vielen Glyphosat-Klägern, die dem Unkrautvernichter Schuld an Krebserkrankungen geben. Der Bayer-Aufsichtsrat werde in den kommenden Tagen über eine vorliegende unterschriftsreife Einigung abstimmen, referieren wir in unserer Titelgeschichte. Der Streit ist vorbei, das Imageproblem bleibt.

    Am 1. Juli sollen die Förderungen des Corona-Konjunkturpakets die Unternehmen erreichen. Aber was bringen sie wirklich? Was ist zu beachten? Mehr darüber können Sie an diesem Freitag, 26. Juni, ab 14 Uhr live bei der Digital Edition der Handelsblatt-Konferenz „Das Konjunkturpaket in der Praxis“ erfahren. Mit dabei unter anderem der SPD-Chef Norbert Walter-Borjans, der Steuerabteilungsleiter des Bundesfinanzministeriums Rolf Möhlenbrock, sowie die Steuerexperten von Deutsche Lufthansa, Continental und der Schwarz-Gruppe. Haben Sie Lust mitzudiskutieren? Dann schreiben Sie mir bis Donnerstagmorgen um 10 Uhr, ich habe zehn Tickets für Sie zurückgelegt.

    Quelle: AFP
    Corona-Skandal um den weltbesten serbischen Tennisspieler Novak Djokovic. Bei seiner "Adria-Tour" wurde zuviel gefeiert, jetzt hat er sich infiziert.
    (Foto: AFP)

    Und dann ist da noch der Serbe Novak Djokovic, weltbester Tennisspieler, der zusammen mit anderen Stars für einen großen Corona-Skandal sorgt. Bei einer von Djokovic mitorganisierten „Adria Tour“ hatte man munter aufgespielt und gefeiert – mit dem Resultat, dass sich der Champion nebst drei anderen Akteuren infiziert hat. Auch seine Frau und andere Personen im Umfeld wurden positiv getestet. Das sei eine „Horror-Show“ gewesen, sagt der Doppelspieler Bruno Soares.

    Djokovic selbst erklärt, es tue ihm so „unendlich leid, dass unser Turnier solchen Schaden angerichtet hat. Es war zu früh.“ Dieser Aufschlag landete klar im Aus.

    Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag, achten Sie auf Ihre Gesundheit. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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    1 Kommentar zu "Morning Briefing : Europa lässt US-Touristen nicht rein"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Guten Morgen. Formulierungen wie „ Bayerische Hotels sind ebenfalls auf dem Anti-Gütersloh-Trip.“ erscheinen mir für Ihre Zeitung zu flapsig, fast unseriös. Es handelt sich um eine behördliche Anordnung, an die sich die Hotels halten müssen. Überdenken Sie bitte Ihren Stil, ich überdenke, ob ich mein kürzlich abgeschlossenes Digital-Abo verlängern werde. Beste Grüße!

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