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Morning Briefing Großhochzeit im Medienmarkt

17.05.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

als ich mich vor ein paar Monaten mit Gunnar Wiedenfels, Finanzchef des US-Konzerns Discovery, über Netflix, Disney+ und den Streaming-Boom unterhielt, war seine Prognose klar: Die Angebotsvielfalt werde womöglich für den Konsumenten irgendwann zu unübersichtlich. „Mittelfristig wird es sicher zu einer Konsolidierung kommen“, so Wiedenfels. Nun ist es soweit, unter tätiger Mithilfe seines Arbeitgebers: Die zahlreichen Discovery-Kanäle, von Eurosport bis Food Network, sollen in einem Blockbuster-Deal mit den Medienaktivitäten des US-Giganten AT&T verschmelzen, der auch auf Streaming setzt.

Dazu gehören etwa CNN, HBO, Cartoon Network und dass Hollywood-Studio Warner Bros. Pictures. Unter dem Druck der Börse soll sich AT&T lieber auf Telekommunikation konzentrieren und auf den Kampf mit Verizon und T-Mobile. Dass der Gigant einst 85 Milliarden Dollar für Inhalte ausgab, dient nur noch der historischen Wahrheit.

Es ist eine blutige Rechnung: 3100 Raketen feuerten militante Palästinenser auf Israel, zehn Menschen starben. Umgekehrt soll es bei Bombardements des israelischen Militärs im Gaza-Streifen 192 Tote gegeben haben.

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    Die USA stellen sich offenbar noch gegen eine gemeinsame Erklärung des UN-Sicherheitsrats. Am morgigen Dienstag wollen nun die EU-Außenminister darüber beraten, wie Europa „am besten zu einem Ende der derzeitigen Gewalt beitragen“ kann, so der Außenbeauftragte Josep Borrell. Ein Weg wäre ein baldiges Treffen des „Nahost-Quartetts“, zu dem die Vereinten Nationen, die EU, die USA und Russland gehören.

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    Vom Start-up One Fiber Interconnect GmbH haben Sie vermutlich noch nie gehört. Als strategischer Investor tritt der Helios-Kliniken-Gründer Lutz Helmig mit seiner Aton-Gruppe auf, als operativer Chef Klaus Kremper, einst Güterverkehrschef der Deutschen Bahn.

    Mit seinem alten Arbeitgeber bringt der Manager ein Riesenprojekt an den Start: entlang des Bahn-Schienennetzes ein 27.000 Kilometer langes eigenes Glasfasernetz aufzubauen. Nach langen Verhandlungen hat man sich auf das Vorgehen geeinigt, erfuhren meine Kollegen. Entstehen soll ein „homogenes Netz“, das etwa bei Cyber-Angriffen vom globalen Netz zu trennen ist. Auch ein baldiges Ende der Datennetzlöcher wird versprochen.

    Quelle: dpa
    Die hohen Materialpreise von Windkraftanlagen machen den Herstellern zu schaffen. 
    (Foto: dpa)

    Die Energiewende ist uns lieb und teuer – so teuer wie vorher nicht gedacht. Die Rekordpreise für Rohstoffe machen nämlich grüne Technologien deutlich kostspieliger, wie unser Aufmacher im Ressort Märkte + Unternehmen analysiert. So hat jetzt Vestas, Großproduzent von Windkraftturbinen aus Dänemark, eine kräftige Preiserhöhung angekündigt, weil Stahl um mehr als 25 Prozent teurer wurde. Auch andere Branchengrößen wie Nordex und Siemens Gamesa planen, ihre Produkte zu viel höheren Tarifen anzubieten.

    Egal, ob Stahl und Seltene Erden für Windräder und Elektromotoren, Silber und Silikon für Solarmodule, Kupfer und Aluminium für den Ausbau der Stromnetze oder Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan für Batterien – der Trend zur „Green Energy“ wird die Rohstoffnachfrage und die Preise weiter antreiben.

    In der Öffentlichkeit hat das Begehren des Hauses Hohenzollern auf Entschädigungen und Rückgabe tausender Kunstwerke große Aufmerksamkeit erzeugt. Nun sind die Verhandlungen von Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg mit dem Adelshaus um eine außergerichtliche Einigung gescheitert. Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle nennt im „Tagesspiegel“ drei Gründe: So sei es den Hohenzollern offenkundig unmöglich, die Klage-Aktionen gegen Wissenschaftler und Journalisten zu stoppen, einen breiten Diskurs zu fördern und ein letztes Angebot der öffentlichen Hand aus dem Jahr 2018 zu akzeptieren. Es sollte für alle Objekte den freien Zugang für Forschung und Öffentlichkeit sicherstellen.

    Nun muss das Potsdamer Verwaltungsgericht über eine Klage von Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, dem aktuellen Hohenzollern-Chef, entscheiden. Sie richtet sich gegen das Land Brandenburg, das eine Entschädigung der nach 1945 enteigneten Immobilien mit Verweis auf NS-Vorlieben der Hohenzollern ablehnt.

    Fakt ist: Vom letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. sind tatsächlich bizarre verbale Verirrungen bekannt. So schrieb er 1927 einem amerikanischen Freund: „Die Presse, die Juden und Mücken sind eine Pest, von der sich die Menschheit so oder so befreien muss – I believe the best would be gas.“

    Einer der irrsinnigsten Corona-Vergleiche von Politikern war, Mallorca in einem Atemzug mit Ischgl zu nennen. Aktuell weist die Balearen-Insel gerade mal 23 Fälle auf 100.000 Einwohner auf. Es gibt strenge Masken- und Test-Bestimmungen. Und nun wirbt die regionale Ministerpräsidentin Francina Armengol mit einer speziellen Versicherung um Sommer-Urlauber: In einem Infektionsfall deckt sie die Kosten ab, etwa für ein neues Flugticket oder Hotels.

    Im Corona-Jahr 2020 war die Zahl der ausländischen Urlauber auf Mallorca um fast 90 Prozent eingebrochen. Die zurückkehrende Nachfrage hat dort bereits zu Preissteigerungen von 30 Prozent für Mietwagen geführt – die vorsichtigen Verleihfirmen hatten eine zu kleine Zahl von Autos auf die schöne Ferieninsel geordert.

    Quelle: dpa
    Musiker Udo Lindenberg wird heute 75 Jahre.

    Und dann ist da noch Udo Lindenberg, Kulturschaffender seit den 1960er-Jahren, der heute 75. Geburtstag feiert. Die Zeitungen sind voll mit Geschichten über den Musiker, der einst bei „Passport“ trommelte und später die deutsche Sprache Pop-fähig machte. Er sang über die Reeperbahn, Rudi Ratlos, Jonny Controletti, Andrea Doria, Erich Honecker und den Horizont, hinter dem es immer weitergeht.

    Zum Jubiläum bessert er mit dem neuen Album „Udopium“ die Umsätze der Musikindustrie auf. Lindenberg, der während Corona allein im Hamburger Hotel „Atlantic“ weilte, hat inzwischen etwas Karl-Lagerfeld-Artiges an sich, eine quasi zeitlose Marke seiner selbst. Wie sang er doch in einem frühen Hit: „Ich möchte mal `nen Medizinmann fragen / wieviel böse Geister kann er wohl verjagen?“

    Ich wünsche Ihnen einen heiteren Start in die Woche.

    Es grüßt Sie herzlich
    Ihr
    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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