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Morning Briefing Hauptsache Deal in Brüssel

22.07.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die Welt beugt sich über das, was beim EU-Gipfel in Brüssel nach annähernd 100 Stunden herausgekommen ist. Im Kreißsaal jubelt man: „It‘s a Boy!“ oder „It‘s a Girl!“. Hier ruft man verzückt: „It‘s a Deal!“ Die Zahl ist dabei die Botschaft. Aufaddiert kommt man schließlich auf 1,8 Billionen Euro im Kampf gegen Corona und für Wachstum.

Wer will denn da schon in den ersten Stunden des Gesprächsmarathonglücks nach Details fragen, also was die alpine Landschaft von Geldbergen konkret für Klimaschutz, Digitalisierung und Elektromobilität bedeutet? (Greta Thunberg, okay, sie taucht aus der politischen Quarantäne wieder auf.) Auch wir analysieren das „Paket der Pakete“. Dieser Gipfel markiere den Einstieg in die Fiskalunion, stellt unserer Brüsseler Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar zu Recht fest: Europa hat nun gemeinsame Anleihen, Brüssel künftig eigene Steuern und Angela Merkel keinen Unfall beim Start ihrer EU-Ratspräsidentschaft.

Quelle: AFP
Europa hat nun gemeinsame Anleihen, Brüssel künftig eigene Steuern und Angela Merkel keinen Unfall beim Start der EU-Ratspräsidentschaft.
(Foto: AFP)

„Historisch“ ist in einem solchen Fall die Vokabel des Tages. Und wenn etwas historisch ist, dann vergisst der Mensch schnell all das Abstoßende und Erschreckende auf dem Weg dorthin: Dinge wie Erpressung, Nationalismus-Exzess, Geiz. Was sagen die Ökonomen in ihrer Abgeklärtheit?

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    Er war ein Maskenmuffel, zeigte sich selten mit Mund- und Nasenschutz. Die explodierenden Zahlen von Corona-Infektionen in den USA schienen Donald Trump wenig zu beeindrucken. Nun aber fordert der US-Präsident auf einmal die Bürger zum Tragen von Masken auf und nennt das Utensil „patriotisch“: „Ob Sie die Maske mögen oder nicht, sie haben eine Wirkung.“ Vielleicht spielen die zunehmenden Spannungen in seiner Republikanischen Partei über eine Abkehr von der bisherigen erfolglosen Virenpolitik eine Rolle. In Österreich gilt im Übrigen von Freitag an in Supermärkten, Bank- und Postfilialen wieder Maskenpflicht.

    Das Auto als rollender Computer, als Rechenzentrum auf vier Rädern – dieser Trend treibt IT-Konzerne, Autozulieferer und Autokonzerne gleichermaßen an. Software schlägt Hardware. In diesem Wettbewerb will Bosch künftig mit einem neuen Geschäftsbereich für Software-Entwicklung bestehen, der „Cross-Domain Computing Solutions“. Das ist entschieden mehr sexy, als es klingt. 17.000 Boschianer sollen von 2021 an die Autohersteller bei allen Fragen der Elektronik aus einer Hand bedienen. Hinzu kommen 24.000 Beschäftige, die „Supercomputer“ bauen. „Bosch will das Auto der Zukunft programmieren“, titeln wir. Sein oder Nichtsein heißt in diesen Zeiten „on“ oder „off“.

    Quelle: AFP
    Von der Pandemie ist Elon Musks Konzern viel weniger betroffen als die Konkurrenz.
    (Foto: AFP)

    Dieser Mittwoch könnte zu einem Elon-Musk-Tag werden. Tesla will mit den Zahlen zum zweiten Quartal beweisen, zurecht wertvollster Autokonzern der Welt zu sein. Von der Pandemie ist der Konzern erkennbar viel weniger betroffen als die Konkurrenz. So lieferte man zwar zwischen April und Juni nur 90.650 Fahrzeuge aus. Aber das Minus von fünf Prozent scheint verschmerzbar angesichts eines Rückgangs von 20 Prozent bei beispielsweise Daimler.

    Es gebe „viel zu erzählen“, twittert Musk schon mal. Auch zeigt er seinen Sohn „X Æ A-Xii“ im Bild und hinterlässt, auf Deutsch und in Kleinbuchstaben, eine kryptische Nachricht: „Das baby kann noch keinen löffel benutzen“. Börsianer rätseln, was das wohl wieder zu bedeuten habe oder ob er uns alle einfach nur über den Löffel balbiert hat. „Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit“, scherzte der unvergessene Heinz Ehrhardt.

    Quelle: dpa
    Sebastian Hoeneß steht kurz davor, als Trainer zum Erstligisten TSG 1899 Hoffenheim zu wechseln – trotz seines Vertrags bis 2022.

    Und dann ist da noch Sebastian Hoeneß vom FC Bayern München, Neffe der Klublegende Uli Hoeneß, der intern und extern für Fußball-Aufregung sorgt. Der 38-jährige Trainer hat es doch tatsächlich fertig gebracht, die zweite Mannschaft des Rekordmeisters in der Dritten Liga zum Meister zu machen. Deshalb regt der Klub nun an, die Statuten zu ändern und doch den, eigentlich blockierten, Aufstieg in Liga Zwei zu erlauben. Die Branche tobt.

    Vor allem aber steht Hoeneß II mitten in der Saisonplanungsphase kurz davor, als Trainer zum Erstligisten TSG 1899 Hoffenheim zu wechseln – trotz seines Vertrags bis 2022. Leistung soll sich lohnen, natürlich, aber von Reiz ist auch, dass der Neffe dem Onkel zeigen könnte, wie der große FCB vielleicht doch zu schlagen wäre.

    Ich wünsche Ihnen einen durch und durch meisterlichen Tag.

    Es grüßt Sie herzlich Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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