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Morning Briefing Herbert Diess verliert Macht

09.06.2020 - 06:00 Uhr 1 Kommentar

Liebe Leserinnen und Leser,

aus Wolfsburg kommen von Volkswagen Neuigkeiten in der beliebten Rubrik „Diess & Das“. Der sachliche Text – publiziert nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung – lautet, dass Konzernchef Herbert Diess die Führung der Kernmarke VW an den bisherigen Co-Geschäftsführer Ralf Brandstätter abgibt. Der pikante Teil dahinter: Diess hatte den Kontrolleuren zuvor just jenen Brandstätter als Verantwortlichen für gravierende Software-Pannen genannt – obwohl er selbst „Mister VW“ war. Weil der Golf 8 verspätet zu Händlern kommt und das neue Elektroauto ID.3 höchstens in einer abgespeckten Version präsentabel sein wird, droht weiteres Ungemach. Die Aufsichtsratslyrik, Diess erhalte „mehr Freiraum für seine Aufgaben als Konzernchef“, kann man auch so deuten, dass der 61-Jährige bald jede Menge Freiraum als „Best Ager“ hat.

Quelle: dpa
Rupert Stadler, der einstige CEO von Audi, wird zusammen mit drei Gefährten wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung angeklagt.

Little fires everywhere: Der guten Ordnung halber wollen wir erwähnen, dass Einkaufschef Stefan Sommer (zuvor CEO von ZF Friedrichshafen) die Brandstelle VW-Vorstand nach nicht einmal zwei Jahren verlässt und Finanzchef Frank Witter, im Nebenjob, kommissarisch übernimmt (er ist auch als kommissarischer CEO möglich). Und dass, zweitens, die langjährige VW-Größe Rupert Stadler am 30. September vor dem Landgericht München II auftritt. Der einstige CEO von Audi wird zusammen mit drei Gefährten wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung angeklagt. In 176 Verhandlungsterminen soll geklärt werden, ob Stadler seit dem 24. September 2015 zwar von den Manipulationen der Dieselmotoren gewusst, den Verkauf aber nicht verhindert habe.

Christian Mumenthaler ist der Mann der Stunde: Als studierter Molekularbiologe und Chef des Rückversicherers Swiss Re, der sich täglich mit Seuchen und Naturkatastrophen beschäftigt, kann er Fundiertes zu Covid-19 sagen. Das macht er im großen Handelsblattgespräch mit meinen Kollegen Carsten Herz und Christian Schnell auch: Danach werde es mindestens „noch ein, zwei Jahre“ bis zur früheren Normalität dauern. Und der Manager warnt, „dass wir uns auf jeden Fall auf eine zweite Welle der Epidemie einstellen sollten“. Börsianer, die schon an einen neuen Dauer-Rausch glauben, werden Mumenthalers Warnung sanft abnicken. Er fürchtet, dass wir alle uns noch länger im „kalten Krieg gegen das Virus“ befinden.

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    Heute wird George Floyd, Opfer von Polizistengewalt, in einem Vorort seiner Heimatstadt Houston beigesetzt. Schon gestern nahmen Hunderte am Goldsarg Abschied. Floyd werde die Zukunft der USA verändern, sagte der republikanische Gouverneur Greg Abbott. So soll nun die Polizeiverwaltung in Minneapolis aufgelöst werden, die Demokraten stellten einen Gesetzentwurf gegen Polizeibrutalität vor. Polizeioffizier Derek Chauvin, der minutenlang sein Knie auf den Hals von Floyd gesetzt hat, wird jetzt eines Mordes zweiten Grades (schwerer Totschlag) beschuldigt. Die Kaution setzte das Gericht auf 1,25 Millionen Dollar fest.

    Der Mord an Schwedens Premier Olof Palme vor 34 Jahren gehört zu den großen Rätseln der Weltpolitik. Ein Mann hatte ihm abends in der Stockholmer City in den Rücken geschossen. Am morgigen Mittwoch wollen die schwedischen Behörden neue Untersuchungsergebnisse präsentieren. Im März erst hatten sie in Pretoria Kontakt zu südafrikanischen Offiziellen, die Dokumente übergeben haben sollen. Nach einer Theorie soll das damalige Apartheid-Regime für das Attentat verantwortlich gewesen sein – Palme hatte den damals oppositionellen African National Congress unterstützt sowie Waffen- und Öldeals verhindert.

    Quelle: dpa
    Bereits am Mittwoch will das Bundeskabinett einen Aktionsplan verabschieden, um die Wasserstofftechnologie mit sieben Milliarden Euro zu fördern.

    Hatte sich die Große Koalition in der Vergangenheit noch oft im Klein-Klein des Klientelismus verheddert, so kann es ihr jetzt mit wuchtigen Zukunftsprojekten gar nicht mehr schnell genug gehen. Bereits am Mittwoch will das Kabinett einen Aktionsplan verabschieden, um die Wasserstofftechnologie mit sieben Milliarden Euro zu fördern – und Wasserstoff-Allianzen noch einmal mit zwei Milliarden. Grüner Wasserstoff soll so unterstützt werden. Wird er mit Wind- oder Sonnenstrom produziert, können die Firmen sogar von der Umlage nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) befreit werden. Die Wirtschaft applaudiert – auch zum Ziel, das Land zur globalen „Nummer eins bei Wasserstofftechnologien“ zu machen. Der Ehrgeiz ist für die Seele nun einmal, was der Hunger für den Leib ist (Ludwig Börne).

    Und dann ist da noch die Londoner Investorin Amanda Staveley, die derzeit vor dem High Court in London die eindrucksvolle Summe von 1,5 Milliarden Pfund von der Großbank Barclays fordert – an entgangenen Gewinnen und Zinsen. Es geht um ihren Einsatz während der Finanzkrise 2008/09 in der Golfregion. Stavelyes Firma PCP Capital hatte den Staatsfonds aus Abu Dhabi gegen 30 Millionen Pfund Gebühr als Barclays-Aktionär vermittelt. Später kam heraus, dass Barclays dem Mit-Investor aus Katar insgeheim viel bessere Konditionen eingeräumt hatte, entgegen anderslautender Aussagen. Staveley fühlt sich betrogen. Die 47-Jährige, die mal mit Prinz Andrew liiert war, ist im Vereinten Königreich eine bekannte Figur, da sie mit Foto und Text stets für Seitenschmuck sorgt. Zuletzt hatte sie den Fußballklub Newcastle United an den saudischen Staatsfonds vermittelt, die letzte Unterschrift fehlt allerdings noch.

    Ich wünsche Ihnen einen produktiven Tag ohne Gerichtshändel.

    Es grüßt Sie herzlich
    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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    1 Kommentar zu "Morning Briefing : Herbert Diess verliert Macht"

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    • Die deutsche Autoindustrie und Energieindustrie müssen sich endlich Klarmachen: neueste Technologien werden alles bisher BEKANNTE WANDELN UND ERSETZEN. Neutrino-Energy wird für die Demokratisierung im Energiesektor das System der Energieversorgung durch Grosskraftwerke wandeln, zu einer mobilen und dezentralen Haushaltsenergieversorgung mit Neutrino Technologie. Diese revolutionäre Technologie zur emissionsfreien Energienutzung bietet die Neuentwcklung der Neutrinovoltaic, welche die Photovoltaik zukünftig ergänzen und ablösen wird. Denn sie liefert freie Energie 24h x 365Tage ohne Kabel und Steckdose selbstladender NeutrinoGeräte durch die Nutzung von Neutrino-Energy auch ohne Sonnenschein, denn sie lädt in vollkommener Dunkelheit. Ein Überblick über diese fortschrittliche und wettbewerbsfähige Energieerzeugungstechnologie zeigt, dass sich die Neutrinovoltaik - eine Methode zur Erzeugung von elektrischem Gleichstrom unter dem Einfluss von Teilchen des unsichtbaren Strahlungsspektrums - derzeit in der letzten Phase der Umsetzung befindet. Basierend auf dieser Technologie plant die Berliner Neutrino Energy Group, in spätestens 2 Jahren mit der Lieferung von eigenständigen kompakten DC-Stromquellen Neutrino Power Cube® zu beginnen, die kostengünstige und öffentlich zugängliche Materialien verwenden und damit interessante Preisparameter des erzeugten elektrischen Stroms bieten. Vorläufige Berechnungen, die von der Firma bekannt gegeben wurden, erklären den Preis um mindestens 50% günstiger als den Preis, den man für Solarzellenplatten erhält. Ebenso in der Elektromobilität, wird der Neutrino Power Antrieb mit emissionsfreier Energienutzung unendliche Reichweiten ermöglichen: Die Mobilität der Zukunft ist elektrisch - das ist für die Berliner Neutrino Energy Group vollkommen klar. Allerdings werden Zwischenstopps an den Ladesäulen demnächst der Vergangenheit angehören. Das ist die Zukunft Jetzt und die alten Seilschaften müssen das Begreifen.

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