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Morning Briefing Jagd nach dem Sündenbock

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

es sollte einer der größten Autokonzerne der Welt entstehen, doch jetzt ist die Fusion von Fiat Chrysler und Renault völlig überraschend gescheitert. In einer Stellungnahme kritisierte der italienisch-amerikanische Konzern, dass „die politischen Voraussetzungen in Frankreich derzeit nicht gegeben“ seien. Frankreich wies die Anschuldigung zurück und kritisierte den „massiven zeitlichen Druck“, den Fiat Chrysler ausgeübt haben soll. Der frühere US-Präsident Dwight D. Eisenhower kommt einem in den Sinn: „Die Jagd nach dem Sündenbock ist die einfachste.“

Ob die verkrachten Autokonzerne die Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit etwas Abstand noch einmal aufnehmen, ist unklar, aber nicht ausgeschlossen. Immerhin war man sich bei den meisten Streitpunkten bereits einig. Lachender Dritter ist solange Volkswagen. Der Wolfsburger Autobauer kann den Titel „weltgrößter Autoverkäufer“ vorerst weiter für sich beanspruchen. Eine gute Nachricht für die durch den Dieselskandal verletzte Volkswagen-Seele.

Quelle: AP
Bereits in wenigen Monaten will Amazon die ersten Lieferungen mit Drohnen zum Kunden bringen.
(Foto: AP)

Amazon startet die nächste Revolution im Versandhandel. In einigen Monaten will der US-Konzern kleine Pakete mit Drohnen ausliefern. Das Fluggerät „Prime Air“ soll bis zu 2,3 Kilo schwere Pakete bis zu 25 Kilometer weit transportieren können. Paketzustellungen könnten noch schneller erfolgen. Amazon-Chef Jeff Bezos hat nach seiner Scheidung zwar einen großen Teil seines Vermögens verloren, nicht aber seine Kreativität.

Genau daran mangelt es Rocket-Internet-Gründer Oliver Samwer. Auf der Hauptversammlung bekannte der umtriebige Unternehmer: „Unser Modell hat so gut funktioniert, dass wir im Augenblick mehr Kapital als Ideen haben.“ 3,1 Milliarden Euro parkt Samwer aktuell vorwiegend auf Tagesgeldkonten. Jetzt will Rocket Internet verstärkt ins Immobiliengeschäft einsteigen. Das muss nicht schlecht sein, es passt nur überhaupt nicht zur DNA des Samwer-Imperiums. Wir lernen: Man kann vieles kaufen, nicht aber kluge Ideen.

Ungeachtet der schlechten Ergebnisse von Union und SPD bei der Europawahl hält Angela Merkel eisern an der Großen Koalition fest. Die Regierung sei handlungsfähig und werde bis zum Ende der Legislaturperiode bestehen. Doch der Rückzug von SPD-Chefin Andrea Nahles hat die Bundesregierung in eine Sinnkrise gestürzt. Unsere heutige Titelgeschichte „Merkels Machtverlust“ beschreibt, warum der Ära der Kanzlerin ein vorzeitiges Ende droht.

Merkels Macht zerrinnt mit jedem Tag: In der Union drängt die neue Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer nach vorn, die Sozialdemokraten suchen nicht nur eine(n) neue(n) Vorsitzende(n), sondern auch nach einer inhaltlichen Neuausrichtung, und die Grünen wünschen sich Neuwahlen eher jetzt als später. Was fehlt, ist der eine entscheidende Auslöser, der das Projekt Große Koalition beendet. Für Merkel wird es immer schwieriger, einen selbstbestimmten Abgang zu finden.

Quelle: dpa
Friedrich Merz rechnet mit einem Ende der Großen Koalition noch in diesem Jahr.

In die aufgeheizte Debatte um die Zukunft der Großen Koalition hat sich auch Friedrich Merz eingeschaltet. Der unterlegene Mitbewerber um den CDU-Parteivorsitz erwartet schon bald das Aus der Regierung. „Die Große Koalition hält nicht über den Jahreswechsel 2019/2020 hinaus“, sagte Merz im Interview mit dem Handelsblatt. Merz kritisiert, dass die CDU bei vielen Themen die Meinungsführerschaft verloren habe. „Da darf man sich über Erosionen in der Wählerschaft nicht wundern.“ Das Klartext-Interview mit Merz lesen Sie hier.

Und dann ist da noch Lea Schüller. Die 21-Jährige ist die Hoffnungsträgerin im Sturm der deutschen Nationalmannschaft. In zwölf Länderspielen erzielte sie acht Tore. In Frankreich spielt Schüller ihre erste Weltmeisterschaft, die heute startet. Nicht ausgeschlossen, dass der deutschen Mannschaft ein Überraschungserfolg gelingt. Ich hätte nichts gegen ein neues Sommermärchen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames und sonniges Wochenende. Es grüßt Sie herzlich

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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