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Morning Briefing Klimakämpfer Bill Gates

15.02.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

eine klare Agenda hat Bill Gates. Früher war es die möglichst vollkommene Beherrschung des Softwaremarkts durch seinen Microsoft-Konzern. Heute will er bis 2026 mit seinem Fonds Breakthrough Energy rund zwei Milliarden Dollar in technologisch-innovative Projekte gegen den Klimawandel stecken.

Die staatlichen Forschungsinvestitionen im Kampf gegen die Klimakatastrophe sollten um jährlich mindestens 110 Milliarden steigen, fordert Gates. Im Einzelnen sagt der Multimilliardär im Handelsblatt-Interview über…

  • den Plan, CO2-Emissionen bis 2050 auf Null zu senken: „Wir müssen die physikalische Wirtschaft in einem Tempo verändern wie noch nie in der Geschichte zuvor.“
  • das Klimaproblem: „Selbst wenn wir den Wasserhahn bis auf ein Tröpfeln zudrehen, wird die Badewanne irgendwann voll sein und überlaufen.“
  • die Technik eines neuen, angeblich sicheren Kernreaktors: „Um sie in großem Maßstab einzusetzen, muss man die Menschen überzeugen, dass diese Atomkraft anders ist als zuvor.“
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    In seinem neuen Buch „Wie wir die Klimakatastrophe verhindern“ schreibt Gates selbst, ihm sei bewusst, dass er „kein idealer Botschafter für die Mission gegen Klimawandel“ sei. Er besitze große Häuser und einen Privatjet – versuche sich aber zu bessern.

    Quelle: dpa
    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier steht wegen der zu langsamen Auszahlung der Corona-Hilfen in der Kritik.

    Am gestrigen Valentinstag wurde eines Boxkampfs in den USA vor genau 70 Jahren gedacht. Damals blieb Jake LaMotta einfach im Ring stehen, trotz unaufhörlicher Schläge von Sugar Ray Robinson; allein in einer Runde gab es 56 Treffer.

    So ähnlich muss man sich das Leben von Peter Altmaier vorstellen, dem in der Coronakrise quasi rituell kritisierten Wirtschaftsminister, einem Mann in den politischen Seilen. Am morgigen Dienstag will der Christdemokrat wieder mit den enttäuschten Vertretern Dutzender Wirtschaftsverbände reden. Die haben harte Fragen zum nötigen Weg aus dem Lockdown angekündigt – und zu den Auszahlungen der Corona-Hilfen im „Schneckentempo“.

    Gestern Abend hat auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff seinem Parteifreund Druck gemacht: „Es ist wirklich Not am Mann. Wir brauchen das Geld für die Firmen, die Abschlagszahlungen müssen jetzt laufen. Zusagen wurden nicht gehalten.“

    Als „schwarzen Tag für den Handel“ bezeichnet Tengelmann-Chef Christian Haub die Corona-Beschlüsse vom vorigen Mittwoch. Kleinere und weniger gut kapitalisierte Firmen würden den verlängerten Lockdown nicht überstehen: „Das wird kein großer Knall, das wird langsam und qualvoll“, schreibt er im Handelsblatt-Gastkommentar. Beim Öffnungsbeschluss für Friseure bleibe ein schaler Nachgeschmack, so Haub: „Das wirkt wie ein einfaches Zugeständnis, ein Goodie für die Bevölkerung mit Blick auf die anstehenden Wahlen.“ Für die Händler sei es nun unerträglich, nicht zu wissen, auf welche Öffnung sie sich vorbereiten sollten, während die Nachfrage zu den Onlineriesen wandere. Haubs Fazit: Es findet eine Konzentration von Marktmacht statt, die auf Kosten der Vielfalt der Handelsformen und damit der Konsumenten geht.

    Im beliebten Gesellschaftsspiel „Who’s who and where are you“ zählte bisher, wer in welchem Geheimclub sitzt oder zu welcher VIP-Party geladen wird. Nun geht es offenbar für manche darum, vorzeitig an Covid-19-Impfstoffe heranzukommen, obwohl sie noch gar nicht an der Reihe sind. Ein „Who‘s who“ aus Landräten, Bürgermeistern und Polizisten wurde auffällig. Sogar der Augsburger Bischof Bertram Meier machte mit einer Praecox-Impfung von sich reden, was er mit seinen vielen Aufenthalten in Altenheimen begründet.

    Strafen für Vordrängler fordert jetzt Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats: Die Impfordnung sei geltendes Recht in den Bundesländern. „Wenn die eklatant verletzt wird, ist es eine gute Idee, auch über Sanktionen nachzudenken.“ Das Beten von zehn Vaterunsern dürfte hier nicht reichen.

    Quelle: Bloomberg
    Wegen der Ausspähung von Mitarbeitern muss der Modehändler H&M rund 35 Millionen Euro Bußgeld zahlen.
    (Foto: Bloomberg)

    Einen etwas unrühmlichen Spitzenplatz hat die schwedische Modehandelskette Hennes & Mauritz (H&M) im vorigen Jahr in Deutschland erreicht. Kein anderes Unternehmen hat hierzulande so viel Bußgeld wegen Datenschutzvergehen zahlen müssen – exakt 35,3 Millionen Euro. Bei einem Teil des Personals war es zu „umfangreichen Erfassungen privater Lebensumstände gekommen“. Die Negativspitzenplätze dahinter belegen die Website Notebooksbilliger wegen Videoüberwachung der Mitarbeiter sowie die AOK Baden-Württemberg wegen Missbrauchs der Versichertendaten zu Werbezwecken.

    Insgesamt wurden 2020 in Deutschland nach einer Umfrage des Handelsblatts 301 Bußen wegen Datenvergehen verhängt, ein Plus von 60 Prozent. Vielleicht lernen die Delinquenten von Jean-Paul Sartre: „Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug.“

    Wie erwartet ist am Wochenende auch das zweite Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump gescheitert. Die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit wurde verfehlt. Aber immerhin gesellten sich zu den 50 demokratischen auch sieben republikanische Senatoren, die das Verhalten ihres Ex-Präsidenten am 6. Januar beim Sturm auf das Kapitol verurteilten.

    Die Ermittlungen förderten und fördern immer mehr Details an den Tag. So waren mindestens sechs Bodyguards des engen Trump-Freunds Roger Stone bei dem Aufstand mit dabei. Sie sollen alle der rechtsextremen Miliz „Oath Keepers“ angehören. Der Ex-Trump-Berater war aufgrund mehrerer Delikte im Zuge der Russland-Affäre zu mehrjähriger Haft verurteilt und dann vom Weißen Haus begnadigt worden.

    Zwei Aufgaben hat die US-Politik erkennbar noch vor sich: die Republikanische Partei vor Trump und das Land vor dessen faschistoiden Helfern zu retten.

    In Myanmar läuft heute die Arrestzeit der politischen Führerin Aung San Suu Kyi aus. Die Friedensnobelpreisträgerin war von den putschenden Militärs beschuldigt worden, auf verbotene Weise Walkie-Talkies importiert zu haben. Was kommt jetzt? Ihre Anhänger protestieren weiter gegen die neue Soldatenmacht, die der Demokratie erst einmal ein Ende setzt.

    Panzer der Armee rollen durch die großen Städte, das Internet wurde wiederholt abgeklemmt, ganz so wie Diktaturen in solchen Fällen zu handeln pflegen. Eine Gruppe von Botschaftern – unter anderem aus der EU, den USA, Deutschland, Großbritannien und Kanada – erklärt in einem gemeinsamen Statement ihre Besorgnis: „Wir unterstützen die Bevölkerung von Myanmar in ihrem Streben nach Demokratie, Freiheit, Frieden und Wohlstand.“ Die Welt schaut zu.

    Quelle: dpa
    Prinz Harry und Herzogin Meghan erwarten ihr zweites Kind.

    Und dann sind da noch Prinz Harry und Herzogin Meghan, die mit der Mitteilung für Aufmerksamkeit sorgen, sie erwarteten ihr zweites Kind. „Wir können bestätigen, dass Archie ein großer Bruder sein wird“, erklärt ein Sprecher. Die Eltern hatten vor gut einem Jahr die Pflichten in der britischen Königsfamilie von Großmutter Elizabeth II. hinter sich gelassen und waren in die USA gezogen – manche sagen, geflohen.

    Für Meghan ist das ein zweiter Triumph innerhalb weniger Tage. Erst kürzlich hatte die Herzogin von Sussex vor Gericht gegen das britische Boulevardblatt „Mail on Sunday“ gesiegt, dass ihre Beziehung zum Vater Thomas Markle untersuchte, als handele es sich um eine Staatsaffäre. Kommerziell sind Meghan und Harry durch einen 150-Millionen-Dollar-Deal mit Netflix sowie einem kleineren Arrangement mit Spotify abgesichert.

    Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Start in die neue Woche.
    Es grüßt Sie herzlich

    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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