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Morning Briefing Laschet gegen Kanzler-Zeitlimit

18.05.2021 - 06:00 Uhr 1 Kommentar

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die USA gelten nach wie vor als „Musterland der Demokratie“, obwohl der Präsident (eine Präsidentin hatten sie noch nicht) nur insgesamt acht Jahre regieren darf. Wenn man ehrlich ist, hätten Helmut Kohl und Angela Merkel ihren Ehepartnern den Gefallen tun und vielleicht auf die letzten vier von 16 Jahren verzichten können.

Armin Laschet aber, Kandidat aller Kohl-geschulten Politstrategen der Union, singt den „I-will-survive“-Song seiner Getreuen: „Wenn der Bürger glaubt, ein Kanzler soll 16 Jahre machen, dann soll er 16 Jahre machen.“ Im Interview bei dem neu erwachten Polit-Sender Pro Sieben – dem Dornröschen des Privatfernsehens – räumt sich der CDU-Politiker verdammt viel Zeit ein, um im konservativen Milieu all jene zu überzeugen, die in politischen Raummaßen denken und zwei Einheiten Söder für eine Einheit Kohl halten.

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Seit Jahren kennen wir diese langanhaltenden Klagelieder über die Zinsen. Mon Dieu! Auch viele deutsche Unternehmen habe sich in die Schlange der Leidgeprüften eingereiht. Nun aber erweist sich, dass schon gering steigende Diskontierungssätze die zahlengeschwängerte Welt der Bilanzen komplett verändert haben.

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    Etliche Dax-Konzerne konnten ihre Pensionsrückstellungen seit Silvester 2020 deutlich reduzieren, zeigt eine Handelsblatt-Analyse. Sie sanken bei Volkswagen im ersten Quartal um rund vier Milliarden Euro, bei Siemens um drei Milliarden, bei Thyssen-Krupp um eine halbe Milliarde. Dieser Effekt treibt sofort das Eigenkapital hoch. Ob allerdings die Notenbanken mit baldigen Zinserhöhungen den Pensionsrückstellern dieser Republik einen weiteren Gefallen erweisen werden, darf man mit Recht bezweifeln.

    Jeder Tag ist irgendein spezieller Tag, zum Beispiel ein Tag der Radfahrer, der Krabbensucher, der Feuerwerkfans oder der Lego-Sammler. Heute ist Tag der Diversity, also Tag der Vielfalt, was im Zeitalter dominanter „Agenda-Setter“ schon mal ein sehr positives Zeichen ist. Die Realität grüßt, was die Frauenfrage angeht, mit „Bonjour Tristesse“. Der weibliche Anteil in deutschen Vorständen lag 2020 gerade einmal bei zehn Prozent. Wir haben sieben Stimmen zum Tag der Hoffnung, also der Vielfalt, gesammelt:

    • Ex-Siemens-Vorstandsfrau Janina Kugel, heute Senior Advisor bei Boston Consulting Group, gibt vor: „Wer es ernst meint, wird klare Ziele setzen und Maßnahmen in den Führungsetagen an den Bonus koppeln.“
    • Tijen Onaran, CEO von Global Digital Woman, erklärt: „Karriere hat viele Gesichter, nur in Deutschland sehen wir anscheinend nur eines – den linearen Aufstieg.“
    • Und Jasmin Arbabian-Vogel, Präsidentin des Unternehmerinnenverbands, schreibt: „Eine Studie fand bereits 2016 heraus, dass Unternehmen gut daran tun, in Initiativen zu investieren, die das Thema Diversity positiv besetzen.“
    Quelle: AFP
    Nachdem Bill Gates die Scheidung von seiner Frau bekannt gegeben hat, kommt raus, dass er eine Affäre hatte.
    (Foto: AFP)

    Wie das so ist mit Scheidungen: Im Verlauf des Verfahrens kommen immer mehr Details ans Licht, die man vielleicht gar nicht kennen sollte, die aber doch sehr viele interessieren. So ist es auch bei Microsoft-Mitgründer Bill Gates und seiner Noch-Ehefrau Melinda. Nun kommt nach Recherchen des „Wall Street Journal“ heraus, dass der Verwaltungsrat von Microsoft 2020 nach der Untersuchung einer Gates-Affäre mit einer Mitarbeiterin offenbar entschied, den Milliardär nicht mehr im Kontrollgremium zu akzeptieren.

    Es ging um eine mehrjährige sexuelle Beziehung, die aber vor fast 20 Jahren geendet haben soll. Laut „New York Times“ soll Gates intern einen „Ruf wegen fragwürdigen Verhaltens im Arbeitsumfeld“ gehabt haben. Melinda Gates wiederum soll sich an Treffen ihres Mannes mit dem später verurteilten und inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gestört und deshalb die Scheidung eingereicht haben.

    Zum Blitzbesuch fand sich Tesla-Chef Elon Musk in seiner neuen Fabrik in Grünheide bei Berlin ein. Die Reisekosten mussten sich einerseits durch mehr erfolgversprechenden Druck auf die Politik, andererseits durch eine öffentliche Werbemaßnahme vor Journalisten und Tesla-Aficionados rechtfertigen. Klar wurde, dass sein erstes in Deutschland gebautes E-Auto bestenfalls Ende des Jahres auf die Straße fährt, Monate später als geplant. Musk: „Es ist schwierig, das präzise vorherzusagen, denn man kann die Autos erst bauen, wenn alle Teile da sind.“ Die Bürokratie sei ein lähmender Faktor: „Wenn es immer mehr Regeln gibt, kann man am Ende gar nichts mehr machen.“

    Das Landesumweltamt erklärt zu Musks Lamento, der Antrag auf Genehmigung des Projekts müsse erneut öffentlich ausgelegt werden, da Tesla eine Batteriefabrik miteinbeziehen wolle. Bisher baut Tesla auf Basis vorläufiger Genehmigungen. Im Fall Musk gilt eine Weisheit von Georg Christoph Lichtenberg: „Ein Unverschämter kann bescheiden aussehen, wenn er will, aber kein Bescheidener unverschämt.“

    Quelle: dpa
    Fritz Keller ist nicht mehr Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.

    Also, Fritz Keller ist tatsächlich als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückgetreten. So lang wie sein Katalog mit erfolgreichen Weinen aus der eigenen Produktion im Badischen ist, so lang ist auch seine Rücktrittserklärung. Hier war einiges zu verarbeiten. Vorgänge dieser Art sollen ja für Katharsis sorgen. Sein verunglückter Vergleich des Vizepräsidenten Rainer Koch mit dem Nazi-Blutrichter Freisler sei der „traurige Tiefpunkt der desolaten Führungssituation beim DFB gewesen“, so Keller.

    Er fordert eine „personelle Erneuerung der Spitze des DFB, ohne die ein glaubwürdiger Neuanfang nicht möglich ist“. Im Verband sei es „viel zu häufig“ unter anderem um das Arbeiten am eigenen Bild in der Öffentlichkeit gegangen. Die Frage der Keller-Nachfolge hat sich zu einer neuen Ausgabe von „Wünsch dir was“ entwickelt. Genannt wurden bisher: Angela Merkel, Karl-Heinz Rummenigge, Philipp Lahm und Ex-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus. Aber vielleicht werden auch noch Lothar Matthäus, Uli Hoeneß, Peer Steinbrück oder Günther Jauch ins Spiel gebracht.

    Und dann ist da noch Aletta von Massenbach, Frau der Stunde in Berlin. Sie soll in der Hauptstadt Chefin der Flughafengesellschaft Berlin (BER) werden. Die bisherige Finanzchefin hat offenbar beste Chancen, den scheidenden CEO Engelbert Lütke Daldrup zu beerben. Die Kandidatin hat in der Vergangenheit etwa für die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport ausländische Flughäfen geleitet, zuletzt in Antalya. Im Hintergrund machen die Gesellschafter Bund und Berlin viel Druck auf den dritten Gesellschafter, das Land Brandenburg.

    Angesichts eines Finanzlochs, das die Berliner Flughafengesellschaft in drei Jahren ins Aus befördern könnte, solle die Personalie bald fixiert werden. Womöglich wird Massenbach schon am Donnerstag vom Aufsichtsrat gekürt. Sie sollte es mit dem Schriftsteller Gustave Flaubert halten: „Der Erfolg ist eine Folgeerscheinung, niemals darf er zum Ziel werden.“

    Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag.

    Es grüßt Sie herzlich
    Ihr
    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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    1 Kommentar zu "Morning Briefing : Laschet gegen Kanzler-Zeitlimit "

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    • Danke Herr Jakobs, illustre Einstimmung auf die Woche, mit der Chance, nicht alles so ernst zu nehmen.

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