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Morning Briefing Machtkampf in Wolfsburg

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,


Volkswagen-Chef Herbert Diess stößt mit seinem radikalen Umbau auf erbitterten Widerstand der Arbeitnehmer. Vor rund 20.000 Mitarbeitern kritisierte Betriebsratschef Bernd Osterloh gestern die geplanten Stellenstreichungen bei der Kernmarke VW und verlangte Jobgarantien „für alle Standorte bis Ende 2028“. Konzernboss Diess verteidigte die Pläne als alternativlos. Diesen Machtkampf kann sich Volkswagen eigentlich nicht leisten, er blockiert die Transformation. Doch die Konkurrenz wartet nicht auf VW.

Quelle: Reuters
Die geplante Sitzung des Präsidiums des Aufsichtsrats gleicht einer „Mission Impossible“.

Das Präsidium des Konzern-Aufsichtsrats will sich an diesem Freitag zu einem Krisengespräch treffen, wie meine Kollegen Stefan Menzel und Martin Murphy erfahren haben. Mit dabei: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und der Sprecher der Eigentümerfamilien, Wolfgang Porsche. Geplant ist eine Art Friedensgipfel. Doch angesichts der intensiven Verspannungen gleicht dieser Termin eher einer „Mission Impossible“.

Nicht weniger kompliziert wird der heute beginnende EU-Gipfel. Dabei geht es vor allem um die von Großbritanniens Premierministerin Theresa May vorgeschlagene Verlängerung der Ausstiegsfrist bis 30. Juni. Die EU-Kommission hält nichts von diesem Datum, weil Großbritannien dann an der Europawahl Ende Mai teilnehmen müsste, was die Briten ablehnen. Ohne eine geniale Idee wird ein ungeregelter Brexit immer wahrscheinlicher.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat eine Strafe in Höhe von 1,49 Milliarden Euro gegen die Google-Mutter Alphabet verhängt. Der Vorwurf: Google habe die Konkurrenz bei der Suchmaschinen-Werbung unerlaubterweise behindert und seine Monopolstellung missbraucht. Es ist bereits die dritte Kartellbuße gegen den amerikanischen Internetgiganten. Dem angespannten transatlantischen Verhältnis hilft der Vorgang nicht, wohl aber der Selbstbehauptung Europas.

Sozialneid ist dem Handelsblatt fremd. Leistung soll und muss sich lohnen. Doch was die Dax-Konzerne mittlerweile für Firmenpensionen zurücklegen, ist erstaunlich. Nach Berechnungen des Handelsblatts summieren sich die bilanziellen Rückstellungen für Versorgungsansprüche ehemaliger Vorstände auf drei Milliarden Euro. An der Spitze steht Volkswagen mit 324 Millionen Euro, gefolgt von Thyssen-Krupp (280 Millionen) und Daimler (270 Millionen). Im Schnitt kann ein ehemaliger Dax-Vorstand mit einer monatliche Höchstrente von 40.000 Euro rechnen.

Bei den aktiven Vorständen führt Daimler-Chef Dieter Zetsche mit Pensionszusagen von 42 Millionen Euro die Rangliste an. Frank Appel (Deutsche Post) hat immerhin 22 Millionen Euro auf seinem Vorsorgekonto angesammelt, Eon-Boss Johannes Teyssen kommt auf 21 Millionen Euro. Angesichts dieser riesigen Summen macht der Chef der Aktionärsschützer-Vereinigung DSW, Marc Tüngler, einen mutigen Vorschlag: Vorstände sollten „ihre Altersvorsorge selbst organisieren“. Was halten Sie von der Idee? Schicken Sie Ihre Meinung einfach an: [email protected].

Quelle: dpa
Olaf Scholz gerät unter Erklärungsdruck.

Finanzminister Olaf Scholz will die Bundesbeteiligung an den Flüchtlingskosten von aktuell 4,7 Milliarden Euro pro Jahr auf 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2022 abschmelzen. Der Vorschlag hat bei den Ministerpräsidenten eine Protestwelle ausgelöst. Nach der Kritik an einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank steht Scholz erneut unter Erklärungsdruck. Nicht ungewöhnlich, aber ungemütlich. Winston Churchill kommt einem in den Sinn: „Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.“

Ich wünsche Ihnen einen munteren Tag. Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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