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Morning Briefing Milliardengeschäft Weltraum

07.09.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Liebe Leserinnen und Leser,

es klingt wie eine Science-Fiction-Geschichte, doch es ist Realität: Das Qualitätssiegel „Made in Germany“ soll künftig auch für Weltraumraketen stehen. An diesem Montag nimmt in München Isar Aerospace die Produktion der ersten Trägerraketen auf. Bereits im nächsten Jahr soll die 27 Meter lange „Spectrum“ Satelliten von bis zu einer Tonne in den Weltraum befördern. Neben Isar Aerospace planen zwei weitere deutsche Neugründungen den Einstieg in die Raketenproduktion. Die Himmelsstürmer lockt ein Milliardenmarkt. Nach Schätzungen der Investmentbank Morgan Stanley wird sich der Markt für Satellitenstarts bis 2023 auf 6,9 Milliarden Dollar verdoppeln. Vorstandschef Daniel Metzler ist nicht nur optimistisch, er scheut selbst den Vergleich mit Elon Musk nicht: „Wir wollen ein europäisches SpaceX aufbauen, ein privat finanziertes Unternehmen zum Bau von Weltraumraketen.“ Die All-Fantasien von Isar Aerospace erinnern an einen James-Bond-Thriller: Die Welt ist nicht genug.

Quelle: dpa
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.) lobt die Zusammenarbeit mit Tesla-Chef Elon Musk.

Apropos Elon Musk: Ministerpräsident Dietmar Woidke kann sein Glück kaum fassen, dass Tesla ab Sommer 2021 rund eine Million Elektroautos im brandenburgischen Grünheide bauen will. Im Interview mit dem Handelsblatt prophezeit der Sozialdemokrat selbstbewusst: „Wenn das Tesla-Projekt in Brandenburg gut läuft, senden wir das Signal in die Welt: Deutschland ist ein exzellenter Investitionsstandort.“ Die Zusammenarbeit mit Tesla-Chef Musk lobt der SPD-Politiker. „Es gab nie ein Krisentelefonat. Wir lernen jeden Tag von Tesla, und Tesla lernt auch von uns.“ Mit Blick auf das langwierige Genehmigungsverfahren sagte Woidke: „Tesla kann nicht mit 150 Stundenkilometern durch die Spielstraße düsen. Geschwindigkeit ja, aber nicht auf Kosten der Rechtssicherheit.“ Man kann zwischen den Zeilen erahnen: Die Tesla-Fabrik in Brandenburg ist nicht nur ein gigantisches Investitionsvorhaben, sondern auch ein Akt der Völkerverständigung.

Quelle: dpa
Laut der IW-Studie zum Zustand der deutschen Autoindustrie hat die Coronakrise die Branche hart getroffen.

Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft steht nicht im Verdacht, leichtfertig Krisenszenarien für die heimische Industrie zu entwerfen. Umso ernster muss man die Ergebnisse der Studie zum Zustand der deutschen Autoindustrie nehmen: Danach hat die Coronakrise „die Autoindustrie im Branchenvergleich“ hart getroffen. Erst seien die globalen Lieferketten schwer beeinträchtigt worden. „Jetzt ist die Branche mit einem Nachfrageschock konfrontiert, von dem sie sich nur langsam wieder erholt“, heißt es in der Studie, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Fazit: Als Wachstumslokomotive für den Standort Deutschland wird die Autoindustrie zunächst ausfallen.

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    Der Krisenbefund hat nicht nur informativen Charakter, sondern womöglich auch eine taktische Komponente. Beim Autogipfel an diesem Dienstag im Kanzleramt geht es um die Frage, ob und wie der Branche zusätzlich geholfen werden soll. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert bereits weitere Unterstützung für „das Herz der Industrie“. IG Metall, Grüne und SPD werben für einen staatlichen Beteiligungsfonds, der Mittelständler in der Autoindustrie retten soll. Commerzbank, Lufthansa und demnächst ein Autozulieferer: Die Ausdehnung der Staatswirtschaft schreitet mit beängstigender Leichtigkeit voran.

    Ein Aktienprofi von Union Investment sitzt wegen des Verdachts auf Insiderhandel in Untersuchungshaft. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt geht es um „fragwürdige Gewinne von neun Millionen Euro“. Die Aktiendeals soll der in der Branche bekannte Fondsmanager, der offenbar ein Fan des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard war, über Depots bei verschiedenen Instituten abgewickelt haben. Insiderhandel in dieser Größenordnung ist in Deutschland selten. Das juristische Urteil sollte in diesem Fall entsprechend abschreckend ausfallen.

    Die diplomatischen Verspannungen mit Russland gehen in die nächste Runde. Sowohl Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) als auch Außenminister Heiko Maas (SPD) bringen einen Stopp der Gas-Pipeline Nord Stream 2 ins Gespräch, sollte Moskau bei der Aufklärung des versuchten Giftmordes an den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nicht mitwirken. Kramp-Karrenbauer betonte, dass die Unternehmung für sie „kein Herzensprojekt“ sei. Maas sagte: „Ich hoffe nicht, dass die Russen uns zwingen, unsere Haltung zu Nord Stream 2 zu ändern.“ Solche zaghaften Drohversuche erreichen wahrscheinlich nicht einmal das Vorzimmer von Kreml-Chef Wladimir Putin.

    Quelle: dpa
    Der Streamingdienst Netflix ist in der Coronakrise besonders schnell gewachsen.

    Der amerikanische Streamingdienst Netflix wächst und wächst. Mittlerweile liegt der Aktienkurs bei 516 Dollar und die Marktkapitalisierung bei 227 Milliarden Dollar. Das Unternehmen ist nicht nur hoch bewertet, es ist auch profitabel. Geld für kostspielige und besondere Formate ist ausreichend in der Kasse. Zuletzt wurde bekannt, dass Prinz Harry und Herzogin Meghan einen mehrjährigen Vertrag mit Netflix unterschrieben haben. Zweifelsfrei eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

    Das Handelsblatt kann am morgigen Dienstag erstmals ein Interview mit Netflix-Gründer Reed Hastings führen. Der Mann, der wie kein anderer das Film- und Kinogeschäft revolutioniert, ist gerade auf Werbetour mit seinem neuen Management-Buch „Keine Regeln“. Wenn Sie Fragen an den Netflix-Boss haben, schicken Sie mir einfach eine Mail: [email protected]

    Und dann ist da noch Katja Suding. Die Hamburger Bundestagsabgeordnete, eine der bekanntesten Frauen der FDP, zieht sich aus der Politik zurück. „Für mich ist im nächsten Jahr Schluss", sagte die 44-jährige stellvertretende Bundesvorsitzende beim Landesparteitag am Wochenende. Sie werde weder bei der Bundestagswahl antreten noch erneut für den Landesvorsitz kandidieren. Dies sei „keine Entscheidung gegen die FDP, gegen den Landesverband oder gegen eine Person“, betonte Suding. Die Entscheidung sei aus persönlichen Gründen gefallen. Der Frauenschwund bei den Liberalen ist auffällig. Katja Suding verlässt die FDP freiwillig, Generalsekretärin Linda Teuteberg musste gehen. Fragt sich: Was nun, Herr Lindner?

    Ich wünsche Ihnen einen schwungvollen Start in die Woche.

    Herzliche Grüße,
    Ihr

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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