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Morning Briefing Neue IWF-Chefin legt los

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

beginnen wir mal mit Shakespeare, das ist nie ganz falsch. „Besser drei Stunden zu früh als eine Minute zu spät“, hat der Altmeister des Theaters formuliert – und Kristalina Georgiewa hat das in Bezug auf die globale Rezessionsgefahr bei ihrer Antrittsrede als IWF-Chefin aufgegriffen. Wenn sich die Weltwirtschaft stärker als erwartet abschwäche, sei „möglicherweise eine koordinierte finanzpolitische Reaktion erforderlich“, sagte die 66-jährige Bulgarin. Ihre Ausführungen zum Status quo des Trumpismus waren so düster wie Atlantik-Regenwolken. Der Welthandel sei „fast zum Erliegen gekommen“, 2019 gebe es in fast 90 Prozent der Welt langsameres Wachstum, es sinke auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Jahrzehnts. Und dann hat Georgiewa noch eine kleine Lerneinheit für Donald Trump parat: „Niemand gewinnt einen Handelskrieg.“

Einerseits sitzt man gemeinsam in einer Großen Koalition, andererseits ist Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für die Unionsfraktion offenbar eine ständige Provokation. Man streitet wie die Kesselflicker um die Grundrente und zerreißt sogar einen Kompromiss, den Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) ausgehandelt hatte. Die Union pocht unverdrossen auf eine Bedürftigkeitsprüfung für alle, Heil dagegen will, dass nicht das gesamte Vermögen, sondern nur das Einkommen offengelegt wird. Der Minister muss 180 Fragen der Unionsfraktion beantworten – und kann zwecks Arbeitserleichterung nur auf Angela Merkel hoffen. Die Kanzlerin schaltet sich nach unseren Informationen in den hochkochenden Konflikt ein und trifft Heil am Freitag.

Wenn etwas zur fixen Idee wird, ist jedes Mittel recht, vor allem das der Geheimhaltung. Nur so kann man sich die Münchhausen-Erzählungen des ins Gelingen der Pkw-Maut verliebten CSU-Verkehrsministers Andreas Scheuer erklären. Der Bayer musste sich von einem Blatt aus der Heimat, der „Süddeutschen Zeitung“, vorhalten lassen, dass es zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 fünf zusätzliche Gespräche der Ministeriumsspitze mit Vertretern der Mautfirmen CTS Eventim und Kapsch gegeben habe. Dreimal dabei: Scheuer. Der Bundestag wurde bisher nicht über die Top-Secret-Treffen informiert, zu denen sich auch in den Akten zur Maut nichts findet. Von der „maximal möglichen Transparenz“ bleibt so wenig übrig wie von einem Mauthäuschen nach einem Tornado.

Quelle: AFP
Goulard wird vorgeworfen, als EU-Abgeordnete für viel Geld im Nebenjob für einen amerikanischen Think Tank gewirkt zu haben.
(Foto: AFP)

Ein paar Hürden muss die Französin Sylvie Goulard überwinden, ehe sie wirklich „Super-Kommissarin“ für Industriepolitik, Binnenmarkt und Verteidigungsindustrie werden kann. Ihr wird vorgeworfen, als EU-Abgeordnete für viel Geld im Nebenjob für einen amerikanischen Thinktank gewirkt sowie womöglich einen Assistenten nur zum Schein beschäftigt zu haben. Vor allem die von Manfred Weber (CSU) gelenkte Fraktion der Europäischen Volkspartei hadert mit der Kandidatin, die im französischen Präsidenten Emmanuel Macron den Hauptförderer hat. Dass Weber bei seinem Drang zum Amt des EU-Kommissionspräsidenten seinerzeit von Macron gestoppt wurde, ist ein Aperçu am Rande. Rache ist nun mal ein Gericht, das man am besten kalt serviert.

The answer is: No! Das Weiße Haus verweigert in der Ukraine-Affäre jede Kooperation mit dem von den Demokraten beherrschten US-Repräsentantenhaus. Die Vorermittlungen für ein Amtsenthebungsverfahren („Impeachment“) gegen Donald Trump seien rein politisch motiviert, steht in einem langen Brief an führende demokratische Politiker im Parlament. Deshalb werde sich die Regierung nicht an diesem „politischen Theater“ beteiligen. Hier liegt eine Blockade vor, eine Vollsperrung der Wahrheit. Auch Gordon Sondland, US-Botschafter bei der EU, folgte der Vorladung zur Anhörung im Kongress nicht. Trump schwadronierte bei dieser Gelegenheit von einem „komplett korrupten Gericht“.

Am Donnerstagabend wird der Ernst-Schneider-Preis für herausragenden Wirtschaftsjournalismus verliehen. Stifter dieses Journalistenpreises der deutschen Wirtschaft sind die Industrie- und Handelskammern. Wenn Sie bei der Preisgala mit Buffet dabei sein wollen, schreiben Sie mir einfach: [email protected]. Die Gala findet auf dem Schiff MS Rheinenergie statt, das um 18 Uhr in Düsseldorf ablegen und gegen 22.30 Uhr in Köln anlegen wird.

Quelle: dpa
Der Ex-Skistar und Sportfilmer holt seine Tochter Florinda in den Aufsichtsrat.

Und dann ist da noch Florinda Bogner, eine bislang weithin unbekannte studierte Innenarchitektin, die als Natur-Psychologin mit Hundebesitzern arbeitet und vor allem eines sein wollte: unauffällig. Nun fällt sie auf, weil sie in den Aufsichtsrat der väterlichen Sportfirma einzieht. Die 34-Jährige stehe „für das frische, junge Bogner und wird gemeinsam mit mir die Tradition der Marke und die Interessen unserer Familie vertreten“, erklärt Sportfilmer Willy Bogner. Der 77-Jährige freut sich wie ein Schneekönig über den jüngsten Coup in dem zuvor angeschlagenen Unternehmen, bei dem bei einem leicht auf 157 Millionen Euro gestiegenen Umsatz sogar ein kleiner Gewinn von 300.000 Euro entstand.

Ich wünsche Ihnen die richtige Form von Work-Life-Blending. Es grüßt Sie wie immer herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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