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Morning Briefing Neustart in Rom

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

während Großbritanniens Regierungschef Boris Johnson Europa in Atem hält, kommen aus Italien beruhigende Signale. Italiens Präsident Mattarella hat den bisherigen Regierungschef Conte mit der Bildung einer neuen Regierung zwischen Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten beauftragt. Conte hat sich, wie viele seiner Vorgänger, viel vorgenommen. Er verspricht grundlegende Reformen und will „Italien wieder wettbewerbsfähig machen“. Hier sei an den Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel erinnert: „Die Wahrheit einer Absicht ist die Tat.“

Die schwache Konjunktur hinterlässt weiter Spuren am deutschen Arbeitsmarkt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im August im Vergleich zum Vormonat um 44.000 auf 2,3 Millionen gestiegen. Eine solche Zunahme hat es in einem August seit Beginn der Statistik im Jahr 1991 nicht gegeben. Seit vier Monaten ist die Arbeitslosigkeit nicht mehr gesunken. Das ist kein Grund zur Panik, aber zum Innehalten: Die beste Zeit am Arbeitsmarkt ist erst einmal vorbei.

Quelle: Reuters
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) umgarnt den deutschen Mittelstand.

Von Ludwig Erhard weiß Peter Altmaier, dass Wirtschaft zu 50 Prozent Psychologie ist. Und deshalb umgarnt der Wirtschaftsminister den deutschen Mittelstand mit einer verheißungsvollen Strategie: weniger Bürokratie, flexiblere Arbeitszeiten, niedrigere Steuern. Konkret soll die Steuerbelastung von Personenunternehmen auf maximal 45 Prozent festgeschrieben werden. Gute Ideen für gute Laune.

Die Vorschläge kommen passend zum Start der Mittelstandstour des Wirtschaftsministers. Altmaier trifft in diesen Tagen Familienunternehmen, Handwerksbetriebe und Weltmarktführer - quasi das „Who is who“ des deutschen Mittelstands. Für den Minister gilt das Motto: reisen bildet. Viele Unternehmer würden ergänzen: zuhören auch.

Quelle: Mauritius Images [M]
Strukturschwache Region: Ostdeutschland könnte wirtschaftlich stark zurückfallen. Fachkräftemangel und Überalterung sind nur ein paar der Probleme.
(Foto: Mauritius Images [M])

Fachkräftemangel, Überalterung, Strukturschwäche – die Situation in den neuen Bundesländern ist auch 30 Jahre nach dem Mauerfall mindestens herausfordernd. Während sich der ökonomische Abstand zwischen Ost und West über lange Zeit verringerte, drohen jetzt mehr und mehr ostdeutsche Regionen den Anschluss zu verlieren. Kurz vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen geht die Handelsblatt-Titelgeschichte der Frage nach: Ist der Osten noch zu retten?

Das Handelsblatt belässt es nicht bei der Problembeschreibung, sondern analysiert fünf Bausteine für einen „Masterplan Ost“: ein staatliches Investitionsprogramm, eine Sonderwirtschaftszone, eine Bildungsoffensive, die Entwicklung von Wachstumskernen und die Zuwanderung von Fachkräften. Egal wie die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen ausgehen, es muss sich etwas ändern. Erich Fried kommt einem in den Sinn: „Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt.“

Quelle: dapd
Renate Köcher ist die Chefin des Instituts für Demografie Allensbach.
(Foto: dapd)

Für die politische Elite des Landes steht eine Frage im Mittelpunkt der Landtagswahlen: Steigt die AfD zur stärksten politischen Kraft auf? Die Demoskopin Renate Köcher sieht die AfD als „Sammelbecken der Enttäuschten.“ Im Interview mit dem Handelsblatt sagt die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach zu den Gründen für die Stärke der rechtspopulistischen Partei in den neuen Bundesländern: „Weite Landstriche haben mittlerweile das Gefühl, keine Zukunft mehr zu haben, weil sich dort die Einschätzung verfestigt hat, dass die eigene Region für junge Leute nicht attraktiv ist.“ Pflichtlektüre für alle, die Ostdeutschland besser verstehen wollen.

Und dann ist da noch Martin Blessing: Der ehemalige Commerzbank-Chef verlässt nach nur drei Jahren den Vorstand der Schweizer Großbank UBS. Über die Hintergründe der Trennung ist bisher nichts bekannt. Zuletzt fielen die Ergebnisse der von Blessing mitverantworten Vermögensverwaltung eher schwach aus. Finanzielle Sorgen muss sich der deutsche Banker nicht machen. Blessings Frau Dorothee ist eine der bestverdienenden Managerinnen des Landes. Das Prinzip: Sicherheit durch Liebe.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames und neidfreies Wochenende

Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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