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Morning Briefing Panzer statt Picknick

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Panzer statt Picknick: Der Unabhängigkeitstag ist in den USA eigentlich ein unpolitisches Familienfest. Doch in diesem Jahr hat US-Präsident Donald Trump den Nationalfeiertag zur Militärparade in Washington umfunktioniert. Der Missbrauch des Unabhängigkeitstags zur Verherrlichung der eigenen Militärmacht hat in Amerika viel Protest ausgelöst. Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er die Kritik an der politisch inszenierten Machtdemonstration nicht als Bestätigung interpretieren würde. Mindestens so wichtig wie „Make America great again“ ist dem US-Präsidenten die narzisstische Abwandlung „Make me great again“.

Im vergangen Jahr ist das Geschäft mit Cloud-Computing um sagenhafte 47 Prozent auf 80 Milliarden Dollar gewachsen. Und der Wettkampf in dem Wachstumsmarkt wird immer härter. Amazon, mit Amazon Web Services (AWS) die Nummer 1 der Branche, gibt sich dennoch zuversichtlich: „Es gibt keinen Kompressionsalgorithmus für Erfahrung“, sagt AWS-Chef Andy Jassy im Interview mit dem Handelsblatt. Die jüngsten Deals mit Volkswagen und BMW geben dem selbstbewussten Manager Recht.

Quelle: AP
Die bisherige deutsche Verteidigungsministerin soll neue EU-Kommissionspräsidentin werden.
(Foto: AP)

Die Nominierung von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als künftige EU-Kommissionspräsidentin spaltet den Kontinent. Die einen loben Kanzlerin Angela Merkel für ihre taktische Finesse, für diesen wichtigen politischen Posten in Europa eine deutsche Persönlichkeit durchgesetzt zu haben. Die anderen kritisieren, dass durch Hinterzimmer-Diplomatie das Spitzenkandidatenmodell beerdigt und die europäischen Institutionen beschädigt wurden. Ganz nach dem Motto: Der Zweck heiligt die Mittel.

Der Frust der Wähler sitzt tief. Wie tief, zeigt der aktuelle ARD-Deutschlandtrend. Demnach halten 56 Prozent der Bürger Ursula von der Leyen für keine gute Kommissionspräsidentin. 71 Prozent sind zudem davon überzeugt, dass das EU-Parlament das letzte Wort bei der Wahl des Kommissionspräsidenten haben sollte – und nicht die Staats- und Regierungschefs. Kurt Tucholsky kommt einem in den Sinn: „Das Volk versteht das meiste falsch, aber es fühlt das meiste richtig.“

Siemens-Chef Joe Kaeser sorgt sich ebenfalls um die Zukunft Europas. In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt mahnt der Manager mehr Tempo an: „Um in Brüssel zu Entscheidungen zu kommen, ist es oft ein langer und steiniger Weg. Zu oft haben wir Europäer damit in der Vergangenheit wertvolle Zeit verloren – auch zum Nachteil für unsere Unternehmen und damit für die wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedstaaten insgesamt. Diesen Zeitverlust können und sollten wir uns in Zukunft im Wettstreit mit den führenden Volkswirtschaften dieser Welt nicht mehr leisten“, schreibt Kaeser.

Das neue Parlament und die neue Führung der europäischen Institutionen bieten nach Ansicht des Siemens-Chefs „große Chancen“. Fünf Punkte hält Kaeser für besonders dringlich: Europa müsse den Kampf gegen den Klimawandel aufnehmen, konsequent mit einer Stimme sprechen, mehr in Zukunftstechnologien investieren, den regulatorischen Rahmen modernisieren sowie die Bürgerinnen und Bürger auf die digitale Welt vorbereiten. Der Text ist Pflichtlektüre für Europas Spitzenpolitiker.

Jens Tischendorf, Partner beim schwedischen Finanzinvestor Cevian und streitbarer Multi-Aufsichtsrat, wünscht sich mehr Manager wie Kaeser, die sich in politische und gesellschaftliche Debatten einmischen: „CEOs sind Personen der öffentlichen Wahrnehmung, die müssen sich auch positionieren“, sagte Tischendorf auf dem CFO-Kongress des Handelsblatts. Vorstandschefs könnten sich nicht immer hinter dem Kapitalmarkt verstecken. „Der Kapitalmarkt ist nicht immer die Ultima Ratio des Handelns. Das ist ein kurzfristiger Markt.“ Das sind mindestens bemerkenswerte Sätze für einen Finanzinvestor.

Quelle: Smetek
Seit 2004 legt das Forschungsinstitut Prognos alle drei Jahre seinen „Zukunftsatlas“ vor.
(Foto: Smetek)

Alle drei Jahre analysiert das renommierte Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos anhand von 29 Indikatoren die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der 401 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte. Die Bevölkerungsentwicklung fließt ebenso ein wie die Kriminalitätsrate oder die Zahl der Unternehmensgründungen. Die umfangreichen Ergebnisse liefern den Stoff für unsere heutige Titelgeschichte „Regionen mit Zukunft.

Spitzenreiter ist in der aktuellen Studie einmal mehr die Region München. Die beeindruckendste Aufholjagd hat derweil Leipzig hingelegt. 2004 lag die Stadt noch auf Platz 334 in der Schlussgruppe des Prognos-Rankings. In der neuesten Ausgabe des Regionalrankings kommt Leipzig auf Platz 104. Nun überwiegen in der Stadt die Zukunftschancen. Auch andere Regionen haben in den vergangenen Jahren ihre Zukunftsfähigkeit gesteigert und den Abstand zu den Metropolen verringert. Der Trend macht Mut: Trotz weiterer Urbanisierung ist die Verödung ländlicher Regionen kein Naturgesetz.

Ich wünsche Ihnen ein zuversichtliches und erholsames Wochenende.
Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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