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Morning Briefing Plus Ema-Chefin fordert Fokus auf Innovationen – Klimapakt wird Wirtschaft und Alltag verändern

Emer Cooke spricht im Handelsblatt-Interview ein wichtiges Thema an, denn klar ist: Deutschland braucht eine Innovationsagenda. Was uns sonst noch bewegt hat.
15.05.2021 - 10:10 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die Chefin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) hat vergangene Woche im Handelsblatt-Interview einen bemerkenswerten Satz gesagt: „Ich denke, dass wir uns auf die Ermöglichung von Innovationen konzentrieren sollten”, so Emer Cooke. „Keiner der bestehenden Impfstoffe wäre ohne ein attraktives Innovationsumfeld entstanden.”

Bemerkenswert ist der Satz deshalb, weil diese simple Logik in Deutschland immer mehr in Vergessenheit zu geraten droht. Dass die Welt vergangene Woche über eine Aufhebung der Impfstoff-Patente diskutierte, ist nur das neueste Beispiel dafür. Begriffe wie Fortschritt, Innovation und Unternehmertum fehlen in kaum einer Parteitagsrede. Tatsächlich aber behindern Bürokratie und eine wenig digitale Verwaltung Innovationen. Und die Situation hat sich in den vergangenen Jahren eher verschlechtert, wie Umfragen unter Unternehmern zeigen.

Deutschland braucht eine Innovationsagenda, zu der Bürokratieabbau genauso gehört wie eine bessere Verzahnung zwischen Wissenschaft, Investoren und etablierten Konzernen. Denn auf dieser Schnittstelle entstehen die großen Ideen von morgen. Die Zusammenhänge sind längst bekannt. Genauso wie die Tatsache, dass besonders komplexe neue Technologien mitunter eine staatliche Anschubfinanzierung benötigen. Quantencomputer sind zum Beispiel so ein Fall.

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    Die deutsche Wirtschaft hat jedenfalls schon vorgelegt: Nie zuvor haben Unternehmen in Deutschland so viel Geld für Forschung und Entwicklung ausgegeben wie 2019, wie aktuelle Zahlen zeigen. Knapp 76 Milliarden Euro steckten sie in Innovationen – und damit fast sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor.

    Grafik

    Erfolgreiche Wirtschaftspolitik sollte sich nicht darauf konzentrieren, die Wirtschaft zu lenken. Sie sollte ein Klima schaffen, in dem Menschen und Unternehmen bereit sind, Risiken einzugehen. Ein Klima, in dem Neues entstehen kann. Wer jetzt ohne Not den Patentschutz in Frage stellt, der ja nichts anderes darstellt als die Belohnung für erfolgreiche Innovation, der sendet ein Signal in die ganz falsche Richtung.

    Was uns diese Woche sonst noch beschäftigt hat:

    Quelle: obs
    Beim „Klimapakt Deutschland“ wurden sowohl Fragen zur technischen Realisierbarkeit der Pläne als auch zur Finanzierung weitgehend ausgeblendet.
    (Foto: obs)

    1. Der Kampf gegen den Klimawandel ist die große Schicksalsfrage unserer Zeit. Und die Dekarbonisierung der Wirtschaft die wichtigste Aufgabe unserer Generation. Doch die Antwort der Regierung ist derzeit vor allem Aktionismus, wie die überstürzte Klima-Offensive der vergangenen Woche gezeigt hat: Erst versuchte die Bundesregierung, das Klimaschutzgesetz mit eiligen Hammerschlägen verfassungskonform zu gestalten, dann legte die Koalition mit einem „Klimapakt Deutschland“ nochmal nach. Dabei wurden sowohl Fragen zur technischen Realisierbarkeit der Pläne als auch zur Finanzierung weitgehend ausgeblendet. Aus unserem Berliner Büro sind Silke Kersting und Klaus Stratmann der bislang ignorierten Frage nachgegangen, was mit den neuen Klimazielen auf die Wirtschaft zukommt.

    2. Einen der wichtigsten Texte der Woche hat mein Kollege Hans-Jürgen Jakobs geschrieben. Darin befasst er sich mit der Debattenkultur in unserem Land, die nach 15 Monaten Pandemie schwer beschädigt ist. Das Land, so schreibt er, „hat sich weit weg von den Idealen der Aufklärung bewegt“. Der moderne Mensch „klickt, aber denkt nicht jederzeit selbst“. Das Meinungsklima leide unter all den Versuchen, „Andersdenkende und Unliebsames überall zu identifizieren und auszugrenzen“. Ein Debattenbeitrag, der gehört werden sollte. Denn das Thema betrifft uns alle.

    Quelle: Davide Bonazzi
    Ein sparsamer Lebensstil und renditestarke Investitionen können finanzielle Freiheit ermöglichen.
    (Foto: Davide Bonazzi)

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    3. Unsere Titelgeschichte zum Wochenende beleuchtet einen Traum, den viele träumen, aber nur wenige realisieren: durch eine Kombination aus gutem Einkommen, geringen Ausgaben, hohen Ersparnissen und cleverer Geldanlage bereits mit 40 oder 50 finanziell ausgesorgt zu haben. Wir zeigen anhand von konkreten Beispielen, wie dieses Vorhaben tatsächlich gelingen kann. Aber wir klären auch, unter welchen Bedingungen uns das Modell dauerhaft zufrieden macht. Dringender Rat einer Glücksforscherin: Ohne eine sinnstiftende Aufgabe für die Zeit nach dem Arbeitsleben ist der Ruhestand mit 40 oder 50 keine gute Idee.

    4. Handelsblatt-Auslandschef Jens Münchrath geht diese Woche hart mit der industriepolitischen Agenda der Europäischen Union ins Gericht. „Moderne Industriepolitik“ sei in vielen Fällen nichts anderes als glasklarer Protektionismus. „Die größte Gefahr für den Westen kam und kommt immer aus dem Westen selbst“, schreibt er. „Immer dann, wenn er seine eigenen Werte verleugnet – und dazu gehören auch die marktwirtschaftlichen.“

    5. Viel besser, als von vielen erwartet, ist die Industrie ins Jahr gestartet. Doch nun droht ein regelrechter Rohstoff-Fluch, wie unsere große Analyse zeigt: Denn Ressourcen wie Kupfer und Eisenerz, die dringend in der Automobilindustrie benötigten Edelmetalle Palladium und Rhodium, aber auch Holz sowie Agrarrohstoffe sind derzeit so teuer wie noch nie. Geht diese Entwicklung weiter, könne es zu „steigenden Inflationsraten und schwachem Wirtschaftswachstum kommen, wie nach den Ölpreisschocks der siebziger und achtziger Jahre“, sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest dem Handelsblatt. Würth-Chef Robert Friedmann zeigt sich ebenfalls besorgt: „Die Rohstoffpreise steigen astronomisch. So etwas habe ich selten erlebt. Das sind deutliche Anzeichen für eine Überhitzung der Wirtschaft.“

    6. Es war ein simples Versprechen: Statt teurer Vermögensverwalter übernehmen künftig Algorithmen das Vermögensmanagement der Kunden. Billiger sollte das sein, vielleicht sogar ertragreicher. Doch was bringen die so genannten Robo-Advisor wie Scalable, Liqid und Quirion wirklich? Die Corona-Krise war der erste Härtetest, den längst nicht alle bestanden haben, wie diese Zahlen zeigen.

    Quelle: Julius Brauckmann (Airbus, Getty Images, Dpa Bildfunk)
    Die Luftfahrt steht in Sachen Klimaschutz unter besonders hohem Druck.
    (Foto: Julius Brauckmann (Airbus, Getty Images, Dpa Bildfunk))

    7. Das Handelsblatt wird in den nächsten Monaten noch intensiver als bisher analysieren, welche Technologietrends auf die Unternehmen zukommen und wie sie deren Geschäftsmodelle verändern werden. Dafür hat das Handelsblatt-Technologie-Team die Reihe „Insight Innovation“ gestartet, die ab sofort jeden Freitag erscheinen wird. Diese Woche analysieren Katharina Kort und Jens Koenen, wie sich Airlines und Flugzeughersteller mit radikalen Ideen neu erfinden. Im Zentrum: Wasserstoff als das neue Kerosin.

    8. Sehr lesenswert auch eine Geschichte unserer Korrespondentin in New York: Während Zukunftsforscher noch über das Ende der Büros fantasieren und Opel einen Großteil seiner Mitarbeiter ins Homeoffice schickt, haben sich Tech-Konzerne wie Facebook, Amazon und Google riesige Immobilien in der US-Finanzmetropole gesichert. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen glauben sie an die physische Rückkehr an den Arbeitsplatz.

    9. Was sind eigentlich die optimalen Bedingungen für Kreativität? Welche Prozesse laufen im Gehirn ab, wenn Menschen neue Ideen entwickeln? Und: Wie nah kann eine Künstliche Intelligenz (KI) ihrem menschlichen Pendant wirklich kommen? Der Neurowissenschaftler und Buchautor Henning Beck beschäftigt sich mit diesen Fragen seit Jahren – und er beantwortet sie alle in der neuesten Folge meines Podcasts Handelsblatt Disrupt. Eins vorweg: Das Homeoffice hält er für einen der größten Kreativitätskiller überhaupt. Gut möglich, dass Google, Amazon und Facebook das verstanden haben.

    Ihnen ein schönes Wochenende.

    Herzlichst,
    Ihr

    Sebastian Matthes

    Chefredakteur Handelsblatt

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