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Morning Briefing Richtungsstreit der Merkel-Männer

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der eine war Kanzleramtsminister und träumt nun als Bundeswirtschaftsminister den Traum von großer Industriepolitik und „nationalen Champions“. Der andere ist amtierender Kanzleramtsminister und hält genau davon ziemlich wenig, denn „unsere Unternehmen sollen wegen ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten erfolgreich sein und nicht, weil europäische Verbraucher zu hohe Preise bezahlen“, wie er dem Handelsblatt sagt. Voilà, Peter Altmaier vs. Helge Braun, das neueste Spitzenduell am Berliner Spreebogen. Beide sind in der CDU, beide stehen der Regierungschefin Angela Merkel nahe. Dabei scheint sich herauszustellen, dass die Christdemokraten insgesamt den Mittelstand wieder stärken wollen – und nicht jene Superkonzerne, die in Wahrheit oft von amerikanischen, arabischen oder asiatischen Fonds beherrscht werden.

Quelle: AP
Die britische Premierministerin Theresa May will die EU um eine weitere Verlängerung der Brexit-Frist bitten.
(Foto: AP)

In der Endlosschleife „Brexit“ entdeckt Premierministerin Theresa May nach multiplem Scheitern, dass sie vielleicht doch einen Kompromiss mit der oppositionellen Labour-Partei braucht. Das benötigt mehr Zeit, die May nicht hat, weshalb das EU-Austrittsdatum Großbritanniens (ursprünglich vorigen Freitag) nun noch mal „so kurz wie möglich“ verschoben werden soll (vom 12. April auf den 22. Mai). Und wenn es ganz schlimm kommt, müssten die Briten am 23. Mai das Europaparlament mitwählen. Wer das alles nicht versteht, kann sich unser Brexit-Multimedia-Spezial anschauen, das wir heute freischalten. Redakteure, Korrespondenten, Grafiker, Dokumentare und Programmierer haben ein profundes Dossier zusammengestellt, das zum Beispiel erklärt, warum der Brexit die Produktion der Fischstäbchen bedroht.

Über 5G wird in diesen Breitengraden geredet, als sei damit schon fast Internet und Künstliche Intelligenz bei jedermann erreicht. Die von der Bundesregierung angekurbelte Auktion der 5G-Frequenzen läuft nun dem Ende entgegen, die beteiligten Firmen sind sich aber weitgehend einig, nur noch in zwei der 41 Frequenzblöcke rangeln die Netzbetreiber Deutsche Telekom und Telefónica. Vielleicht wurde insgesamt einfach auch viel zu wenig gestritten, denn die Auktionen bringen nach unseren Berechnungen bisher insgesamt nur 2,3 Milliarden Euro. Weinenden Auges denkt der Finanzminister an die UMTS-Versteigerung im Jahr 2000: Damals zahlten die Firmen nach drei Wochen Bieterkampf monströse 50,8 Milliarden. Eine alte Seneca-Weisheit scheint sich damit zu widerlegen: „Die Begehrlichkeit kennt keine Schranke, nur Steigerung.“

Zur journalistischen Dauerware gehörten in den vergangenen Jahren Verkaufsspekulationen über die Real-Supermärkte. Nun scheint es wirklich so weit zu sein. Nach Handelsblatt-Informationen verhandeln nur noch die Immobilien-Investoren Redos und x+bricks mit dem Noch-Eigentümer Metro. Beide Bieter sollen Angebote über jeweils 900 Millionen Euro abgegeben haben. Aussortiert würde demnach eine Investorengruppe rund um den Einkaufsverbund Markant und die Finanzfirma Sapinda. Es sieht ganz danach aus, als würde die Real-Gruppe nach allen Regeln der Finanzkunst zerschlagen.

New York will in den USA den Anfang machen – und im Kampf gegen Staus ein anderswo erprobtes Mittel einsetzen, die City-Maut. Für Fahrten mit Autos und Lastkraftwagen im südlichen Teil von Manhattan könnten beispielsweise mehr als zehn US-Dollar verlangt werden. Spätestens Ende 2021 soll das System laufen und für stetig fließende Einnahmen sorgen. Geplant ist, dass die Maut-Erlöse in den öffentlichen Nah- und Personenverkehr investiert werden sollen. Besonders das New Yorker U-Bahn-System gilt als extrem störanfällig. Aus Frank Sinatras New-York-Hymne fällt einem eine Zeile ein: „I'll make a brand new start of it.“

Quelle: dpa
DFB-Präsident Reinhard Grindel hat nach knapp drei Jahren seinen Posten geräumt.

Und dann ist da noch Reinhard Grindel, 57, desertierter DFB-Präsident, der zunehmend durch die bizarre Korrelation auffiel, dass oft ein Fettnäpfchen just dort auftauchte, wo er sich gerade befand. Dass er 78.000 Euro Jahres-Nebeneinnahmen als Aufseher genauso für sich behielt wie das Armbanduhr-Präsent eines Oligarchen, war selbst in einer von Finanz-Merkwürdigkeiten geprägten Branche zu viel. Den Wert des Chronometers von 6000 Euro will Grindel erst jüngst entdeckt haben („hatte keine Vorstellung“). Nun wird der Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete seine Ämter bei Fifa und Uefa behalten, im Dienste Deutschlands und der Haushaltskasse (eine halbe Million Euro im Jahr). Das Rückkehrrecht zum ZDF greift somit nicht, die Mainzelmännchen müssen ohne ihn weitermachen.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag mit maximaler Transparenz in wichtigen Angelegenheiten. Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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