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Morning Briefing Salvini strauchelt in Bologna

27.01.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der große Gestus des Tribuns hat Matteo Salvini, dem Chef der rechtsgewirkten Lega, bei der wichtigen Regionalwahl in der Emilia-Romagna nicht geholfen. Vielmehr kam Stefano Bonaccini, der Mitte-Links-Kandidat der Sozialdemokraten, laut einer Hochrechnungen auf gut 51 Prozent der Stimmen – ganz offenbar mehr als die Lega-Rivalin Lucia Borgonzoni (rund 44 Prozent). Mit einem Erfolg in der industriestarken, traditionell politisch linken Region rund um Bologna wollte Salvini die Regierung in Rom (Sozialdemokraten und „Fünf-Sterne“-Bewegung) entscheidend schwächen. Der Aufstand fällt aus, auch wenn in Kalabrien die Mitte-Rechts-Kandidatin von Berlusconis „Forza Italia“ gewann und die „Fünf Sterne“ generell abgestraft wurden. Uns fällt Schriftsteller Alberto Moravia ein: „Dummheiten können reizend sein, Dummheit nicht.“

Quelle: dpa
Für Esther Bejarano ist es unerträglich, „wenn heute wieder Naziparolen gebrüllt werden“.

Wenn sich heute Delegationen aus 50 Staaten und etliche Überlebende auf der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz treffen, wird eine naheliegende Forderung diskutiert: den 8. Mai zu einem Feiertag zu erklären. Am 8. Mai 1945 war das Nazi-Regime endgültig niedergeschlagen worden, weshalb Esther Bejarano einen Brief an Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geschrieben hat. Darin führt die 95-jährige Vorsitzende des Auschwitz-Komitees aus, es sei für Überlebende wie sie unerträglich, „wenn heute wieder Naziparolen gebrüllt werden“. Ein Feiertag am 8. Mai aber schaffe Gelegenheit, „über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken“. Dann könnte der Bundespräsident irgendwann sagen: „Wir haben aus der Geschichte gelernt.“

Er war einer der besten Spieler in der Geschichte des US-Basketballs, 2006 gingen einmal 81 Punkte in einem Match auf sein Konto. Kein Wunder, dass seine Los Angeles Lakers fünfmal die Meisterschaft gewannen. Eine Karriere über 20 lange Jahre, die Maßstäbe setzte – was man auch daran sieht, dass sein Klub die Trikotnummern 8 und 24 nicht mehr vergibt, mit denen er gespielt hat. Nun ist das Idol Kobe Bryant im Alter von 41 Jahren bei einem Absturz seines eigenen Hubschraubers nahe dem kalifornischen Ort Calabasas gestorben. Auch seine 13-jährige Tochter und mehrere weitere Personen kamen um. Amerika und die Welt des Sports trauern um eine Legende.

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    Von Tesla und Elon Musk redet alle Welt – und sogar im Bundeswirtschaftsministerium spricht man heute und morgen sehr konkret über den bizarren Amerikaner. Es geht in einem Workshop in Berlin um ein großes europäisches Batterieprojekt („European Battery Innovation“) mit Vertretern aus 14 EU-Staaten und mehr als 55 Firmen. Nach Handelsblatt-Informationen bewirbt sich auch Tesla um Subventionen für dieses Projekt, das zu einer anderen Batterie-Initiative aus 14 Unternehmen (darunter BMW, BASF, Peugeot, Varta und Total) stößt. Offenbar genießt Musk, der in Brandenburg 2021 ein Batteriewerk eröffnet, alle Triumphe – den des Börsen-Champions genauso wie den des Profiteurs von Staatsknete. Das Aufbauen einer Firma ist für ihn nun mal wie Kuchenbacken: Man braucht von allen Zutaten genau die richtige Menge.

    Mehr Mut kündigt Bernd Reichart an, der CEO der Kölner Mediengruppe RTL Deutschland, deren Führungsbesetzungen vor mehr als einem Jahr radikal wechselten – es war ein Putsch von oben. Wenn Sie genau wissen wollen, was „Mut“ im deutschen Fernsehen bedeutet, das bekanntlich unter dem amerikanischen Netflix-Phänomen leidet, dann müssen Sie Reicharts Handelsblatt-Interview lesen, in dem er seine Hinwendung zu „Die Passion“ erklärt: Das ist ein Live-Spektakel in einer deutschen Stadt, in der das Bildungsfernsehen von RTL zu Ostern 2020 den Kreuzweg Jesus („die größte Geschichte aller Zeiten“) mit viel Musik nachzeichnen wird. Köln scheint eine Art „Damaskus“ zu sein, aus Saulus wird Paulus. Reichart kündigt auch an, eine Herz-OP live zu übertragen. Wenn es um Quoten geht, sind Gottes Wege unergründlich.

    Quelle: Imago
    Theo Müller übergibt seinen Sitz im Aufsichtsposten an seinen Sohn Stefan.
    (Foto: Imago)

    In seinen 80. Geburtstag am Mittwoch will Molkerei-Magnat Theo Müller nicht ohne ein Kerzchen für die eigene Dynastie gehen. Sein ältester Sohn Stefan soll von 1. Februar an den Posten des Seniors im Aufsichtsrat der Gruppe (Umsatz: sechs Milliarden Euro) übernehmen. Vor einigen Jahren hatte der Filius noch Reißaus genommen und sich in einer Firma in Königsbrunn lieber um Colostrum gekümmert – ein Nahrungsergänzungsmittel, das Kuhmilch für frisch geborene Kälber nutzt. Nun kann sich Stefan Müller im Kreis der neun Kinder des „Milchbarons“ profilieren, auch neben dem Ex-Kuka-Chef Till Reuter, der an die Spitze des Kontrollgremiums rückt. Für diese Karriere des Juniors kann es naturgemäß nur einen Begleitspruch geben: „Alles Müller, oder was?“

    Und dann ist da noch der gute alte Händedruck, mit dem einst sogar komplizierte Verträge vereinbart wurden und der heute als klares Zeichen dient, dass man sich begrüßt oder verabschiedet. Volkswagen aber rät jetzt seinen Mitarbeitern vor diesem Standard des „Seid-nett-Miteinander“ ab, wie die „Automobilwoche“ herausfand. Werksärztin, Werksleiter und Betriebsrat warnen im internen Schreiben: „Winterzeit ist Erkältungszeit, und keiner möchte sich anstecken.“ Per Handshake würden oft Keime übertragen, deshalb also lieber verzichten. Plakate sollen das gefährdete VW-Personal aufrütteln: „Höflich ohne Händedruck – Machen Sie mit!“ Für den Erfolg der neuen Elektrowagen aus Wolfsburg braucht es ohnehin mehr als einen warmen Händedruck.

    Ich wünsche Ihnen einen heiteren Start in die Woche mit vielen höflichen Menschen und bester Gesundheit. Hand drauf.

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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