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Morning Briefing Sanierungsfall Europa

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Wochen habe ich an dieser Stelle immer wieder über den beklagenswerten Zustand Europas geschrieben. Mit der Einigung auf einen späteren Brexit-Termin sind die Probleme nicht kleiner geworden. In vielen EU-Ländern bedroht ein gefährlicher Mix aus Reformstillstand und Populismus die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents. Während Amerika und China um die technologische und politische Vorherrschaft kämpfen, wirkt Europa wie gelähmt.

Die Staatengemeinschaft befindet sich in einem Schicksalsjahr.

Die heutige Titelgeschichte analysiert den „Sanierungsfall Europa“ – die Defizite bei der digitalen Infrastruktur, der Künstlichen Intelligenz, im Bildungssystem und bei Innovationen. Das Fazit ist eindeutig: Das Geschäftsmodell der Europa AG funktioniert nicht mehr. Die strukturellen Schwächen können mittelfristig noch einen viel größeren ökonomischen Schaden in Europa anrichten als der Brexit.

Damit es nicht so weit kommt, hatte ich zusammen mit Handelsblatt-Politikchef Thomas Sigmund und United Europe die Idee, einen Masterplan für Europa zu erarbeiten. 30 Frauen und Männer der Wirtschaft – Vorstandschefs, Mittelständler und Start-up-Unternehmer – haben spontan zugesagt. Die Reformvorschläge haben wir zu einem Buch mit dem Titel „Europa kann es besser“ verdichtet. Ein stärkeres Bekenntnis der Wirtschaft zu Europa hat es bisher nicht gegeben.

EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber und der frühere Außenminister Sigmar Gabriel sprechen von einem „Mutmacher-Buch“. Der Weckruf der Wirtschaft ist ab Montag im Buchhandel erhältlich. Für Morning-Briefing-Leser habe ich zehn Exemplare zur Seite gelegt. Wer Interesse hat, schickt einfach eine Mail an [email protected] – am besten mit einem eigenen Reformvorschlag für Europa. Das Los entscheidet.

Die Kritik an der Industriestrategie von Wirtschaftsminister Peter Altmaier will nicht verstummen. Im Handelsblatt torpediert heute der Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer den Vorschlag, Zusammenschlüsse europäischer Champions zu fördern. „Wettbewerbsfähigkeit kann durch Größe gestärkt werden. Die gesündere Wettbewerbsfähigkeit ist die durch Originalität von Produkten, durch höchste Produktivität und Kosteneffizienz auch in Hochlohnländern“, sagt der Chef von Europas größter Organisation für angewandte Forschung. Der Zwischenruf hat deswegen so ein Gewicht, weil der Wissenschaftler politisch völlig unverdächtig und unabhängig ist.

In der Berliner Politik sieht die Sache anders aus. Dort hat sich mittlerweile eine ganze Schar an Altmaier-Kritikern gebildet. Die bisherige Bilanz des Wirtschaftsministers ist sicher nicht makellos. Doch den Reformstillstand in Deutschland hat die Große Koalition gemeinsam zu verantworten. Nur ist Selbstkritik keine besonders ausgeprägte Eigenschaft von Union und SPD.

Quelle: AP
Der Gründer des Telekomausrüsters Huawei, Ren Zhengfei.
(Foto: AP)

Manche Interviews haben eine ziemlich intensive Vorbereitung. Das gilt auch für das Gespräch mit Huawei-Gründer Ren Zhengfei, das ich gestern mit unserer China-Korrespondentin Sha Hua und den Kollegen von der Wirtschaftswoche in der Firmen-Zentrale in Shenzhen geführt habe. Der Aufwand hat sich gelohnt. Zwei Stunden hat sich der Huawei-Chef für unsere Fragen Zeit genommen, die Spionagevorwürfe der US-Regierung dementiert, den Rückstand Europas bei Künstlicher Intelligenz kritisiert und die Politik von Kanzlerin Angela Merkel gelobt. Das Interview veröffentlichen wir am nächsten Donnerstag – digital und gedruckt.

Und dann ist da noch Dirk Nowitzki. Der deutsche Ausnahme-Basketballer hat seine Karriere in der amerikanischen NBA-Liga beendet. Im letzten Spiel gegen die San Antonio Spurs gelang Nowitzki zwar kein Sieg zum Abschluss, aber ein außergewöhnlich emotionaler Abgang. „Es ist schwer, von etwas loszulassen, was man sehr liebt“, sagte Nowitzki unter Tränen und dem Jubel der Fans. Die Nummer 41 der Dallas Mavericks ist jetzt Geschichte – eine unvergessliche Geschichte.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende. Herzliche Grüße

Sven Afhüppe
Chefredakteur

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