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Morning Briefing – Sonderausgabe Die Supreme-Court-Wahl: Zehn Gedanken zum Ringen zwischen Trump und Biden

Mit Beschwörungsformeln und Siegesgesängen verlängern Trump und Biden den Wahlkampf weit über das Schließen der Wahllokale hinaus. Das ist eine von zehn Erkenntnissen dieses Tages.
04.11.2020 - 13:18 Uhr Kommentieren
Der Trump-Herausforderer hat es nicht geschafft, mit Siegen in Florida, Texas, North Carolina und Ohio für klare Verhältnisse zu sorgen. Quelle: AFP
Joe Biden

Der Trump-Herausforderer hat es nicht geschafft, mit Siegen in Florida, Texas, North Carolina und Ohio für klare Verhältnisse zu sorgen.

(Foto: AFP)

Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

die Qual der Wahl: Die amerikanische Präsidentenkür endet nicht einfach, sie läuft ganz langsam aus. Die Entscheidung zwischen Donald Trump und Joe Biden war und ist so knapp, dass sie dem üblichen Interesse des Mediensystems und der Bevölkerung an schnellen, klaren Signalen widerspricht. In Pennsylvania wird womöglich noch einige Tage lang ausgezählt. Trump schien auf der Siegerstraße zu sein, aber zuletzt, nach der Auszählung in Milwaukee, liegt auf einmal Joe Biden in Wisconsin vorn – ganz gegen der Erwartung des Präsidenten.

Lassen Sie mich zehn Gedanken mit Ihnen teilen.

1. Diese Wahl erwies sich am Ende als Sache der Geduld, einer Tugend, die in der nervösen Zone der Politik eher selten anzutreffen ist. Die Schwester der Geduld ist Hoffnung, die aber nur einer der beiden US-Widersacher begründet haben konnte.

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    2. Den Kontrahenten Trump und Biden blieb aus ihrer Sicht wenig anderes übrig, als den Wahlkampf mit Beschwörungsformeln und Siegesgesängen weit über das Schließen der Wahllokale zu verlängern. Trump war dabei lauter, wie immer.

    3. Wo das Wahlergebnis fehlt, greift die Verschwörung. Die Unterstellung Trumps, der Gegner versuche, seinen Wahlsieg über das späte Zählen von Stimmen zu stehlen, und seine Ankündigung, er werde vor den Supreme Court ziehen, deutet auf fortgesetztes Chaos. Betrug? Die innere Krise des Landes setzt sich mit erheblichen Verschmutzungsgraden fort.

    4. Es ist erstaunlich, dass in einem hochentwickelten Industriestaat die Corona-bedingt umfangreiche Brief- und Vorabwahl zu praktischen und juristischen Problemen dieser Art führt. Sie passen nicht zum Führungsanspruch der USA in der westlichen Welt.

    5. Herausforderer Biden hat es nicht geschafft, mit Siegen in Florida, Texas, North Carolina und Ohio für klare Verhältnisse zu sorgen. Diese Wahl war, anders als von den Demokraten erhofft, keine Anti-Trump-Veranstaltung, sondern ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Aus dem Weißen Haus gejagt wurde hier niemand.

    Die Unterstellung Trumps, der Gegner versuche, seinen Wahlsieg über das späte Zählen von Stimmen zu stehlen, und seine Ankündigung, er werde vor den Supreme Court ziehen, deutet auf fortgesetztes Chaos hin. Quelle: AP
    Biden (links) gegen Trump

    Die Unterstellung Trumps, der Gegner versuche, seinen Wahlsieg über das späte Zählen von Stimmen zu stehlen, und seine Ankündigung, er werde vor den Supreme Court ziehen, deutet auf fortgesetztes Chaos hin.

    (Foto: AP)

    6. Nach all den Lügen, Affären, Beleidigungen, Führungsquerelen und Fehlleistungen (Pandemie) in der Ära Trump wirkt das Stimmverhalten vielleicht unangemessen, wie Lohn ohne Leistung. Der Reiz einfacher Botschaften wie Patriotismus, Anti-Sozialismus und „Lasst die Wirtschaft offen“ hat in diesem Fall differenzierte Politikbetrachtung überstrahlt.

    7. Wieder fällt die Entscheidung letztlich in den Staaten des „Rust Belt“, in denen Biden fast so wenig glänzte wie Hillary Clinton vor vier Jahren. Vielleicht fehlte es ihm am „Punch“, vielleicht auch an der punktuellen Strategie, mit der Trump zum Schluss des Wahlkampfs in Michigan, Wisconsin und Pennsylvania aufwartete.

    8. Der Überraschungserfolg Bidens in Arizona war zu wenig, um die politische Landkarte zu verändern.

    9. Erneut waren die Umfragen vor der Wahl nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt wurden. Die suggerierte klare Mehrheit Bidens war Fiktion. Die „stille Mehrheit“ sagt nicht, dass sie jemanden wählt, der in der veröffentlichten Meinung als Übeltäter vorgeführt wird.

    10. Je stärker liberale Medien dem Präsidenten zusetzten, umso stärker wirkte die von ihm behauptete Anti-Establishment-Haltung. Enthüllungsbücher und Enthüllungsartikel über Trump hatten jenen Erfolg, der seinen Gegnern in der Politik versagt blieb.

    Diese Wahl ähnelt einer dieser Netflix-Produktion, bei der man am Ende der ersten Staffel auch nicht schlauer ist – und sich eine zweite Staffel anschauen muss.

    Herzlichst

    Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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