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Morning Briefing Tag der Wahrheit in London

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,


die neue Woche beginnt, wie die alte aufgehört hat: mit Varianten im Rätsel „Brexit“ und der Frage, was die Briten denn nun wirklich wollen. Großbritanniens Premierministerin Theresa May ist noch einen „Plan B“ schuldig, der erklären soll, wie sie einen riskanten EU-Abschied ohne Vertrag verhindern möchte. Gerüchte über einen Separatpakt mit Irland über Zollfreiheit werden in Dublin so leidenschaftlich dementiert, als habe hier Lord Voldemort aus dem aufgewühlten Nachbarland einen falschen Zauber in die Welt gebracht. Gleichzeitig formiert sich über Parteigrenzen hinweg in Westminster offenbar eine europafreundliche Koalition gegen Mays Crash-Kurs. Im Chaosfall UK deutet einiges auf Shakespeare hin: „Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur.“

Sie ist noch einen „Plan B“ schuldig, der erklären soll, wie sie einen riskanten EU-Abschied ohne Vertrag verhindern möchte. Quelle: dpa
Premierministerin Theresa May

Sie ist noch einen „Plan B“ schuldig, der erklären soll, wie sie einen riskanten EU-Abschied ohne Vertrag verhindern möchte.

(Foto: dpa)

Donald Trump, der andere Non-Stop-Player auf der Weltbühne, macht im „Shutdown“-Haushaltsstreit mit neuen Ungehobeltheiten auf sich aufmerksam. Opfer ist Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, die nun „offiziell eine radikale Demokratin“ sei und die doch bitte die Straßen von San Francisco (ihrem Wahlkreis) reinigen soll. Trumps Anwalt Rudolph Giuliani bestätigte unterdessen, dass Gespräche seines Mandanten über den Bau eines Trump Tower in Moskau doch länger als bisher dargestellt gedauert hatten – in der US-Wahlkampfzeit sogar bis zum Wahltag im November 2016. Hier stürzt offenbar im Scheinwerferlicht ein Lügengebäude ein.

Eine Nachricht aus Berlin wird US-Botschafter Richard Grenell besonders freuen: Das Luftfahrt-Bundesamt setzt auf Betreiben der Bundesregierung in Kürze die Betriebserlaubnis für die iranische Fluglinie Mahan Air aus. Dies sei eine Reaktion auf Geheimdienstaktionen Teherans in Europa, die auch Anschläge vorsähen, berichten WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“. Mahan Air steht seit 2011 auf der US-Sanktionsliste. Am Atomdeal mit dem Iran will Berlin aber genauso festhalten wie an der von Grenell kritisierten Erdgaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland. Das sei der „falsche Prügelknabe“, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem Handelsblatt – die Bundesregierung werde hier nicht eingreifen, „weil es keine rechtlichen Grundlagen gibt“.

Der künftige Daimler-Chef will bei der Entwicklung selbstfahrender Autos mit BMW zusammenarbeiten. Quelle: dpa
Ola Källenius

Der künftige Daimler-Chef will bei der Entwicklung selbstfahrender Autos mit BMW zusammenarbeiten.

(Foto: dpa)

Seit einigen Jahren redet alle Welt vom autonomen Fahren – das technisch fasziniert, aber aufgrund hoher Kosten nicht automatisch Gewinne mitliefert. Die deutschen Autohäuser BMW und Daimler ziehen daraus die Konsequenz, enger zu kooperieren. Nach unseren Informationen loten BMW-Chef Harald Krüger und der künftige Daimler-Steuermann Ola Källenius derzeit im Rahmen von Gesprächen Allianzen aus, die Produktentwicklung beim Selbstfahrer-Pkw zusammenzulegen und Patente zu offenbaren. Ziel: ein gemeinsamer Industriestandard. Einen Namen können sie sich aus der Historienkammer eines Rivalen borgen: „Vereinigte Fahrzeugwerke AG“. So nannte sich NSU einmal, ein Audi-Vorgänger.

Wenn Davos ruft, das Festival der Weltformeln in Zauberberg-Kulisse, reisen traditionell mitteilsame US-Manager etwas früher nach Europa und träufeln an vielen Orten ihre Botschaften ein. In diesem Jahr ist hier Geschäftsführerin Sheryl Sandberg von Facebook besonders aktiv, die nach all den Skandalen im eigenen Haus ein Bild der Läuterung abgibt. Die Vertrauensarbeiterin kündigt in Deutschland an, mit dem Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik Fake News bei der Europawahl weitgehend zu verhindern und fast sieben Millionen Euro in ein unabhängiges Ethik-Institut an der TU München zu investieren. Die Charme-Kampagne erledigt quasi nebenbei Gerüchte, Firmengründer Mark Zuckerberg wolle sich von Sandberg trennen. Sie spreche auch für „Mark“, teilt die PR-Reisende mit.

Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos stehen Sorgen um die Zugkraft der langjährigen Wachstumslokomotive China im Mittelpunkt. Quelle: dpa
IWF-Chefin Christine Lagarde

Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos stehen Sorgen um die Zugkraft der langjährigen Wachstumslokomotive China im Mittelpunkt.

(Foto: dpa)

Das World Economic Forum in Davos startet zwar erst am Dienstag, aber bereits heute gibt Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), einen Weltwirtschaftsausblick. Im Zentrum stehen Sorgen über die Zugkraft der langjährigen Wachstumslokomotive China, deren Regierung für 2019 eine vergleichsweise bescheidene Rate zwischen 6,0 bis 6,5 Prozent anpeilt. Der IWF selbst hat seine Prognose für die globale Ökonomie um 0,2 Punkte auf 3,7 Prozent gesenkt. Darüber werden in den Schweizer Bergen weder ein Vertreter der US-Regierung noch Theresa May oder Emmanuel Macron diskutieren. Davos geht das Spitzenpersonal aus. Schlimm ist, frei nach Thomas Mann, dass die Welt heute aus Wespennestern besteht und man das Hineintreten kaum vermeiden kann.

Und dann ist da noch die Bielefelder Unternehmerfamilie Oetker, bekannt für Backmischungen, Bier, Sekt (Henkell), Hotel („Brenners“ in Baden-Baden) und Finanzen (Bankhaus Lampe), aber auch für internen Streit größerer Dimension. Die drei jüngsten Kinder aus der letzten Ehe des 2007 verstorbenen Patriarchen Rudolf-August Oetker, angeführt von Alfred, opponieren derzeit mal wieder gegen Chefaufseher August Oetker, 74. Es geht um die Ernennung der Melsunger Medizintechnik-Unternehmerin Anna Maria Braun, 39, in den Beirat. Die Personalie wurde von August Oetker durchgedrückt, nachdem seine Kandidatin die erforderliche Dreiviertelmehrheit im Beirat verfehlt hatte – die Jüngeren der Dynastie blockierten. Sie klagen nun vor dem Landgericht, um die Personalsache im Beirat für nichtig zu erklären. Augenzwinkernd fällt der Blick auf die Bielefelder Selbstdarstellung: „Jedes Dr.-Oetker-Produkt ist ein besonderer Genuss.“

Ich wünsche Ihnen einen genussvollen, produktiven Start in die Woche.
Es grüßt Sie herzlich

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor


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