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Morning Briefing Telekom als europäischer Champion

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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

politisch ist das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland derzeit „on the rocks“. Zwischen Unternehmen beider Länder aber gibt es immer wieder mal Ehe-Aufgebote, um Europas Binnenmarkt mit mehr Größe zu erschließen. Nach den Eisenbahn-Strategen von Alstom und Siemens (am Kartellrecht gescheitert) versuchen nun nach unseren Informationen die Deutsche Telekom und der französische Netzanbieter Orange einen „europäischen Champion“ zu formen. Die beiden Partner, die gemeinsam einkaufen und einen vernetzten Lautsprecher lancierten, loten intern Chancen einer Fusion aus. Die Causa wird in Kürze politisch, denn bei beiden Konzernen ist der jeweilige Staat Großaktionär.

Quelle: AFP
Die Twitter-Gemeinde rätselt, was US-Präsident Donald Trump, „gephotoshopped“ auf den jungen Kino-Körper des Boxers Rocky Balboa, sagen will.
(Foto: AFP)

Die Twitter-Gemeinde rätselt, was der Twitter-Präsident diesmal sagen wollte. Sein Tweet vom Mittwoch kam ganz ohne Worte aus, man sah einzig Donald Trump „gephotoshopped“ auf den jungen Kino-Körper des Boxers Rocky Balboa, den Sylvester Stallone gespielt hat. Abgeschickt vom US-Regierungschef aus den Golf-Ferien in Florida. Vermutlich spielt Rocky Trump auf die filmische Message von Rocky Balboa an, dass nichts so hart zuschlagen kann wie das Leben, es aber am Ende bloß zählt, „wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weiter macht“. Aktuelle Meldung: In der Ukraine-Krise wird Kronzeuge Gordon Sondland, US-Botschafter in der EU, sexueller Übergriffe beschuldigt. Impeachment? In diesem Boxring macht Trump weiter.

Im britischen Wahlkampf wuchtete Labour-Chef Jeremy Corbyn gestern 451 Seiten Papier vor die Kameras. Sie beinhalten Stoff zu sechs Gesprächsrunden, die sein Gegner Boris Johnson von 2017 bis 2019 mit US-Vertretern hatte – zu einem Deal der Briten mit den Amerikanern nach dem Brexit. Corbyn zieht aus den Dokumenten den Schluss, dass der nationale Gesundheitsdienst NHS verkauft werden und Patente für Arzneien verlängert werden könnten – um so höhere Preise und Erlöse durchzusetzen. Die Tories sehen das als Manöver, um von Antisemitismus-Vorwürfen gegen den Oppositionsführer abzulenken. „Vergib stets deinen Feinden“, lehrte Oscar Wilde, „nichts verdrießt sie so.“

Er war der Biedermann, der Brandstifter spielt: So hat sich Alexander Gauland seine Meriten als Parteichef der rechtsgestrickten AfD erwirkt. Auf dem Parteitag am kommenden Wochenende in Braunschweig tritt der Oldtimer, der seine Hundekrawatte zur politischen Requisite gemacht hat, nicht mehr an, wie er der „Frankfurter Allgemeinen“ bestätigte, deren 70. Geburtstag er jüngst mitfeierte. Der einstige CDU-Politiker vertraut darauf, dass der sächsische Handwerksmeister Tino Chrupalla zum Nachfolger gewählt wird. Die Truppen sind entsprechend sortiert. Als Gegenkandidat tritt der rhetorisch versiertere Berliner Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio auf. Nach den AfD-Planungen soll der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen im ersten Wahlgang erneut gekürt werden.

Wer positive Zeichen unter vielen apokalyptischen Meldungen sucht, kann sich an die Entwicklung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F+E) halten. Sie erreichten 2018 ein Niveau von 3,13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – drei Prozent sieht die EU vor, was die Deutschen jetzt erst zum zweiten Mal schafften. Von den 105 Milliarden Euro für F+E kommen 72 Milliarden von der Wirtschaft. Besonders die Autobauer investieren. Die jüngsten Resultate seien „Motivation und Ansporn, noch besser zu werden“, sagt uns Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Was der Staat dazu leisten könnte, verbirgt der November-Nebel.

Quelle: AFP
EZB-Präsidentin Christine Lagarde meint, dass der Euro der Kitt ist, der die Währungsunion zusammenhält.
(Foto: AFP)

Christine Lagarde hat in ihren ersten Tagen als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) ein strammes Programm. Am Freitag Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt, am 12. Dezember ihre erste Zinssitzung mit Pressekonferenz. Für den Druck neuer Euro-Noten hat die Französin jetzt vor Publikum beim „Euro Banknote Signing Event“ sechs Unterschriften geleistet. „Der Euro ist der Kitt, der uns als Währungsunion zusammenhält“, sagte sie bei der Zeremonie und brachte noch einen neuen Gedanken ein. Weil der Dollar wegen der grünen Hintergrundfarbe „Greenback“ genannt werde, böte sich für den mit einem Bauwerk versehenen 20-Euro-Schein der Name „Blue Bridge“ an.

Seit einiger Zeit spannt die Informationsschleuder Facebook Medien und Organisationen ein, um Fakten in all den Postings zu checken. In den Niederlanden ging das schief. Der letzte verbliebene Checker, die Online-Zeitung Nu.nl, quittierte den Dienst. Man zerstritt sich über die negative Bewertung politischer Statements und Aktivitäten, beispielsweise die einer rechtsradikalen „Partei für die Freiheit“. Facebook besteht darauf, in der politischen Arena nicht über „richtig“ und „falsch“ urteilen zu wollen. Man arbeite mit 55 Faktenchecker-Partnern gut zusammen.

Und dann ist da noch die Fußballgröße Jürgen Klinsmann, dem nun in Berlin gelingen soll, was er schon einmal, 2006, als Trainer mit der deutschen Nationalelf geschafft hat: ein Wunder, irgendetwas zwischen „Sommermärchen“ und Hauptstadt-Oper. Dem 55-Jährigen gilt die ganze Hoffnung des Investors Lars Windhorst (Anteil: 49,9 Prozent), der den derzeit dümpelnden Hertha BSC strategisch quasi zur Weltmarke machen will. Klinsmann sollte zunächst nur in den Aufsichtsrat, jetzt ist er Trainer mit eigenem großen Team. Die Buddha-Figuren, mit denen er vor einigen Jahren bei einem Kurzeinsatz beim FC Bayern München aufgewartet hatte, sind in Berlin noch nicht gesehen worden. Und ein Buddha-Zitat verwendet er besser nicht: „Gib es auf zu gewinnen – und finde das Glück.“

Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Tag, der nicht ganz ohne Gewinne in Euro und Cent auskommen dürfte.

Hans-Jürgen Jakobs
Senior Editor

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