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Morning Briefing Tesla-Jäger Markus Duesmann

23.07.2020 - 06:18 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

im Volkswagen-Konzern ist Markus Duesmann so etwas wie „Mister Zukunft“. Der Audi-Chef, seit 100 Tagen im Amt, erfüllt eine Grundvoraussetzung dafür – die der schonungslosen Analyse. Und die gibt er in Hinblick auf den E-Auto-Pionier Tesla, der derzeit in Brandenburg ein Werk baut: „Beim Thema Rechner und Software-Architektur hat Tesla sicher zwei Jahre Vorsprung, beim automatisierten Fahren auch“, so Duesmann im großen Handelsblatt-Gespräch.

Bei der Aufholjagd setzt der Ex-BMW-Mann auf eine neue Firma, die nach der Jagdgöttin Artemis benannt ist: Es handelt sich um ein Kompetenzzentrum, in dem bis 2024 ein neues Stromauto entsteht. Und Duesmann ist auch noch Aufsichtsratschef des Softwarehauses „Car.Software.Org“, das sich ein einheitliches VW-Betriebssystem vornimmt. Die Revolution bei VW beginnt als Jagd auf Tesla.

„Wir werden die Baureihen künftig nicht mehr nach Länge, Größe und Breite strukturieren, sondern nach dem Stand der Bordnetze“, erklärt der Audi-Chef in seinem ersten größeren Interview zur Digitalisierung. Zu den vielen Personalwechseln im Konzern, wozu der noch nicht offizielle Abgang von VW-Vertriebschef Jürgen Stackmann gehört, sagt er: „Natürlich gehen da geschätzte Kollegen, es ruckelt kurz, aber es geht weiter.“ Und hinsichtlich der Politik stellt sich Duesmann die Frage, „ob sie Elektroautos von bestimmten Tempolimits ausnimmt, die rein auf Lärm und Umweltschutz ausgelegt sind.“

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    Quelle: dpa
    Ex-Wirecard-Chef Markus Braun sitzt wieder in Haft.

    Im Großbetrugsfall Wirecard konnten Sie in diesem Weckdienst immer das große Erstaunen spüren, dass Ex-CEO Markus Braun auf Kaution freigelassen wurde. Die überfällige Korrektur erfolgte am gestrigen Mittwoch: Der Österreicher sitzt wieder in Haft, wobei ihm der einstige Finanzvorstand Burkhard Ley sowie der ehemalige Chef des Accounting dort Gesellschaft leisten. Es geht nun um Bandenbetrug, Untreue und Marktmanipulation.

    Nach den Erzählungen eines Kronzeugen ist sich die Staatsanwaltschaft sicher, dass Wirecard seit Ende 2015 versucht hat, das operative Verlustgeschäft kriminell mithilfe von Komplizen aufzuhübschen. Auf das Pimp-my-Company über gefälschte Jahresabschlüsse fielen Banken und Investoren herein: 3,2 Milliarden Euro sind wohl perdu. Zur Erbauung ein wahres Wort des Philosophen Ernst Bloch: „Die Fälschung unterscheidet sich vom Original dadurch, dass sie echter aussieht.“

    Wie eine persönliche Reservearmee betrachtet US-Präsident Donald Trump offenbar paramilitärisch auftretende Sicherheitskräfte des Bundes. Sie kommen bei den andauernden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt zum Einsatz. Beordert werden sie in Großstädte mit als zu groß empfundenen Gewaltproblemen – auch wenn die jeweiligen Bürgermeister das ablehnen.

    Nach Portland im US-Staat Oregon ist nun Chicago an der Reihe. Hunderte seiner Soldaten sollen dort das „Blutvergießen“ beenden, verkündet Trump. Die demokratische Bürgermeisterin Lori Lightfoot hatte zuvor erklärt, sie werde ihm keinesfalls erlauben, nach Chicago zu kommen „und unsere Bürger zu terrorisieren“. Die Generalstaatsanwältin von Oregon reicht nun Klage gegen den jüngsten martialischen Einsatz der Trump-Kräfte in Portland ein.

    Rechtzeitig vor der Präsidentschaftswahl im November eskaliert auch der Kalte Krieg der USA mit China immer weiter. Das Außenministerium in Peking informiert jetzt darüber, dass die US-Regierung das chinesische Generalkonsulat in Houston aufgefordert habe, die Arbeit am Freitag komplett einzustellen. Das US-Außenministerium begründet den Schritt mit dem Schutz intellektuellen Eigentums und privater Informationen amerikanischer Staatsbürger – also als Aktion gegen Hacker.

    Es wird als Bestätigung gesehen, dass auf dem Hof des Gebäudes in Houston prompt Akten verbrannt wurden. China kündigt unterdessen „entschlossene Gegenmaßnahmen“ an – womöglich entfällt die Wiedereröffnung des US-Konsulats in Wuhan. Von der Klugheit des Mark Aurel sind die gegenwärtigen Weltenlenker weit entfernt: „Die beste Art sich zu rächen ist, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten.“

    Quelle: AP
    Die Internetfirma Slack hat gegen Microsoft eine offizielle Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission eingereicht.
    (Foto: AP)

    Microsoft im Clinch mit Kartellwächtern, das war bisher eine mindestens 20 Jahre alte Geschichte, damals ging es um Windows. Nun wirft die Internetfirma Slack dem Konzern wieder vor, „illegal und wettbewerbswidrig“ zu handeln – und reichte eine offizielle Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission ein. Es geht um die in Coronazeiten beliebte Kollaborationssoftware „Teams“, die in die marktbeherrschenden Microsoft-Office-Produkte eingebunden ist. Millionen Kunden würden damit zum Installieren gezwungen, kritisiert Slack.

    Ganz klar: Neue Arbeit für Kommissarin Margrethe Vestager, die sich auch schon mit Apple, Google & Co. angelegt hat.

    Dieses Morning Briefing präsentieren wir Ihnen seit mehr als zwei Wochen in einer veränderten Form. Neue Optik, neue redaktionelle Elemente, neue Rubriken. Persönlich haben mein Kollege Sven Afhüppe und ich überwiegend positive Rückmeldungen erhalten, aber wir wollen es doch etwas genauer wissen. Also: Wir freuen uns, wenn Sie sich einige Minuten zur Beantwortung einiger Fragen nehmen könnten. Sie kennen ja den Oliver Cromwell zugeschriebenen Spruch: „Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein.“ Hier geht es zur Umfrage.

    Quelle: Reuters
    Im September soll das Stones-Album „Goats Head Soup“ von 1973 neu aufgelegt werden.

    Zum Schluss noch etwas in der Kategorie „Rock‘n‘Roll Will Never Die“: Die Rolling Stones, 58 Jahre alte Rentnerband mit Nostalgiebonus, veröffentlichen mit „Scarlet“ aus dem Jahr 1974 einen Song, von dem nur sehr wenige wussten. Jetzt erfährt das erstaunte Publikum, dass dafür sogar Jimmy Page von Led Zeppelin Gitarre spielte. Für die Musikfirma Universal leitet sich erkennbar ein Umsatzboom ein, denn im September soll das Stones-Album „Goats Head Soup“ von 1973 neu aufgelegt werden. Offenbar hat die Antwort der Musiker auf die Pandemie im April – die Hitsingle „Living in a Ghost Town“ – einiges in Bewegung gebracht. Ganz Mutige schaukeln mit „(I Can‘t Get No) Satisfaction“ zu der neuen Ewigjugendbewegung.

    Ich wünsche Ihnen einen erfrischenden Tag.

    Es grüßt Sie herzlich Ihr

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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