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Morning Briefing Tesla-Rekord für die Geschichtsbücher

14.01.2020 - 06:19 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

zu den großen Fragen dieses Jahres gehört, wohin es Tesla wohl treibt. Ob der US-Elektroautobauer ganz oben ankommt, wie es CEO Elon Musk stets behauptet – also in der Mount-Everest-Dimension von Amazon oder Apple? Oder ist der Absturz der gehypten Marke unvermeidlich?

Erreicht hat Tesla bereits, mit einem Börsenwert von 93 Milliarden Dollar die wertvollste Firma in der Historie der US-Autoindustrie geworden zu sein. Bisher oblag dieser Platz Ford (81 Milliarden Dollar vor 21 Jahren). Auch liegt der Tesla-Kurs erstmals bei mehr als 500 Dollar. Insgesamt machte Musks Motor-Company 2019 bei 21,5 Milliarden Dollar Umsatz zwar eine Milliarde Verlust – erzielt aber eine höhere Marktkapitalisierung als Ford und General Motors zusammen. Man kann es hier mit dem Wissenschaftler Blaise Pascal halten: „Es gibt viele, die glauben, allerdings aus Aberglauben.“

Quelle: AFP
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird die Affären aus ihrer Zeit als Verteidigungsministerin nicht los.
(Foto: AFP)

Von imposanten Themen, von der Eroberung der Welt durch ökologisch richtige Konzepte („Green Deal“) träumt Ursula von der Leyen. Die Frau, die es durch einen seltenen Zufall und eine „Grille“ von Emmanuel Macron an die Spitze der EU-Kommission schaffte, stellt voraussichtlich heute „grüne“ Fonds für einen gerechten Wandel beim Klimaschutz vor. Doch ihre globalen Großtaten werden gestört durch Altlasten aus ihrer Zeit als Verteidigungsministerin.

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    In der „Berateraffäre“, die eine „McKinsey-Affäre“ ist und derzeit einen Untersuchungsausschuss im Bundestag auf Trab hält, kommt nun ein brisanter Bericht des Ministeriums heraus: Danach hat „Mrs. Europa“ auf einem Mobiltelefon selbst alle Daten gelöscht. Auf ihrem Blackberry-Diensthandy wiederum hat ein Sachbearbeiter alle Nachrichten eliminiert, pure Unaufmerksamkeit versteht sich. Hier ist ein Erich-Kästner-Klassiker fällig: „Was immer auch geschieht: Nie sollt ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!“

    An der Prognosekraft von Olaf Scholz darf gezweifelt werden. „Die fetten Jahre sind vorbei“, sagte der Bundesfinanzminister zum Steuerjahr 2019. Doch dann fuhr der Bund einen Rekordüberschuss von 19 Milliarden Euro mehr als geplant ein. So viel Geld verführt zum Streit. Es sei an der Zeit, „Bürger und Unternehmen substanziell zu entlasten“, sagt uns CSU-Generalsekretär Markus Blume – und fordert die Total-Abschaffung des Soli sowie eine Unternehmenssteuerreform.

    Carsten Schneider von der SPD-Bundestagsfraktion wiederum erinnert die ungebrochene Steuersenkungslust an die Forschung von Iwan Petrowitsch Pawlow über konditionierte Reflexe von Hunden: „Stattdessen brauchen wir eine nationale Investitionsallianz, bei der alle staatlichen Ebenen und die Unternehmen mitwirken.“ Man wird den Verdacht nicht los, dass die in Glaubenssätzen festbetonierte Große Koalition tatsächlich „auf den Hund“ gekommen ist.

    Eine gute Nachricht wird die dauerverunsicherte Belegschaft von Opel heute um 11.30 Uhr im Gebäude K48 in Halle eins des Stammwerks in Rüsselsheim hören: Der Kündigungsschutz wird bis Mitte 2025 um zwei Jahre verlängert. Doch vor Stellenabbau schützt das mittelfristig nicht. Bis zu 4100 weitere Jobs könnten wegfallen, hat unser Redakteur Franz Hubik errechnet.

    Opel-Chef Michael Lohscheller handele „gewissermaßen in vorauseilendem Gehorsam“ mit Blick auf die Fusion des französischen Mutterkonzerns PSA mit Fiat-Chrysler. Der Manager muss da noch mehr Effizienz bieten, zumal der Absatz der für Opel wichtigen Limousine „Insignia“ absackt. Da haben auch die TV-Werbespots mit Fußballcoach Jürgen Klopp wenig genutzt.

    Kaum Regen, sehr hohe Temperaturen und eine stärkere Verdunstung – das sind die Auswirkungen des Klimawandels in Mittelamerika. Betroffen ist beispielsweise der Panamakanal, dessen Wasserstand extrem gesunken ist. Deshalb führt die Verwaltung der Wasserstraße nun eine Gebühr für den ökologischen Erhalt ein. Ohne Gegenmaßnahmen würde der Wasserpegel wohl so stark zurückgehen, dass der Betrieb der Schleusen leiden würde. Von Mitte Februar an also sollen Schiffe, die mindestens 38 Meter lang sind, zusätzlich 10.000 Dollar pro Passage sowie eine weitere Summe zahlen, die sich nach dem Wasserstand richtet. Der Titel des Kinderbuchklassikers „Oh, wie schön ist Panama“ wirkt da wie blanker Hohn.

    Reformen sind auch der katholischen Kirche nicht fremd. So ist eine Lockerung des Zölibats seit einiger Zeit in der Diskussion. Papst Franziskus will bald ein Dokument präsentieren, in dem stehen soll, ob verheiratete Männer das Priesteramt ausüben dürfen. Bei einer Bischofssynode im Oktober 2019 hatte die Mehrheit schon für die Priesterweihe verheirateter Männer im Amazonas-Gebiet plädiert, weil es dort stark an Geistlichen fehle.

    Das Zölibat sei kein Dogma, sagte der 83-jährige Franziskus daraufhin – und fängt sich nun den spektakulären Widerspruch seines Vorgängers ein. Der emeritierte Benedikt XVI. warnt in einem aktuellen Buch vor jeder Aufweichung des Zölibats. Durch die „ständige Infragestellung“ des Zölibats würden Priester nur „verwirrt“. Papst gegen Papst – das ist nichts weniger als eine „Konterrevolution“ des erzkonservativen 92-jährigen Kirchenmanns, der mal Joseph Aloisius Ratzinger aus Marktl war.

    Kanada trauert um die 57 Landsleute, die an Bord des von iranischen Revolutionsgarden abgeschossenen ukrainischen Flugzeugs waren. Doch Michael McCain, ein bekannter Unternehmer des Landes, belässt es nicht dabei. Der Chef des Lebensmittelriesen Maple Leaf Foods schreibt auf Twitter von einer „unnötigen, unverantwortlichen Serie von Ereignissen im Iran“ und von einer US-Führung, die unabhängig von „Checks and Balances“ handele. Die Welt hatte seiner Meinung nach zuvor einen Weg gefunden, den Iran in Schach zu halten, dann aber sei Donald Trump eingeschritten: „Ein Narzisst in Washington zerstört Errungenschaften der Weltgemeinschaft; destabilisiert die Region.“

    Quelle: dpa
    Königin Elizabeth II. akzeptiert den Wunsch von Herzogin Meghan und Prinz Harry nach einer besseren „Work-Life-Balance“.

    Und dann ist da noch Queen Elizabeth II., die den Trend der Zeit nach einer besseren „Work-Life-Balance“ akzeptiert und ihrem Enkel Harry und dessen Ehefrau Meghan tatsächlich königliche Teilzeit erlaubt. In einer Krisensitzung vereinbarte man eine „Übergangszeit“, die das Paar in Kanada und im Vereinigten Königreich verbringt. Sie hätte es vorgezogen, wenn die beiden weiterhin Fulltime-Mitglieder der Royal Family geblieben wären, erklärte die Königin. Sie unterstütze aber den Wunsch der beiden nach einer neuen Rolle „voll und ganz“.

    Demnächst dürfte bald klar werden, welche Jobs Harry und Meghan annehmen. Die Schauspielerin, die sich zu Hofe und in der britischen Boulevardpresse gemobbt fühlt, wird bereits mit Disney in Verbindung gebracht. Für den US-Konzern ist „Megxit“ wohl ein weiteres Märchen, das er wahrmacht.

    Ich wünsche Ihnen einen voll und ganz selbstbestimmten Tag. Es grüßt Sie wie immer herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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